WEINANBAU

Sieht es so bald auch in Rattey aus?

Weiter südlich in Deutschland müssen manche Winzer ihre Rebstöcke schon mit Feuer schützen. Die Ratteyer sind da noch entspannt. Müssen sie auch – bei den hohen Zusatzkosten.
dpa
Zahlreiche kleine kontrollierte Feuer brennen in einem Weinberg zwischen den Rebstöcken im sächsischen Weinböhl
Zahlreiche kleine kontrollierte Feuer brennen in einem Weinberg zwischen den Rebstöcken im sächsischen Weinböhle. Weiter im Norden in Rattey sind die Winzer noch nicht so weit. Hier sind die Reben noch gar nciht ausgetrieben. ROBERT MICHAEL
Zahlreiche kleine kontrollierte Feuer brennen in einem Weinberg zwischen den Rebstöcken im sächsischen Weinböhl
Zahlreiche kleine kontrollierte Feuer brennen in einem Weinberg zwischen den Rebstöcken im sächsischen Weinböhle. Weiter im Norden in Rattey sind die Winzer noch nicht so weit. Hier sind die Reben noch gar nciht ausgetrieben. Sebastian Kahnert
Rattey ·

Der derzeitige Nachtfrost hat für den Weinanbau im Nordosten wohl noch keine Auswirkungen – im Gegensatz zum Weinanbau weiter südlich in Sachsen-Anhalt. „Unsere Reben sind noch im Winterschlaf”, sagte der Leiter des größten Weingutes in Mecklenburg-Vorpommern in Rattey, Stefan Schmidt, am Dienstag. Während Winzer im Saale-Unstrut-Gebiet ihre Weinblüten derzeit mit Paraffinkerzen-Feuer vor Frostschäden schützen, können die Ratteyer ihre Kerzen und anderen Schutzmittel noch im Depot lassen.

Pflanzen noch nicht ausgetrieben

Grund sei die im Vergleich zu den Vorjahren sehr kalte Witterung seit Ende Februar, sagte Schmidt: „Die Pflanzen haben noch gar nicht ausgetrieben.” Doch allzu weit lege man die Paraffinkerzen nicht weg. 2020 hatten die Ratteyer Mitte Mai bei den „Eisheiligen” die Kerzen erstmals anzünden müssen. Damals waren die Weinreben durch wärmere März- und Apriltage deutlich weiter.

Wenn die Sonne tagsüber höher steige, könnten in den nächsten Wochen die Knospen langsam aufgehen, erläuterte Schmidt. Dann werde es zu den „Eisheiligen” ab 11. Mai wieder eng. Doch auch die Kosten seien „nicht ohne.” Man brauche 400 Kerzen pro Hektar, eine spielzeugeimergroße Kerze brenne etwa acht Stunden und koste zehn Euro. Auf dem Weingut Rattey wachsen auf fünf Hektar Weinreben, die seit mehreren Jahren Wein liefern. Die Winzer bräuchten also maximal 2000 Kerzen pro Frostnacht, um die dann ausgetriebenen Reben zu schützen – das entspricht Kosten von etwa 20.000 Euro.

Auf weiteren acht Hektar wurden Reben angebaut. Sie sollen 2023 erntereif sein.

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