Überraschung bei Stadtvertretung

Schwimmhalle für Neustrelitz erst nach der Wahl wieder dran

Der Vorschlag der SPD stieß auf der Stadtvertreter-sitzung auf Kritik, fand aber auch Befürworter. Und dann zogen die Sozialdemokraten ihren Antrag unerwartet zurück.
Susanne Böhm Susanne Böhm
Diese Beiden haben Spaß in der Schwimmhalle. Neustrelitzer Kinder werden es ihnen so schnell nicht nachmachen können. Die Stadtvertretung hat die Schwimmhallen-Debatte verschoben.
Diese Beiden haben Spaß in der Schwimmhalle. Neustrelitzer Kinder werden es ihnen so schnell nicht nachmachen können. Die Stadtvertretung hat die Schwimmhallen-Debatte verschoben. © pio3 - Fotolia.com
4
SMS
Neustrelitz.

Überraschend hat die SPD ihren Schwimmhallen-Vorschlag bei der jüngsten Stadtvertretersitzung in Neustrelitz zurückgezogen. Die Fraktionsmitglieder sahen zu diesem Zeitpunkt keine Chance auf eine Mehrheit.

Zusammen mit der Fraktion PuLS/FDP/Grüne hatten die Sozialdemokraten eine Machbarkeitsstudie angeschoben. Der Bürgermeister sollte beauftragt werden, die rund 20.000 Euro kostende Studie auf den Weg zu bringen. Unter anderem sollte ermittelt werden, mit welchen Folgekosten die Stadt nach dem Schwimmhallenbau zu rechnen hätte. Auch die Baukosten sollten errechnet werden. Ebenso sollten mögliche Betreiber vorgeschlagen werden. Doch dazu kommt es nun erst einmal nicht.

Am Heizwerk wäre ein guter Platz

„Wir sind nicht gegen eine Schwimmhalle, aber wir sehen die 20.000 Euro als Wahlkampfmanöver. Wir stimmen nicht zu“, sagte CDU-Fraktionsvorsitzender Andreas Petters. Falk Jagszent (Die Grünen) hielt es für unangebracht, mitten im Wahlkampf über eine Schwimmhalle abzustimmen. „Ich werde mich enthalten wegen der Wahl“, kündigte er an.

Der Vorstoß der SPD stieß aber auch auf Zustimmung. „Eine Schwimmhalle ist für die Neustrelitzer schon lange wichtig. Das ist absolut überfällig. Die Zeiten sind ins Land gezogen. Wir sind reicher geworden. Wir sollten abklären, ob wir uns das leisten können. Der Wahlkampf ist mir egal. Ich werde zustimmen“, sagte Hannelore Raemisch (PuLS). Auch Bernd Haase (FDP) zeigte sich angetan. „Das ist wirklich Daseinsvorsorge für Neustrelitz.“ Er schlug den Platz am Heizkraftwerk vor, an dem einst ein Gurkengewächshaus gebaut werden sollte. „Der Standort ist mit allen Medien erschlossen – Gas, Fernwärme, Wasser. Der Baugrund ist hervorragend. Eine Schwimmhalle ist eine vernünftige Nutzung für den Standort. Wenn wir das wollen, schaffen wir das auch.“

Anklam als Vorbild

„Wir diskutieren seit 20 Jahren darüber. Darum haben wir jetzt alle Fraktionen gebeten, mitzumachen, um mal herauszufinden, was das alles kostet“, sagte Andreas Butzki (SPD). „Anklam hat gezeigt, dass das realisierbar ist. Das ist ein seriöser Vorschlag.“ Seine Fraktion habe viele Gespräche geführt und sei auf viele offene Ohren gestoßen.

Das bestätigte SPD-Stadtvertreter Martin Kley, der zugleich Vorsitzender des Wassersportvereins Neustrelitz ist. „Hier werden spitze Pfeile geschossen, aber das hebt mich nicht vom Sessel ab“, sagte er in Richtung CDU-Fraktion. „Der WSV mit 680 Mitgliedern kann so eine Schwimmhalle betreiben.“ Helge Oehlschläger (SPD) sagte: „So weit waren wir noch nie.“ Die Linken sagten nichts.

30 Seen im Stadtgebiet

Nach einer fünfminütigen Beratungspause schlug die CDU vor, nicht die Stadtvertreter sollen entscheiden, sondern zunächst sollen die Ausschüsse beraten. Nach einer weiteren zweiminütigen Beratungspause zog die SPD ihren Antrag zurück. „Es gibt ja heute leider keine Mehrheit dafür“, sagte Andreas Butzki. „Wir werden den Antrag in der neuen Stadtvertretung gleich als ersten Antrag wieder einreichen.“

„Ich finde es gut, dass das Thema auf der Tagesordnung steht. Den Schwimmsport in Neustrelitz zu verbessern, ist sicher eine wichtige Aufgabe“, sagte Bürgermeister Andreas Grund (parteilos) und gab zu bedenken: „In Anklam gibt es nur diese eine Schwimmhalle, auf die sich der Wassersport konzentriert. Wir in Neustrelitz haben 30 Seen im Stadtgebiet, die meisten können ganzjährig beschwommen werden.“

Kommentare (4)

Man soll sich erst, um den Spiegelberg kümmern, da wäre der richtige Platz, wenn es nicht anders geht, muss man enteignen, dass kennt man ja von der DDR

Der stadt sind die hände gebunden, wenn sie den verstorbenen Eigentümer in der USA nicht ausfindig machen können. Ich sehe es so, es ist ein Schandfleck und der gehört plattgemacht.sollte sich dann irgendwer melden und sein Eigentum anfechten, sollten erst einmal die kosten für die Beräumung in Rechnung gestellt werden. Ja es wäre ein guter Platz für ein Schwimmbad,aber ehrlich wer braucht in Neustrelitz ein Schwimmbad wenn er die Seenplatte kennt. Zu guter letzt muss ich mal sagen das nicht nur in der DDR sondern auch heute noch in der ach so glänzenden BRD immer noch zwangsenteignet wird!

Würde Haase auch sofort loslegen, wie er bei dem Franzosensteg machen wollte ?

Einen verstorbenden Eigentümer, kann man auch schlecht ausfindig machen, und kontaktieren