Katja Belz (links) und Karen Kuhlmann haben im Frühsommer in Conow einen Hofladen aufgemacht. Jetzt steht erst einmal die
Katja Belz (links) und Karen Kuhlmann haben im Frühsommer in Conow einen Hofladen aufgemacht. Jetzt steht erst einmal die Winterpause an, aber im nächsten Frühjahr soll der Hofladen wieder öffnen. ZVG
Regionalität

So hält sich dieser Hofladen in der Seenplatte über Wasser

Am Rande der Feldberger Seenlandschaft startete im Frühsommer ein „Testballon” – ein lokales Verkaufsangebot mit Obst und Gemüse von der eigenen Scholle und mit noch mehr.
Conow

Nach der Saison ist vor der Saison: Für Katja Belz und Karen Kuhlmann aus Conow steht fest, sie machen im kommenden Frühjahr ihren Hofladen wieder auf. Das etwas abseits von der Ortsdurchfahrt in der Conower Walter-Gotsmann-Straße gelegene lokale Verkaufsangebot war in diesem Frühsommer als „Testballon“ gestartet. Nach dem Prinzip: Säen, ernten, verarbeiten und verkaufen. Mit Obst und Gemüse von der eigenen Scholle im Sortiment, mit selbst gemachten Suppen, mit Pesto und Marmelade und mit selbst komponierten Tees aus diversen Kräutern. Natürlich auch selbst geerntet.

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Kurze Wege für die Produkte

Es gilt das Prinzip: Kurze Wege für Produkte, die um die Ecke gewachsen sind! Katja Belz und Karen Kuhlmann bekennen sich zu „Null-Lösungen“ – Ideen also, deren Umsetzung nichts kostet. „Mit dem Angebot konnten wir punkten“, sagt Karen Belz, auf die Saison zurückblickend. Tomaten, Bohnen, Salat, Kartoffeln, Suppen und Pestos – das sei bei jenen gut gegangen, die sich während des Urlaubs selbst versorgen wollen. Tee beispielsweise und Marmelade seien vor allem als Urlaubssouvenir gefragt gewesen.

Der sehr trockene Sommer hat den beiden Frauen aus Conow allerdings auch einiges abverlangt. Über zu wenig Bewegung konnten sie sich wahrlich nicht beklagen. Das Prinzip auf dem 1500 Quadratmeter großen Grundstück: Die Pflanzen bekommen kein Wasser aus dem Schlauch, „das ist zu kalt“, befindet Katja Belz.

15 Regentonnen helfen bei der Bewässerung

Auf dem Gelände stehen also immerhin 15 Regentonnen. Wegen des ausbleibenden Regens mussten die Tonnen zweimal mit Leitungswasser nachgefüllt werden. Anschließend wurde das über Nacht auf Temperatur gebrachte Wasser mit der Gießkanne zu den Pflanzen getragen! „Ich habe mir fast einen Wolf gelaufen“, blickt Katja Belz auf die Mühen zurück. Die Pflanzen müssen sich bei so viel Aufmerksamkeit sehr wohl gefühlt haben. Vor allem habe es viele Tomaten gegeben. „Jetzt haben wir immer noch Zucchini, Rote Bete, Tomaten, Salat, mediterrane Kräuter und mehr“, sagt Katja Belz. Die kommenden Wochen, in denen der Laden geschlossen hat, sollen nun zum Einlagern, Trocknen und Verarbeiten genutzt werden. Damit sich die Vorratsschränke füllen.

Kiosk auf einem Campingplatz betreut

Noch bis Sonnabend, dem 1. Oktober, ist der Conower Hofladen geöffnet. Einkaufen kann man von 9 bis 17 Uhr. Auch ein Büchertauschregal steht zur Verfügung. Der Laden ist ausdrücklich ein Kommunikationsangebot. Und beim Einrichten im Frühsommer haben die beiden Frauen viele Mitmenschen unterstützt. Karen Kuhlmann und Katja Belz leben seit 2015 in Conow. Sie kommen eigentlich aus anderen Berufen, wollen sich aber Stück für Stück daraus zurückziehen. Etwas Verkaufserfahrung gab es. Mehrere Jahre betreuten die beiden Frauen den Kiosk auf dem Zeltplatz in Conow.

Eine wichtige Erfahrung für die neue Saison im Jahr 2023: Die Frauen aus Conow möchten sich besser vernetzen, damit von dem Hofladen mit den „Null-Lösungen“ und den kurzen Wegen noch mehr Menschen profitieren können. Und natürlich gibt es die Hoffnung, dass im nächsten Jahr über den Sommer mehr regnet.

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