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Seenplatte wird weiter "verspargelt"

Die Mehrzahl der Deutschen lehnt weitere Windparks in der Landschaft ab und favorisiert Anlagen auf dem Meer. In der von Tourismus geprägten Seenplatte dürfte die Diskussion besonders heiß werden.  
Die Mehrzahl der Deutschen lehnt weitere Windparks in der Landschaft ab und favorisiert Anlagen auf dem Meer. In der von Tourismus geprägten Seenplatte dürfte die Diskussion besonders heiß werden.  
Bernd Wüstneck

Die Zahl der Eignungsflächen soll verdoppelt werden. In rund einer Woche heißt es „Vorhang auf“ für die Pläne.

Besucher der öffentlichen Sitzung des Regionalen Planungsverbandes in Neubrandenburg könnten enttäuscht den Rathaussaal verlassen haben. Zwar hat der Verband der Ausweisung weiterer 21 möglicher Standorte für Windkraftanlagen mit deutlicher Mehrheit zugestimmt, die Frage ist nur, wo die in der Seenplatte liegen. Experten können es sich mit Hilfe der Kriterien für die Areale an allen zehn Fingern abzählen, Otto Normalbürger muss bis zum Brechen des vereinbarten Schweigens in etwa einer Woche warten. Bekannt ist, dass zu den bestehenden ebenfalls 21 Windkraftflächen mit einer Gesamtgröße von 2500 Hektar noch einmal 1600 Hektar hinzukommen. 

Annette Böck-Friese, Sachgebietsleiterin Kreisplanung, begründet das ungewöhnliche Gebaren mit einem „riesengroßen wirtschaftlichen Interesse und potenziellen Investitionsvolumen“. Es solle keine Wettbewerbsverzerrungen geben, weshalb eine Frist bis zur Veröffentlichung des Beschlusses vereinbart worden ist. Zu den zahlreichen Interessenten, die in Windkraft investieren wollen, gehören beispielsweise die Stadtwerke Neustrelitz.

Aber auch die Bürger sind brennend an dem Thema interessiert. „Wir erwarten eine sehr rege Diskussion“, blickt die Mitarbeiterin der Kreisverwaltung auf Ende Januar, Anfang Februar, wenn die erste Runde der öffentlichen Beteiligung an den Planungen eingeläutet wird. Nach Abwägung der Einwände wird es eine zweite Beteiligungsrunde geben.

Jüngste Umfragen auf Bundesebene haben ergeben, dass die Mehrheit der Deutschen gegen eine weitere „Verspargelung“ der Landschaft ist.

Kommentare (1)

Sehr geehrer Herr Andre Gross, Sie erwähnen in Ihrem Artikel"jüngste Umfragen auf Bundesebene", denen zu Folge eine Mehrheit der Deutschen gegen eine "Verspargelung" der Landschaft sei. Leider benennen Sie keine Quelle, die man als interessierter Leser selber nachprüfen kann. Bekannt sind seit vielen Jahren die jährlichen, repräsentaiven Umfragen von bundesweit rund 3.800 Personen des renommierten Instituts TNT infratest zur Akzeptanz von erneuerbaren und fossilen Energien (zuletzt aus dem Jahr 2012), deren Ergebnisse und Methoden transparent und nachvollziehbar sind. Die Ergebnisse belegen, dass 61 % der befragten Bürger Windenergie als Stromerzeugung in ihrer Nachbarschaft "sehr gut bzw. gut" finden; Bürger mit Vorerfahrung, d.h. mit Anlagen in ihrer Nachbarschaft, finden das sogar zu 73 %. Die Akzeptanz der Windenergie wird lediglich von der Photovoltaik übertroffen. Die Zustimmungswerte von Atom- und Kohlekraftwerken liegen dagegen im einstelligen Bereich. Quelle: http://www.unendlich-viel-energie.de/de/panorama/akzeptanz-erneuerbarer-energien.html Mit freundlichen Grüßen Bernd Zeidler