Preisreden bekam Autor Ulrich Fasshauer (rechts) gleich zweifach: von Literaturwissenschaftlerin Kristina Bismarck aus Bamberg
Preisreden bekam Autor Ulrich Fasshauer (rechts) gleich zweifach: von Literaturwissenschaftlerin Kristina Bismarck aus Bamberg und von dem zehnjährigen Carl August Zabel aus Neustrelitz. Susanne Schulz
Annalise-Wagner-Preis

Seenplatte-Geschichten für Kinder erhalten Ehrung in Neustrelitz

Für die vierteilige Reihe „Robin vom See” bekam der Berliner Autor Ulrich Fasshauer den Annalise-Wagner-Preis. Er bedankte sich auf humorvoll-philosophische Weise.
Neustrelitz

Mit gleich zwei Premieren trumpfte am Freitagabend der Annalise-Wagner-Preis in Neustrelitz auf. Erstmals wurde Kinderliteratur geehrt, und eben deshalb gab es erstmals auch eine Kinder-Laudatio. Er sei „erstens ein begeisterter Leser, zweitens fast schon ein Fan und drittens eine Art Experte”, sagte der zehnjährige Carl August Zabel über die vierteilige Kinderbuchreihe „Robin vom See” des Berliner Autors Ulrich Fasshauer.

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Die in der Seenplatte angesiedelte Serie bringe mit Geschichten um ganz normale Kinder zum Lachen und zum Nachdenken. „Das machen Sie sehr geschickt, dass man selbst über Richtig oder Falsch entscheiden muss”, sagte er dem Autor, der sich über die Einschätzung des jungen Lesers „zutiefst gerührt” zeigte.

In einer weiteren Laudatio würdigte die Literaturwissenschaftlerin Dr. Kristina Bismarck den Preisträger als „endlich mal wieder einen Autor, der Kinder ernst nimmt” und der wisse, dass Kinder im Grundschulalter über sich und ihre Welt nachdenken. Die Sogkraft von Robins Abenteuern motiviere ebenso zum Lesen wie die bildhafte Sprache und die Auseinandersetzung mit Fragen und Problemen der Gegenwart, sagte die Fachfrau, die mit Studierenden an der Universität Bamberg auch Unterrichtsmaterialien zu der Buchreihe entwickelt hat.

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In seiner humorvoll-philosophischen Dankesrede fabulierte Fasshauer über die Grenzen zwischen Fantasie und Wirklichkeit, zwischen Spiel und Nicht-Spiel. „Wer nicht spielt, kennt auch keine Grenzen, lernt nicht zu verhandeln, andere Perspektiven einzunehmen und den anderen – auch den Gewinn des anderen – zu akzeptieren”, sagte der 49-Jährige, den einst Paddeltouren in der Kleinseenplatte zu den „Robin vom See”-Geschichten inspiriert hatten.

Schon bald wird er übrigens wieder in der Region zu Gast sein, nämlich Ende August zum Abschluss der Aktion FerienLeseLust MV in Neubrandenburg sowie zu Beginn des neuen Schuljahres in der Schule seines Laudators Carl in Seewalde.

Mit dem Annalise-Wagner-Preis, gestiftet nach einer testamentarischen Verfügung der Neustrelitzer Heimatforscherin und Publizistin Annalise Wagner (1903-1986), würdigt die in Neubrandenburg ansässige Annalise-Wagner-Stiftung alljährlich Literatur aus der oder mit Bezug zur historischen Region Mecklenburg-Strelitz. In diesem Jahr waren 68 Publikationen eingereicht worden.

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