EINSATZ AUF DEM TRUPPENÜBUNGSPLATZ

Seenplatten-Brandschützer helfen bei Lübtheener Großbrand

Zahlreiche Feuerwehrleute aus den Gemeinden der Seenplatte kämpfen derzeit bei Lübtheen gemeinsam mit den dortigen Einsatzkräften gegen die Flammen. Der erweiterte Löschzug des Landkreises ist seit Wochenbeginn im Einsatz, um den großflächigen Waldbrand unter Kontrolle zu bringen.
Robin Peters Robin Peters
Trebs liegt ganz nah an dem verheerenden Waldbrand und ist bereits evakuiert worden. Feuerwehrleute aus der Seenplatte sorgen dafür, dass die Flammen nicht auf das Dorf übergreifen.
Trebs liegt ganz nah an dem verheerenden Waldbrand und ist bereits evakuiert worden. Feuerwehrleute aus der Seenplatte sorgen dafür, dass die Flammen nicht auf das Dorf übergreifen. Thomas Junge
Die Hubschrauber mit Löschwasser lassen sich aus dem benachbarten Trebs gut erkennen.
Die Hubschrauber mit Löschwasser lassen sich aus dem benachbarten Trebs gut erkennen. Thomas Junge
Trebs.

Im Kampf gegen den verheerenden Waldbrand auf dem Gelände eines ehemaligen Truppenübungsplatzes bei Lübtheen (Ludwigslust-Parchim) greifen seit Wochenbeginn auch zahlreiche Feuerwehrleute der Mecklenburgischen Seenplatte den dortigen Einsatzkräften unter die Arme. Thomas Junge von der Feuerwehr Wesenberg befindet sich am Dienstag in Trebs – nur etwa einen Kilometer von den Flammen entfernt. Das Dorf gleicht einer Geisterstadt, denn die Häuser sind bereits evakuiert worden.

Junge ist nach eigener Aussage mit seinen Kameraden in einem speziellen Schlauchwagen unterwegs. Ihre Aufgabe: Das Dorf vor dem Feuer zu schützen und die Einsatzkräfte mit Wasser aus einem nahe gelegenen See zu versorgen. Dafür leiten die Feuerwehrleute das Löschwasser laut Junge über eine Strecke von rund drei Kilometern mitten durch den Wald in große, zentrale Wasserbehälter. Dass eine absolute Ausnahmesituation vorherrscht, ist dem freiwilligen Helfer vor Ort zufolge deutlich zu spüren. „Es ist alles ein bisschen schwierig hier – wir bekommen laufend neue Angaben“, so Junge.

42 Kameraden aus der Seenplatte

Lebensgefahr allerdings offenbar nicht: „Wir sind hier recht sicher“, sagt Junge. Mit Traktoren sind seinen Ausführungen zufolge große Schneisen geschlagen worden, die ein Überschlagen der Flammen verhindern sollen. Außerdem würden mittlerweile Wasserwerfer und Löschpanzer gegen die Flammen vorgehen.

Thomas Junge sowie ein weiterer Kamerad aus Wesenberg gehören zum erweiterten Löschzug des Katastrophenschutzes des Landkreises, der in der Nacht zum Montag hinzugezogen wurde. Laut Kreisbrandmeister Norbert Rieger unterstützen insgesamt 42 Feuerwehrleute aus der Seenplatte die Einsatzkräfte bei Lübtheen – unter anderem aus Blankensee, Demmin, Werder und dem Stargarder Land. Der Löschzug setze sich aus Kameraden verschiedener Wehren des Landkreises zusammen, die sich freiwillig im Katastrophenschutz engagieren. Helfen wollen laut Rieger aber noch mehr: „Es gibt viele Freiwillige, die mit wollen“, so Rieger. Der Katastrophenschutz schicke aber nur Helfer, die auch angefordert werden. „Sonst gibt es Chaos.“

Nachbar-Wehren füllen Lücken

Der Arbeitgeber habe die Helfer für den Krisen-Einsatz grundsätzlich freizustellen – und werde dann sogar vom Landkreis darüber informiert. „Wir versuchen, auch die Interessen der Arbeitgeber zu berücksichtigen“, so Rieger. Da die Feuerwehrleute des Löschzugs im Notfall aber nicht nur auf der Arbeit, sondern auch beim Löschen von Bränden in der eigenen Heimat fehlen, helfen sich die benachbarten Feuerwehren laut Rieger während der Krisensituation gegenseitig. So auch im Amt Woldegk: „Wir unterstützen die Ausfälle der umliegenden Wehren“, sagt Frank Thude, Wehrführer von Woldegk. Denn vier Feuerwehrleute aus Rehberg sowie drei Kameraden aus Hinrichshagen sind laut Thude ebenfalls Teil des erweiterten Löschzugs des Katastrophenschutzes.

Einsatz bis zum Wochenende

Das Risiko eines Feuers bleibt nämlich auch in der Seenplatte weiterhin hoch. Die Waldbrandzentrale in Mirow hat noch am Dienstagabend die höchste Waldbrand-Gefahrenstufe für die Region ausgeschrieben. Gebannt ist die Gefahr bei Lübtheen derweil noch lange nicht: „Das Feuer ist noch an“, sagt Thomas Junge in Trebs. Der Löschzug plane seinen Einsatz zunächst bis zum Wochenende.

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