Streit in Neustrelitz beendet
Schlosskeller wird nicht mit Sand zugeschüttet

Der Schlossberg in Neustrelitz, Dezember 2018, vielleicht rollen hier bald auch die Bagger für den Turmbau, die Baumaschine im Bild hat damit noch nichts zu tun.
Der Schlossberg in Neustrelitz, Dezember 2018, vielleicht rollen hier bald auch die Bagger für den Turmbau, die Baumaschine im Bild hat damit noch nichts zu tun.
Tobias Lemke

Der Keller des abgebrannten Schlosses soll mit einer speziellen Betondecke überspannt werden. Die Stadtvertreter haben nun einem Schweriner Vorschlag zugestimmt.

Der lange Streit um eine Verfüllung des denkmalgeschützten Schlosskellers von Neustrelitz ist beendet. Die Stadtvertreter stimmten am Donnerstag einem Kompromissvorschlag des Landes zu, wonach der riesige Keller mit einer speziellen Betondecke überspannt und nicht zugeschüttet wird. Damit könne der Baustopp, den das Land als Eigentümer der Fläche Mitte 2018 ausgesprochen hatte, wieder aufgehoben werden, erläuterte eine Stadtsprecherin. Ob und in welcher Form später wieder ein Turm aufgestellt wird, der an das zerstörte Schloss erinnert, soll später entschieden werden.

Im April 1945 ausgebrannt

Das Neustrelitzer Residenzschloss war das Symbol des eigenständigen Großherzogtums und galt als Herzstück der denkmalgeschützten Stadtanlage. Das Schloss war im April 1945 aber ausgebrannt. Die Ruinen ließ die SED-Führung 1949 sprengen und abtragen. Der Brand und die Sprengung durch die Kommunisten nahmen der Stadt ihr historisches wie kulturelles Zentrum, hatte Landesfinanzminister Mathias Brodkorb (SPD) bereits erklärt.

Widerstand gegen Pläne des Landes

Das Land Mecklenburg-Vorpommern hatte als Eigentümer Schlossberg samt Park neu gestalten, aber dafür den Schlosskeller mit rund 40 Räumen mit Spezialsand verfüllen lassen wollen. Dagegen regte sich starker Widerstand. Die nun vorgesehene Variante mit der Spezialbetondecke kann in eine spätere Bebauung einbezogen werden. Sie soll aber 4 statt bisher geplanter 1,5 Millionen Euro kosten.