Eiszeit-Findling

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Seltener Uppsala-Granit in Neustrelitz entdeckt

Bei Bauarbeiten im Neustrelitzer Schlossgarten wurde dieser Findling ausgegraben.
Bei Bauarbeiten im Neustrelitzer Schlossgarten wurde dieser Findling ausgegraben.
Susanne Böhm

Im Schlossgarten von Neustrelitz wurde ein besonderer Findling ausgegraben: Der Riesen-Klops aus Stein hat eine mehr als 700 Kilometer lange Reise hinter sich. Es gibt schon Vorschläge, wo er jetzt bleiben und welchen Namen er bekommen soll.

Ein nicht besonders großer, aber auffallend schöner Findling wurde jetzt bei den Bauarbeiten auf der Mittelachse des Schlossgartens ausgegraben: ein Uppsala-Granit, den die Eiszeit aus der jetzigen Provinz Uppland in Zentralschweden ins heutige Neustrelitz gebracht hat.

In seiner längsten Stelle hat der Stein einen Umfang von 3,35 Metern, sein Durchmesser liegt bei einem Meter. „Der Findling ist gut erhalten, ohne Frostrisse oder Abspaltungen, obwohl er mehr als 700 Kilometer im Eis zurückgelegt hat“, beschreibt Erwin Hemke vom Naturschutzbund Deutschland (NABU) den Stein. „Uppsala-Granite kommen bei uns zwar verbreitet, aber immer nur in geringer Anzahl vor. In den Findlingsgärten in Prälank und Wesenberg gibt es bislang noch keinen.“

Früher zu Schotter zerschlagen

Dass bei Erdarbeiten im Stadtgebiet von Neustrelitz Findlinge gefunden werden, sei nicht ungewöhnlich. Vor Jahrzehnten seien die Steine jedoch häufig zu Schotter zerschlagen und zur Fundamentgründung oder im Straßenbau verwendet worden. Heutzutage werde mit solchen Fundstücken nicht mehr so rigoros verfahren. Stattdessen würden sie häufig zur Gestaltung von Freiflächen genutzt. Für den Uppsala-Granit schlägt Erwin Hemke die Schlosskoppel vor. „In der im Aufbau befindlichen Erholungslandschaft könnte er am Hauptweg auf einer freien Stelle liegen.“

Einen Namen für den Stein hat sich der Naturschützer auch schon einfallen lassen: Paul-Göbeler-Stein. Paul Göbeler (1855 bis 1943) war 35 Jahre lang in Neustrelitz als Lehrer tätig, berichtet Erwin Hemke. Neben seinen Verdiensten als Lehrer habe er sich für den Tierschutzverein eingesetzt und es verstanden, Menschen für die Natur zu begeistern. Da seine Grabstätte auf dem Friedhof etwas untergehe, könne er mit einer Inschrift auf dem Findling gewürdigt werden.

Kommentare (1)

Einfach liegenlassen! Und nicht bearbeiten! Er ist zu schön für einen Friedhof. Der Schlossgarten ist der ideale Ort.