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Schotten dicht: An Schleusen ist bald Winterruhe

Derzeit geht es an den Schleusen der Region etwas gemütlicher zu. Schleusenwärter Manuel Stümpfl hat in Strasen lange nicht so viel zu tun wie im Sommer. Im Winter wartet dafür dann wieder mehr Arbeit auf den 23-Jährigen Wasserbauer. Dann allerdings an anderer Stelle.
Derzeit geht es an den Schleusen der Region etwas gemütlicher zu. Schleusenwärter Manuel Stümpfl hat in Strasen lange nicht so viel zu tun wie im Sommer. Im Winter wartet dafür dann wieder mehr Arbeit auf den 23-Jährigen Wasserbauer. Dann allerdings an anderer Stelle.
Tobias Lemke

Bis Ende November werden die Boots-Fahrstühle der Seenplatte weiter bedient, allerdings mit verkürzten Zeiten. Die Schleusenwärter liegen in der kalten Jahreszeit aber nicht auf der faulen Haut.

Noch dreht Manuel Stümpfl zwei Mal in der Stunde den Schlüssel am Schaltkasten um. Daraufhin schließen sich die Tore an der Strasener Schiffsschleuse und die Kammer wird geflutet oder der Wasserstand abgesenkt. „Bis Ende November wird noch geschleust“, erklärt Stümpfl. Im Gegensatz zu den Sommermonaten ist aber lange nicht mehr so viel los auf den Wasserstraßen der Region. Etwa alle halbe Stunde komme ein Freizeitkapitän oder ein anderer Bootsfahrer vorbei und möchte die Staustufe in Strasen überwinden. 

So wie eine Familie aus Sachsen, die gerade mit einem gecharterten Boot in der Mecklenburgischen Kleinseenplatte unterwegs ist. Dass sie Ende Oktober noch so gutes Wetter zum Schippern erwischt haben, stimmt die Familie froh. Mit Bedacht habe man den Urlaub in die Nachsaison gelegt, um dem stärkeren Bootsverkehr im Sommer aus dem Weg zu gehen. 

Dass es in der Urlaubersaison auf den Kanälen zunehmend enger wird, kann der Strasener Schleusenwärter bestätigen. „Der Bootsverkehr nimmt von Jahr zu Jahr mehr zu“, hat Stümpfl beobachtet. Im Sommer drehe er den Schlüssel am Schaltkasten natürlich viel öfter um. Zudem muss der 23-Jährige die Boote einweisen. „Da ist es wichtig, die Schleusenkammer voll zu haben“, sagt er.

Ab Dezember wird er den Schleusenschlüssel bis zum Frühjahr wegstecken. Dann heißt es: Schotten dicht – zumindest fast. Denn die Schleuse wird so eingestellt, dass es eine langsame Fließbewegung durchs Wasserbauwerk gibt. „Das hilft gegen das Vereisen“, erklärt Stümpfl. Er selbst wird seinen Arbeitsplatz im Winter hauptsächlich in den Wald verlegen. Dort fällt er mit seinen Kollegen Kiefernstangen und stellt daraus Bündel zur Uferbefestigung her. Denn den Berufsstand des Schleusenwärters, der gleich nebenan im Häuschen wohnt, gibt es so nicht mehr. Stümpfl ist ausgebildeter Wasserbauer.

Neben dem Bau von Uferbefestigungen werden im Winter zudem die Wassertonnen, die die Fahrrinne begrenzen oder Wasserskistrecken und Untiefen anzeigen, an Land geholt und neu gestrichen. Es gebe also auch in der kalten Jahreszeit jede Menge Arbeit für die Schleusenwärter aus der Seenplatte.