So idyllisch sieht sie aus, die Herzinsel im Brückentinsee. Mittendrauf steht das Hotel. In dieser Woche wurde die Urlaubsidylle allerdings jäh getrübt.
So idyllisch sieht sie aus, die Herzinsel im Brückentinsee. Mittendrauf steht das Hotel. In dieser Woche wurde die Urlaubsidylle allerdings jäh getrübt. Hans Müller, Jens Büttner, Jörg Carstensen / montage: H. ackermann
Das ist der Fuchs, der sich im Inselhotel herum trieb. Hier steht er auf einer überdachten Terrasse. Foto: Barbara Karge
Das ist der Fuchs, der sich im Inselhotel herum trieb. Hier steht er auf einer überdachten Terrasse. Foto: Barbara Karge
So idyllisch sieht sie aus, die Herzinsel im Brückentinsee. Mittendrauf steht das Hotel. In dieser Woche wurde die Urlaubsidylle allerdings jäh getrübt. Foto: Hans Müller
So idyllisch sieht sie aus, die Herzinsel im Brückentinsee. Mittendrauf steht das Hotel. In dieser Woche wurde die Urlaubsidylle allerdings jäh getrübt. Foto: Hans Müller privat
Fuchs verschreckt Touristen

Schüsse auf Hotelgelände

Um Gäste und Mitarbeiter zu schützen, haben vier Holländer einen Fuchs vor einem Hotel am Brückentinsee erschossen. Jetzt untersuchen die Behörden den Vorfall.
Brückentin

Eben noch im Hotel, jetzt schon in den ewigen Jagdgründen: Ein Fuchs ging in dieser Woche beim Inselhotel Brückentinsee ein und aus – so lange, bis er von Jägern erschossen wurde. Hotelchefin Barbara Karge erzählt, was geschah.

„Es war ein Sonntag, als plötzlich ein Fuchs im Personalbereich auftauchte. Wir haben in die Hände geklatscht, um ihn zu verscheuchen, aber er kam immer wieder, spähte durch die Terrassentüren der Gästezimmer, fraß aus den Katzenfutternäpfen.“ Sie zeigt Fotos. Auf  einem steht das Tier zwischen Tischen und Stühlen auf einer überdachten Terrasse, auf dem nächsten hat es den Kopf schon im Katzennapf. Ein ausgewachsener Fuchs derart zutraulich? - das war den Hotelmitarbeitern und Gästen mehr als unheimlich. Barbara Karge griff zum Telefon und rief die Polizei an. Diese verwies sie an den Amtstierarzt. Helfen konnte keiner. „Denen waren die Hände gebunden. Die haben gesagt, da können wir nichts ausrichten.“

So blieb der Fuchs zunächst wo er war, und die Geschichte nahm ihren Lauf. Wie es der Zufall wollte, reisten einen Tag später vier holländische Gastjäger zu einem Jagdurlaub in den mecklenburgischen Wäldern an. Die Waidmänner lösten das Problem auf ihre Weise: mit der Flinte. Kurz vor Mitternacht fiel ein Schuss und der Fuchs tot um. „Ich hatte den Jägern schon die Fotos von dem Fuchs gezeigt und ihnen erzählt, wie der sich hier benimmt. Die haben auch sofort gesagt, dass der krank ist“, berichtet Barbara Karge.

Mit Tod des Fuchses aber war die Sache nicht erledigt, ganz im Gegenteil. Durch einen weiteren Zufall kam eine Tierschützerin ins Spiel: Helga Körnig aus Niedersachsen, Vorsitzende des Tierschutzvereins Grenzenlos. Sie und ihr Mann schliefen ausgerechnet im Nachbarzimmer der Jäger. Der Schuss riss Helga Körnig aus dem Schlaf. Sie stürzte ans Fenster, sah, wie vier Jäger vor einem toten Fuchs standen und gleich darauf den Kadaver weg brachten. Die tierliebe Frau war schockiert, ihre Urlaubsstimmung dahin. Am nächsten Morgen reiste das Ehepaar vorzeitig ab.

Für die Jäger wird der Schuss wohl ein Nachspiel haben. Denn rechtlich sind Schüsse so nah am Hotel mehr als fragwürdig, erklärt die Untere Jagdbehörde des Landkreises. „Das Hotelgelände ist ein umfriedeter Bereich“, sagt Landkreis-Sprecherin Annett Thurm. „Wer dort schießen will, braucht eine Genehmigung.“ Die hatten die Jäger nicht.

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