Bildung
So digital geht Schule in Blankensee

Nicht nur Smartboards, sondern auch PCs kamen nach Blankensee. Schulleiter Heiko Djalek (dritter von rechts) präsentiert Gästen den neuen Computerraum.
Nicht nur Smartboards, sondern auch PCs kamen nach Blankensee. Schulleiter Heiko Djalek (dritter von rechts) präsentiert Gästen den neuen Computerraum.
Martina Schwenk

Eine Schule auf dem Land zeigt es allen, wie Digitalisierung funktioniert. Doch fast wäre das Projekt in die Hose gegangen. Denn die MSC Zoe, die im Januarsturm Container verlor, hatte auch die Blankenseer Technik geladen.

Digitales Klassenbuch, digitale Stunden- sowie Vertretungspläne gehören in der Regionalen Schule mit Grundschule in Blankensee bereits zum Alltag. Das war den Lehrern um Schulleiter Heiko Djalek aber längst nicht genug. Hartnäckig blieben sie in Sachen Digitalisierung am Ball – mit Erfolg. Aus dem Strategiefonds des Landeshaushaltes flossen inzwischen rund 135 000 Euro für die Digitalisierung der Schule in die Gemeinde. Die Früchte dieses Engagements durfte das Lehrerkollegium kürzlich ernten.

Ab sofort stehen für den Unterricht in Blankensee zwei Smartboard zur Verfügung. „Damit eröffnen sich uns völlig neue Möglichkeiten“, sagt Djalek und demonstriert bei der Übergabe, wie die Technik funktioniert. Mit wenigen Klicks verbindet sich sein Tablet mit dem großen Bildschirm an der Wand. Neben der Wiedergabe von Präsentationen und Unterrichtsmaterial funktioniert das Smartboard als interaktive Tafel. Was früher mit Kreide auf grünem Grund geschrieben wurde, kann heute auf dem Touchscreen eingegeben werden. Natürlich ohne Kreide.

Klassensätze Notebooks auf dem Technikwagen

Weiter gab es für jedes der beiden Stockwerke einen Technikwagen. In denen wird je ein Klassensatz Notebooks aufbewahrt. Die werden bereits eifrig genutzt. Auch der Computerraum wurde im Rahmen der Modernisierung auf den neuesten Stand gebracht. „Zu Anfang hatten ein paar Lehrer noch Scheu vor den Neuerungen, doch die haben sie inzwischen verloren“, berichtet Djalek. Die Schüler seien von den Möglichkeiten begeistert, und auch seitens der Eltern hätte es vor allem positive Rückmeldungen gegeben.

Für Schüler soll der Unterricht nun aktiver, anschaulicher und spielerischer werden. Lehrer können zudem leichter auf früheren und neuen Unterrichtsstoff zugreifen. Ganz nebenbei ergibt sich ein weiterer Vorteil. „Wir können den Unterricht mit dem Tablet aus der hinteren Reihe steuern und gleichzeitig sehen, was die Schüler so machen“, sagt Armin Hönig, stellvertretender Schulleiter, mit einem Schmunzeln.

Lehrer wurden nach dem Aufbau intensiv geschult

An sich sei die Realisierung des Projekts Digitalisierung gut gelaufen, meint Djalek. Die Gemeindemitglieder konnten überraschend schnell von dem Vorhaben der Lehrer überzeugt werden, Fördergelder standen zur Verfügung. Ganze 2,4 Kilometer Kabel verlegten Techniker in der Schule, um eine komplette Wlan-Abdeckung zu ermöglichen. Trotzdem stand das Projekt kurz davor, im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser zu fallen. „Unsere Geräte-Lieferung wurde mit der havarierten MSC Zoe verschifft“, erzählt Djalek. Bei einem Sturm im Januar kamen dem Schiff einige Überseecontainer abhanden. Die Lieferung für Blankensee blieb glücklicherweise an Bord.

Nach dem Aufbau bekam die Lehrerschaft Ende Januar eine intensive Einführung in das neue System. „Jetzt haben wir hier die modernste Schule in Mecklenburg-Vorpommern, und das in einer ländlichen Region“, betont Vincent Kokert, Landesvorsitzender der CDU. Mit diesem Alleinstellungsmerkmal will Heiko Djalek auch pädagogischen Nachwuchs anlocken. Auf der Messe für angehende Lehrer in Rostock stellte er am kleinen Stand der Blankenseer Schule das digitale Konzept vor. „Einige Namen von Interessenten habe ich mir notiert. Vielleicht können wir ein paar von ihnen irgendwann bei uns begrüßen“, sagt Djalek.

Noch soll nicht Schluss sein mit der Aufrüstung. Am liebsten würden die Lehrer in Blankensee weitere Geräte anschaffen. Ein Förderantrag dafür muss noch geprüft werden. „Unser Ziel ist es, alle Unterrichtsfächer mithilfe der Technik zu unterrichten“, sagt Hönig. Eines, so ergänzt Djalek, wird aber nie wegfallen: das analoge Arbeiten und Lernen als Ergänzung zur Digitalisierung.