Tierschutz

Seltene Mopsfledermaus bei Neustrelitz beringt

Ungewöhnlichen Besuch gab es gerade auf dem Gelände der früheren Munitionsanstalt Strelitz. Dort sind seit Jahren Fledermäuse heimisch.
Marlies Steffen Marlies Steffen
Die Ähnlichkeit mit der gedrungenen Nase der Hunderasse Mops hat der Mopsfledermaus ihren Namen gegeben.
Die Ähnlichkeit mit der gedrungenen Nase der Hunderasse Mops hat der Mopsfledermaus ihren Namen gegeben. Anne Petzold
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Feldberg.

Fledermausschützer haben sich in Fürstensee zu ihrem Sommercamp getroffen. Das Wetter war leider wenig sommerlich, aber die Fledermausschützer trotzten den kühlen Temperaturen mit Wind und Schauern. Unterstützung fanden sie dabei bei der Bundes- und Landesforstbehörde. Die untere Naturschutzbehörde des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte erteilte die entsprechende Fanggenehmigung, wie die Leiterin des Naturparks Feldberger Seenlandschaft Anne Petzold mitteilte.

Mit Einbruch der Dämmerung wurden zunächst die Netzfangstandorte im Wald aufgesucht. Zum Fang der kleinen nächtlichen Jäger kamen sogenannte Hochnetze zum Einsatz, die bis in eine Höhe von neun Metern gespannt werden können. Verletzungsgefahr besteht bei den Fledermäusen in der Regel nicht, wenn sie in das Netz fliegen. Bei dem verwendeten Material handelt es sich um Puppenhaarnetz mit sehr dünner Fadenstärke. „Man muss schnell sein, sonst hat man am Ende der Nacht große Löcher im Netz“, so Anne Petzold, denn „wenn die Fledermäuse ins Netz gehen, fangen sie in der Regel sofort an, das Netz zu zerbeißen.“

Charakteristisch sind Nase und die breiten Ohren

Besonderes Augenmerk wurde in diesem Jahr auf die Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus) gelegt. Ihren deutschen Namen verdankt die Fledermausart mit dem seidig-silbrig glänzenden schwarzen Fell ihrer gedrungenen Nase, die an jene der Hunderasse „Mops“ erinnert. Charakteristisch sind auch die breiten Ohren, die auf der Mitte der Nase miteinander verbunden sind. Aufgrund dieser typischen Merkmale ist die Mopsfledermaus mit keiner anderen Fledermausart in Deutschland oder Mitteleuropa zu verwechseln.

In Mecklenburg-Vorpommern gehört die Mopsfledermaus zu den seltenen Arten und steht wie alle Fledermausarten unter strengem Schutz. Gerade hinsichtlich der Verbreitung von Wochenstuben, die sich im Wald hinter abstehender Baumborke oder in Baumzwieseln befinden können, bestehen noch große Wissenslücken. Angestrebtes Ziel des Fledermauswochenendes war somit, Weibchen der Mopsfledermaus zu fangen, diese mit einem kleinen Kurzzeitsender auszustatten und darüber die Quartierstandorte der Wochenstuben herauszufinden. Die Fangplätze in Fürstensee wurden dazu ganz bewusst gewählt. „Die alten Gebäude und Bunker der ehemaligen Lufthauptmunitionsanstalt Strelitz, welche teilweise bereits für Fledermäuse optimiert wurden, beherbergen nunmehr die größte, bekannte Überwinterungspopulation der Mopsfledermaus in Mecklenburg-Vorpommern“ teilte Klaus Reimers, Leiter des Funktionsbereiches Naturschutz im Bundesforstbetrieb Vorpommern-Strelitz, mit. Wo sich die Tiere im Sommer aufhalten, ist noch unklar.

Ausschließlich Männchen beringt

Insgesamt wurden in den zwei Fangnächten sieben Fledermausarten gefangen, darunter auch fünf Mopsfledermäuse. Bei den „Möpsen“ handelte es sich allerdings ausschließlich um Männchen. Aber auch das ist ein gutes Ergebnis, denn es zeigt, dass Mopsfledermäuse auch im Sommer einen geeigneten Lebensraum in bzw. in der Umgebung der ehemaligen Lufthauptmunitionsanstalt Strelitz finden. Die gefangenen Mopsfledermäuse wurden vermessen, gewogen und mit einer Armklammer markiert. „Wenn wir Glück haben, finden wir die beringten Tiere im Winter in einem der Quartiere in der Muna wieder“, so Anne Petzold im Hinblick auf die nächste Winterquartierkontrolle. Über etwaige Funde können Informationen zu Entfernungen zwischen dem Sommer- und Winterlebensraum sowie zur Stetigkeit der Quartiernutzung abgeleitet werden. Was das Vorkommen von Wochenstuben, das sind Quartiere, in denen die Weibchen ihre Jungen zur Welt bringen und aufziehen, betrifft, bleiben die Fledermausschützer dran, sagt Naturparkleiterin Anne Petzold.

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