STADTENTWICKLUNG

Schwerin fordert von Neustrelitz Entscheidung zum Schlossberg

Wie genau soll denn nun dieses Stückchen Erde in Neustrelitz gestaltet werden? Das möchte das Land Mecklenburg-Vorpommern bis spätestens Ende Oktober wissen.
Susanne Böhm Susanne Böhm
Was soll auf dem Schlossberg gebaut werden? Das Land möchte eine Entscheidung.
Was soll auf dem Schlossberg gebaut werden? Das Land möchte eine Entscheidung. Archiv/Nordkurier
Neustrelitz.

Was soll eigentlich auf dem Neustrelitzer Schlossberg gebaut werden? Das möchte Landes-Finanzminister Reinhard Meyer (SPD) von der Stadt Neustrelitz wissen und drängt auf baldige Entscheidung. Bis Ende Oktober müsse sich die Stadtvertretung festlegen, „andernfalls können die haushaltsrechtlichen Voraussetzungen für die Neugestaltung des Schlossberges nicht geschaffen werden und der Schandfleck im Herzen des umfangreich sanierten Schlossgartens bleibt weiter bestehen“, erklärte Reinhard Meyer in einer Pressemitteilung. Bislang gibt es Ideen und Wünsche, konkrete Pläne nicht.

„Das ist weder im Interesse des Landes noch der Stadt und ihrer Bürgerinnen und Bürger. Wir wollen als Land eine gemeinsame Lösung mit der Stadt. Dazu stehe ich“, so Reinhard Meyer. In einem Gespräch mit dem Neustrelitzer Bürgermeister Andreas Grund (parteilos) bekräftigte Reinhard Meyer, dass er die Zusagen seines Vorgängers im Amt, Mathias Brodkorb, einhalten werde.

Land will Turmbau fördern

Schon im Frühjahr wollte der damalige Finanzminister mit der Stadt Neustrelitz eine Vereinbarung zur denkmalgerechten Gestaltung des Schlossbergs schließen. Kern der Vereinbarung: Der Keller des ehemaligen Schlosses sollte als letztes noch verbliebenes Gebäudefragment mit einer Stahlbetonplatte überdeckt werden und nicht, wie zunächst geplant, mit Fließsand verfüllt werden. Zudem sollte auf dem Schlossberg der Hauptturm des ehemaligen Schlosses als Landmarke und begehbare Aussichtsmöglichkeit wiedererrichtet werden. Außerdem hatte Bürgermeister Andreas Grund der damaligen Stadtvertretung im Mai einen Beschluss vorgelegt, mit dem ihn die Kommunalpolitiker beauftragen sollten, „ein Auswahlverfahren für das Projekt Schlossturm zur Findung eines geeigneten Architektur- oder Ingenieurbüros durchzuführen, das im Rahmen einer späteren Beauftragung die fachliche Begleitung, notwendige Abstimmungen, Planungen, Genehmigungsverfahren und mehr erledigt“. Das lehnten die Stadtvertreter jedoch ab. Stattdessen beschlossen sie die „Durchführung einer Konzeptphase“.

Für die Neugestaltung des Kellers trägt das Land Mecklenburg-Vorpommern als Bauherr die Kosten, für den Bau des Schlossturms wäre dann die Stadt verantwortlich. Das Land ist bereit, die Maßnahme mit bis zu drei Millionen Euro zu fördern. Das Land sei mit der Vereinbarung der Stadt sehr weit entgegengekommen. Weitere Zugeständnisse des Landes könne es daher nicht geben, betonte Reinhard Meyer. Die Stadt müsse nun endlich eine Entscheidung treffen, damit die Maßnahmen planerisch und finanziell untersetzt werden können.

Die nächste Sitzung der neuen Neustrelitzer Stadtvertretung ist für Donnerstag, den 29. August, vorgesehen. Sie beginnt an diesem Tag um 18 Uhr.

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