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Senioren fühlen sich vom Vermieter getäuscht

Im betreuten Wohnen in der Marienstraße gibt es zwar einen Gemeinschaftsraum. Wenn der Rubel aber nicht rollt, bleibt die Tür für die Hausbewohner verschlossen. Foto: A. Dittmar, M. Müller / Montage: H. Ackermann
Im betreuten Wohnen in der Marienstraße gibt es zwar einen Gemeinschaftsraum. Wenn der Rubel aber nicht rollt, bleibt die Tür für die Hausbewohner verschlossen.
A. Dittmar, M. Müller / Montage: H. Ackermann

Als die Senioren in die Marienstraße zogen, freuten sie sich auf viele gesellige Stunden in einem gemütlichen Gemeinschaftsraum. Aber daraus  wird nun  nichts.

Als das Wohnhaus in der Marienstraße 2/2a eingeweiht wurde, klang immer noch das Versprechen von einem offenen Gemeinschaftsraum nach. Für die Senioren in dem betreuten Wohnprojekt sieht die Realität allerdings anders aus. „Wir können den schönen Raum zwar gemeinsam nutzen, müssen dafür aber an die Volkssolidarität Miete bezahlen“, ärgern sich die Hausbewohner. Zehn Euro kostet die Stunde in dem Kellerraum.

Pro Monat bezahlen sie bereits 20 Euro Betreuungsgeld. „Eigentlich dachten wir, dass der Raum damit bezahlt ist“, sagt eine Senioren. Ihre Namen wollen sie nicht in der Zeitung, sie befürchten Konsequenzen durch den Vermieter. Einmal in der Woche nutzen sie den großen Raum im Keller nun für gemeinsamen Sport und Kaffeeklatsch, die Miete haben sie „unter Protest akzeptiert.“ Vom Hörensagen wissen sie aber, dass es in anderen Häusern offene Gemeinschaftsräume gibt.

Wenig Chance auf Änderung

Die Wohnungen seien nicht groß genug, um sich mit mehreren dort einzufinden oder einen Geburtstag zu feiern. Der Gemeinschaftsraum hingegen wurde mit einem großen Tisch, Fernseher und Küche ausgestattet. „Bei einer privaten Veranstaltung sehen wir das ja alles ein, aber es wäre doch schön, wenn wir nicht immerzu zur Kasse gebeten werden“, erklären die Senioren.

Bei der Volkssolidarität kann man die Enttäuschung nachvollziehen. Chancen, die bestehende Situation zu ändern, sieht man dort aber auch nicht. „Wir zahlen jeden Monat 403 Euro Miete an die neuwo“, so Bert Gentzow von der Volkssolidarität Neubrandenburg-Neustrelitz. Mit der Betreuungspauschale könne das weder verrechnet noch gedeckt werden.

„Absolutes Unverständnis“ für das Anliegen der Senioren äußert hingegen Martin Mittmann von der Neustrelitzer Wohnungsgesellschaft gegenüber dem Nordkurier. Auch er rechtfertigt mit den Betriebs- und Heizkosten die Miete für die Volkssolidarität. Er sieht im niedrigen Wohnpreis und der zehnjährigen Mietpreisbindung genügend Entgegenkommen seitens der neuwo.