SCHLIEßUNG IN NEUSTRELITZ

Selbsthilfegruppe sucht händeringend neue Bleibe

Die Kritik am geplanten Aus für die DRK-Familienbildungsstätte in Neustrelitz bewegt reißt nicht ab. Die Osteoporose-Gruppen finden im Stadtteil bislang nichts Neues.
Viele Kurse aus dem Kiefernheidetreff müssen sich neue Räume suchen. Die DRK-Familienbildungs-stätte in dem Hau
Viele Kurse aus dem Kiefernheidetreff müssen sich neue Räume suchen. Die DRK-Familienbildungs-stätte in dem Haus wird schließen, hieß es kürzlich. Tobias Lemke
Neustrelitz.

In einem Fitnessstudio hat Kerstin Klei schon angefragt, und in einem Gesundheitszentrum im Stadtteil auch. „Die sind aber alle rappelvoll und können uns nichts anbieten“, sagt die Neustrelitzerin, die sich ehrenamtlich um die Osteoporose-Selbsthilfegruppen in Kiefernheide kümmert. Bislang konnte sie mit ihren 45 Mitgliedern, aufgeteilt auf mehrere Gruppen, die Räume in der DRK-Familienbildungsstätte nutzen. Seitdem das Deutsche Rote Kreuz die Schließung der Einrichtung verkündet hat, soll damit an diesem Ort nun Schluss sein.

„Das war für uns ein harter Schlag ins Gesicht“, reiht sich auch Klei in die Reihe der vielen kritischen Stimmen zum Umgang des DRK mit dem Treff ein. Auch sie bemängelt vor allem die Art und Weise und denkt, dass die Geschäftsleitung beim DRK wohl völlig überrascht war, wie viele Betroffene es am Ende gibt. Der 55-jährigen Ehrenamtlerin ist nun aber der Blick nach vorne wichtig und sie will sichergehen, dass „ihren Omis und einem Mann“, wie sie die Teilnehmer ihrer Kurse liebevoll nennt, demnächst nicht ohne eine Bleibe dastehen.

Andere Stadtteile für Osteoporose-Patienten keine Option

Demnach sollen nochmals Gespräche zwischen der Stadt und dem DRK stattfinden. Kerstin Klei hat vorgeschlagen, dass die Osteoporose-Gruppen künftig nur am Vormittag im Haus sind. Der Jugendclub, der in den Kiefernheidetreff einziehen soll, werde sicher eher in den Nachmittagsstunden besucht. „Wir wüssten nicht, wo sonst hin. Ein Domizil in einem anderen Stadtteil würde uns nicht weiterhelfen“, betont Klei. Der Großteil ihrer Kursteilnehmer komme aus Kiefernheide. Aufgrund ihrer Beschwerden seien weite Wege oder Fahrten mit dem Bus keine Option. Bei den Treffen der Osteoporose-Selbsthilfegruppen wird die Beweglichkeit trainiert und geht es auch um Dinge wie die Sturz-Prophylaxe.

Offenbar spielte das DRK auch gegenüber der Stadt nicht mit offenen Karten. So hatte der Kreisverband gegenüber der Stadt lediglich von einem Kurs gesprochen, der noch keine Alternative gefunden haben soll. „Diese Aussage kann nach meinen Gesprächen am 15.  Juni so nicht stimmen“, erklärte Bürgermeister Andreas Grund. Neben Kerstin Klei haben sich nach Nordkurier-Informationen noch mindestens zwei weitere Kursleiterinnen beim Bürgermeister beklagt. Zwischen der Stadt und dem Geschäftsführer des DRK konnte urlaubsbedingt noch kein Gespräch stattfinden. Vereinbart sei dies aber für die Woche ab dem 20. Juli, heißt es aus dem Rathaus. „Parallel prüfen wir durch unser Amt für Bildung und Soziales, ob Kursangebote am Vormittag auch in den bisher genutzten Räumen verbleiben können. Dazu gibt es derzeit noch keine Aussage aufgrund des notwendigen Abstimmungsbedarfs“, sagt Grund.

Seniorenrat kritisiert Vorgehen des DRK

Die Schließung des Familienbildungszentrums in Kiefernheide war zuletzt auch Thema beim Neustrelitzer Seniorenrat. Das Aus der Einrichtung sei mit großem Befremden zur Kenntnis genommen worden, meldete sich Ingrid Sievers, Sprecherin des Seniorenrates, gegenüber dem Nordkurier zu Wort. Das Zentrum gehöre zum Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens, nicht nur des Stadtteils Kiefernheide, sondern von ganz Neustrelitz. Der Seniorenrat wies nochmals darauf hin, dass zahlreiche Kurse und Sportangebote, besonders für die ältere Generation und Erkrankte stattfinden, die den ebenerdigen Zugang des Zentrums schätzten. „Die Senioren verstehen natürlich, dass das DRK seit Langem Raumnot hat wegen des Rechtsanspruchs auf Kita und Hort. Befremdlich ist, dass man nicht miteinander gesprochen hat“, so Sievers.

Der Seniorenrat fordert, dass sich alle Beteiligten an einen Tisch setzen, um eine Lösung zu finden. „Wir sind gerne mit dabei, denn mindestens die Hälfte der Neustrelitzer sind oder werden bald Senioren. Es geht uns alle an“, endet die Mitteilung des Seniorenrats.

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