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Seil statt Säge zum Bäumefällen

Revierförster Ralf Pauli kann erklären, warum im Nationalpark öfter Bäume im Weg liegen.
Revierförster Ralf Pauli kann erklären, warum im Nationalpark öfter Bäume im Weg liegen.
Anett Seidel

Im Nationalpark dürfen Bäume auf dem Weg liegen. Da wird eher ein Wanderweg umgeleitet als der Baum aus dem Weg geräumt. Ziel ist, den Wald so aussehen zu lassen, als hätte es die Natur getan. Um das zu erreichen, wurde eine eigene Technik entwickelt.

Zuletzt waren es die Herzwolder (Gemeinde Wokuhl-Dabelow), die sich nicht mit den Methoden des Nationalparkamtes anfreunden wollten. Ein Trampelpfad durch den Wald war plötzlich nicht mehr nutzbar. Bäume lagen kreuz und quer, wo sich zuvor ein Pfad schlängelte. Doch was chaotisch anmutet, ist im Nationalpark nicht anders gewollt.

Fakt ist, dass nicht Wind und Wetter die Bäume zu Fall gebracht haben, sondern eine spezielle im Nationalpark entwickelte Methode, wo Seile per Katapult in Baumkronen geschossen werden, um diese maschinell umzureißen. Tatsächlich dürfen im Nationalpark Bäume im Weg liegen, bekräftigt Revierförster Ralf Pauli. Schon mancher Wanderweg wurde deshalb umgeleitet, denn im Schutzgebiet soll alles so natürlich wie möglich sein. Wenn Bäume absterben, dürfen sie fallen und werden auch nicht beräumt. „Es kann auch zumutbar sein, sie zu übersteigen, zu umgehen oder im Einzelfall mit einem Übersteig zu versehen“, gibt der Leitfaden des Nationalparks vor.

Allerdings ist es nicht im Interesse des Nationalparks, einen komplett unbegehbaren Urwald zu schaffen. Ihrer Verkehrssicherungspflicht kommen die Verantwortlichen bei akuten Gefahren nach. Aber auch in diesem Fall gilt: Die Gefahren müssen so beseitigt werden, dass ein natürliches Bild entsteht. Auf die Motorsäge soll deshalb so weit wie möglich verzichtet werden.