VERSTEIGERUNG

Schloss Rattey kommt unter den Hammer

Schloss Rattey wird im Dezember am Neubrandenburger Amtsgericht versteigert. Interessenten gibt es bereits, sagt einer der Eigentümer.
Marlies Steffen Marlies Steffen
Das Weindorf von oben: Aus der Vogelperspektive deutlich zu erkennen sind die Weingärten, die rings um das Schloss angele
Das Weindorf von oben: Aus der Vogelperspektive deutlich zu erkennen sind die Weingärten, die rings um das Schloss angelegt wurden und inzwischen insgesamt mehrere Hektar umfassen. NK-Archiv/S. Schmidt
Rattey.

Ob der Nikolaustag ein gutes Omen für das Schloss Rattey ist, muss sich erst noch zeigen. An dem Tag, an dem Knecht Ruprecht den Menschen traditionell allerhand in die Schuhe schiebt, wird am Amtsgericht Neubrandenburg das Schloss Rattey versteigert. Und nicht nur das im Jahr 1806 als Herrenhaus errichtete Gebäude. Auch diverse Weinberge, Grünlandflächen, die Festscheune, die Parkanlage und weitere Häuser kommen unter den Hammer. Insgesamt belaufen sich die Mindestgebote auf eine Summe von rund 1,5 Millionen Euro.

Karsten Förster, Rechtsanwalt und einer der Eigentümer der Anlage, stellt indessen auf Nordkurier-Nachfrage klar: Die Anlage soll nur als Ganzes den Eigentümer wechseln. Für das Instrument der Teilungsversteigerung habe er sich mit dem Miteigentümer geeinigt. Die einzelne Auflistung der Liegenschaften dürfe demnach nicht missverstanden werden.

Herrenhaus wurde in ein Schlosshotel umgestaltet

Auch an der Zukunft des Weinguts Schloss Rattey soll aus der Sicht von Karsten Förster nicht gerüttelt werden. Es gebe kein Interesse daran, dieses „plattzumachen“, wie er sagte. Er stehe hinter dem Weinanbau und wolle diesen auch künftig unterstützen, so Förster auf Nachfrage. Für das Schloss Rattey samt der dazugehörigen Immobilien hätten sich zwischenzeitlich bereits mehrere Interessenten gemeldet. Diese stammten aus dem Bereich der Hotellerie, ein Weinanbaubetrieb sei bislang nicht darunter.

Das Schloss Rattey – Rattey gehört zur Gemeinde Schönbeck – liegt abseits der Landstraßen und befindet sich inmitten einer alten Parkanlage mit teils 700 Jahren alten Eichen. Das Herrenhaus wurde Ende der 1990er Jahre saniert und in ein Schlosshotel mit 14 Zimmern umgestaltet. Viele Jahre lang befand sich dort auch eine Außenstelle des Standesamtes Woldegk. Mit den Flächen um die Schlossanlage Rattey herum ist das Weingut mittlerweile zum größten Anbaugebiet in Norddeutschland angewachsen. Auf knapp fünf Hektar wachsen Sorten wie Phoenix und Solaris, die pilzresistent und für die klimatischen Bedingungen im Norden geeignet sind. Unter der Leitung von Stefan Schmidt wurde das Weingut in den vergangenen Jahren professionell ausgebaut. Die Weine erwarben sich zwischenzeitlich überregional einen guten Ruf und wurden mehrfach preisgekrönt. „Es ist die Aushängemarke für Weinanbau in ganz Mecklenburg-Vorpommern“, sagt Stefan Schmidt.

Zuversichtlich, was den Weinanbau angeht

Schloss-Rattey-Miteigentümer Karsten Förster gehörte zu den Gründungsmitgliedern des Ratteyer Winzervereins. Dass sich das Land Mecklenburg-Vorpommern künftig in Rattey engagiert, hält Förster mit Blick auf das Bundesland Sachsen, wo es Staatsweingüter gibt, für ausgeschlossen. Er sei zuversichtlich, dass der Weinanbau auch mit einem neuen Hoteleigentümer fortgeführt werden kann, sagte Förster.

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