Stadtentwicklung

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Sieben Woldegker bringen ihren Kulturpark in Form

Scherben sorgen immer wieder für Ärger auf dem Gelände des Woldegker Kulturparks.
Scherben sorgen immer wieder für Ärger auf dem Gelände des Woldegker Kulturparks.
Marlies Steffen

Ein altes Veranstaltungsfoto war der Auslöser. Jetzt hat sich ein Team auf den Weg gemacht, um die einst angesagte kulturelle Adresse wiederzubeleben.

Es ist gerade ein bisschen wie bei den Musketieren. Jenem Quartett forscher Soldaten, die im Frankreich des Schriftstellers Alexandre Dumas für die Gerechtigkeit einstanden und bei denen das Motto galt: „Einer für alle – alle für einen“. In Woldegk geht es auch gerade um „Einen für alle“. Der Kulturpark soll aktiviert werden, noch liegt er tief im Dornröschenschlaf. Derzeit sieben Mühlenstädter möchten nach dem Motto „alle für einen“ die frühere Adresse für geselliges Zusammensein in ihrer Heimatstadt wiederbeleben. „Kulturzauber Woldegk“ heißt der in Gründung befindliche Verein. An diesem Sonnabend gibt es um 16 Uhr eine Informationsveranstaltung im Kulturpark, bei der die Frauen und Männer um Sandro Stresemann, Steffi und Steffen Dörnbrack sowie Michael Opitz Rede und Antwort stehen möchten über das, was sie vorhaben. Natürlich werden auch noch Mitstreiter gesucht.

Stadt hat die kleine Bühne reparieren lassen

Auslöser dafür, dass der Kulturpark überhaupt auf die Tagesordnung gekommen ist, war vor einigen Wochen André Dahlke. Der Woldegker postete in den sozialen Netzwerken ein altes Veranstaltungsfoto. Die Resonanz darauf zeigte: Die Wehmut darüber, dass an dem innerstädtischen und gut zu erreichenden Veranstaltungsort das Leben ruht, sitzt in der Mühlenstadt tief, beschreibt Sandro Stresemann. Allerdings hatte sich bisher auch niemand auf den Weg gemacht, etwas zu ändern. Der Kulturzauber will die sicher nicht anspruchslose Aufgabe jetzt stemmen. Die Unterstützung der Stadt hat er, sagt Bürgermeister Ernst-Jürgen Lode (SPD). „Wir sind froh darüber, wenn wir hier nicht mehr jeden Montag mit dem Müllwagen anrücken müssen“, verdeutlicht das Stadtoberhaupt.

Die Stadt hat zunächst das Toilettenhäuschen aktiviert, für Wasser und Stromanschluss gesorgt und Bänke aufgestellt. Einige Reparaturarbeiten hat es auch schon an der kleinen Bühne gegeben. Hier wird aber noch einiges getan werden müssen, bevor dort wieder Auftritte möglich sind. Auf dem Steinfußboden haben schon prominente Bands gestanden. „Die Puhdys waren hier, Karat und Pussycat, Micky Krause“, erinnert Sandro Stegemann. Doch seit 1990 ist das Leben im Kulturpark mehr und mehr zum Erliegen gekommen. Bis vor drei Jahren hat es dort noch Tanzveranstaltungen gegeben. Aber auch damit war dann Schluss.

Erste Veranstaltungen geplant

„Wir erfahren viel Resonanz auf unsere Idee, den Kulturpark wieder zu aktivieren“, verdeutlicht Steffi Dörnbrack. Dass das Thema mehr oder weniger Stadtgespräch sei, bekomme sie täglich in ihrem Blumengeschäft „Kornblume“ mit. Erste Vorstellungen über Veranstaltungen haben die Woldegker Kulturzauberer bereits. So soll es am 31. Oktober eine Halloween-Party geben, im Dezember einen Weihnachtsmarkt. Ideen gibt es noch mehr. „Sommernachtsball, Freilichtkino, vieles ist möglich“, meint Steffen Dörnbrack. Die Kulturzauberer wünschen sich derzeit, dass zuerst der Vandalismus auf dem Gelände aufhöre. Ein Anwohner habe neulich schon eine klare Ansage an Jugendliche gemacht, die dort abends Party machen wollten. „Wenn die sich hier treffen, sollen die auch anschließend ihren Müll mitnehmen“, bekräftigt Michael Opitz.