Zahlendreher sind bei Hochzeitspaaren beliebt, wenn es um die Wahl eines Termins zur Trauung geht (Symbolfoto).
Zahlendreher sind bei Hochzeitspaaren beliebt, wenn es um die Wahl eines Termins zur Trauung geht (Symbolfoto). Foto: Andreas Lander/dpa-Zentralbild/dpa +++ dpa-Bildfunk ++
Heiraten

Schnapszahl-Termine bei Strelitzer Hochzeiten beliebt

Sei es, weil es sich besser merken lässt oder weil es so schön auf der Urkunde aussieht, bestimmte Tage sind bei Heiratswilligen beliebt.
Neustrelitz

Von hinten wie von vorn. Je nach Schreibweise stehen im Februar zwei besondere Tage ins Haus, und zwar der 2.2.22 und der 22.02.2022. Beide Daten können von vorne wie von hinten gelesen werden und ergeben doch das gleiche Datum. Sie stellen also ein Palindrom dar, wie es in der Fachsprache heißt. Solche Zahlendreher-Tage sind bei Paaren beliebt, die sich das Ja-Wort geben wollen.

Insgesamt sechs Anmeldungen liegen etwa in Neustrelitz für beide Tage vor, jeweils drei pro Tag. „Für mitten in der Woche ist das viel. Da spielt natürlich das besondere Datum die Hauptrolle für die Wahl“, sagt Lutz Pietschmann, Leiter im Neustrelitzer Standesamt. Ansonsten wird natürlich lieber an oder vor einem Wochenende und auch eher im Sommer geheiratet. Der 2. Februar ist aber ein Mittwoch und der 22. ein Dienstag.

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Standesamt hatte sich mehr Anmeldungen erhofft

Eine Anmeldung liegt immerhin noch für den 22. Februar im Feldberger Standesamt vor. Auf ein bisschen mehr hatte man schon gehofft, gibt Standesbeamtin Manuela Weber zu. „In den einem Fall wurde auch ausdrücklich gesagt, dass aufgrund des besonderen Datums die Trauung stattfinden soll“, berichtet sie. Vor zwei Jahren gab es in Feldberg übrigens am 20. Februar drei Eheschließungen. Der 20.02.2020 war zwar kein perfektes Palindrom, aber trotzdem wohl ganz nett anzuschauen auf der Eheurkunde.

Dem Woldegker Standesamt liegen für die beiden Februartage hingegen keine Anmeldungen vor. Beim Blick in den Kalender kann Standesbeamtin Nadine Moritz-Deutschländer allerdings ein anderes in diesem Jahr heiß begehrtes Datum unter den heiratswilligen Paaren aus der Woldegker Region ausmachen. Der 22. Juli 2022 sei bei ihr mit vier Anmeldungen der bislang am stärksten angefragte Tag. Es handelt sich immerhin noch um einen halben Schnapszahl-Tag und um einen Freitag, das heißt, das Hochzeitspaar und die Party-Gesellschaft können ins Wochenende hineinfeiern.

Schloss Rattey fiel als Trauungsort weg

Geheiratet wurde übrigens trotz Coronapandemie zumindest in Neustrelitz in den beiden vergangenen Jahren nahezu genauso viel wie zuvor. Auf 191 Eheschließungen brachte es das Standesamt im Vorjahr. Zum Vergleich: 2020 waren es 183 und 2019 waren es 195. Rückläufig sind hingegen die Zahlen in Woldegk und Feldberg, was aber weniger mit den Auswirkungen durch die Pandemie zu tun habe, heißt es aus den jeweiligen Standesämtern. So fiel in der Woldegker Ecke zuletzt Schloss Rattey wegen Sanierungsarbeiten und eines Eigentümerwechsels als beliebter Trauungsort weg. Dort wolle man demnächst aber wieder voll durchstarten, sagt Nadine Moritz-Deutschländer. Rund 30 Paare hat sie im Vorjahr vermählt. Das Woldegker Standesamt hatte auch schon Jahre mit bis zu 80 Eheschließungen erlebt.

Eine fallende Tendenz ist auch in Feldberg zu verzeichnen. Nach 65 Trauungen im Jahr 2019 waren es 2020 noch 50 und im Vorjahr dann nur noch 37 Paare, die sich in der Feldberger Seenlandschaft das Ja-Wort gegeben haben. In der Gemeinde sei das Hochzeitsgeschehen sehr stark an die Gastronomie gekoppelt, unter anderem mit Trauorten wie dem Jagdschloss Waldsee und der Hochzeitsscheune an der Alten Schule Fürstenhagen, und da habe es nun mal Beschränkungen gegeben. Zudem sei das Feldberger Standesamt personell nicht mehr ganz so stark aufgestellt wie in der Vergangenheit, erklärt Manuela Weber.

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