STREIT UM NEUGESTALTUNG

Schlosskoppel-Initiative kritisiert Konzept der Stadt Neustrelitz

Spielgeräte und ein Yoga-Pfad sind für eine neue Bürger-Initiative auf der Schlosskoppel fehl am Platz. Andere Vorhaben der Stadt wiederum begrüßt der Zusammenschluss.
Robin Peters Robin Peters
Einige Neustrelitzer haben sich zur „Initiative Schlosskoppel“ zusammengeschlossen. Dass das Große Borkenh&a
Einige Neustrelitzer haben sich zur „Initiative Schlosskoppel“ zusammengeschlossen. Dass das Große Borkenhäuschen repariert werden soll, befürwortet die Gruppe. Robin Peters
Neustrelitz.

Die Stadt Neustrelitz hat ein erstes Konzept für die Nutzung der Schlosskoppel vorgestellt. Der Plan: überwiegend Erholungswald mit ausgeschilderten Rundwegen, Willkommens- und Info-Tafeln. Baumreihen entlang der Pfade sollen den Charakter eines Landschaftsparks hervorheben. Unter anderem ist angedacht, den „Tabula-Ruhe“-Platz mit dem kleinen Weiher wiederherzurichten, das Große Borkenhäuschen zu reparieren, den Hobebrunnen von dem Zaun zu befreien und mit einer Hecke zu verschönern sowie den Franzosensteg zu rekonstruieren. Außerdem sollen an einzelnen Punkten Spielgelegenheiten geschaffen werden – erwägt werden unter anderem Stelzen-Parcours oder Balancierpfade aus Holzstämmen. Sogar die Anbindung an den Nahverkehr könnte laut Konzept verbessert werden.

Derzeit sammelt die Stadt Neustrelitz weitere Anregungen aus der Bevölkerung. Inzwischen hat sich jedoch eine neu zusammengeschlossene Initiative, „Naturwald Schlosskoppel“, zu Wort gemeldet. Die begrüßt die Bewegung in den Behörden – insbesondere die Pläne zum Erhalt der Geschichtszeugnisse –, mahnt aber zugleich zur Zurückhaltung: „Viele Pläne der Stadt schießen über das Ziel hinaus“, sagt Initiativenmitglied Falk Jagszent (Die Grünen). Ein Yoga-Pfad auf der Marienhöhe oder Spielgeräte seien ebenso wie Baumreihen entlang der Wege überflüssig. Ohne die Anlagen würden auch die Kosten deutlich geringer ausfallen.

Bitte keine Plastikbänke!

Forstwirtschaft solle auf der ganzen, rund 50 Hektar großen Fläche möglichst vermieden werden. „Selbst die Russen haben die alten Bäume damals nicht angefasst“, sagt Manfred Riedel von der Initiative. Oberstes Ziel müsse es sein, den über Jahrzehnte gewachsenen, naturnahen Mischwald zu erhalten.

Sitzbänke dürfen laut Manfred Riedel entgegen des Stadt-Konzeptes keinesfalls aus Plastik gebaut werden. Allein aufgrund eines geringeren Reinigungsaufwandes müsse nicht auf umweltschädliche Materialien ausgewichen werden. „Wir könnten Patenschaften für jeweils zwei Holzbänke übernehmen und sie regelmäßig von Moos befreien“, schlägt Anne Franke vor. Als Neustrelitzerin will sie sich gerne darum kümmern.

Pläne können bis 13. September eingesehen werden

Manfred Riedel hat vor Ort bereits zahlreiche Touristen und Einheimische nach ihren Vorstellungen befragt. Das Ergebnis: Alle Befragten wünschten sich, dass das Gelände nicht groß verändert wird. Riedel selbst wohnt seit vier Jahren in der Residenzstadt und ist zuvor viel in Deutschland herumgekommen. Doch: „Ich kenne keine vergleichbar große Stadt, die so ein schönes Waldgebiet am Stadtrand hat.“

Die Pläne der Stadt können bis zum 13. September auf www.neustrelitz.de sowie im Stadthaus eingesehen werden.

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