GEHEIMNISVOLLE HÄUSER

So sieht es tatsächlich in der Neustrelitzer Parkvilla aus

Die Neustrelitzer Parkvilla hatte Noch-Besitzer Kai-Alexander Schlevogt am Wochenende für Besucher geöffnet – und die Neugier war groß. Hier sind die Bilder.
Tobias Lemke Tobias Lemke
Kurz vor 16 Uhr hatten sich am Sonnabend Hunderte Besucher vor dem Eingang zur Parkvilla versammelt. Fotos: Tobias Lemke
Kurz vor 16 Uhr hatten sich am Sonnabend Hunderte Besucher vor dem Eingang zur Parkvilla versammelt. Fotos: Tobias Lemke Tobias Lemke
Dass der imposante Bau in Neustrelitz auch als „Kleines Schloss” bezeichnet wird, kommt nicht von ungefähr.
Dass der imposante Bau in Neustrelitz auch als „Kleines Schloss” bezeichnet wird, kommt nicht von ungefähr. Tobias Lemke
Im Schneckentempo ging es in die obere Etage durch die Eingangshalle, die durch zwei sich gegenüberliegende Kamine mit große
Im Schneckentempo ging es in die obere Etage durch die Eingangshalle, die durch zwei sich gegenüberliegende Kamine mit großen Spiegeln darüber geprägt ist. Tobias Lemke
In einem der beiden unteren Eckzimmer sind Wandbemalungen erhalten.  Fotomontage: Tobias Lemke
In einem der beiden unteren Eckzimmer sind Wandbemalungen erhalten. Fotomontage: Tobias Lemke Tobias Lemke
Im Herrenzimmer sind Wandbespannungen erhalten.
Im Herrenzimmer sind Wandbespannungen erhalten. Tobias Lemke
Neustrelitz.

Mehr als 500 Anmeldungen hatte Kai-Alexander Schlevogt im Vorfeld per Mail erhalten. Darüber hinaus dürfte sicher noch der eine oder andere Gast ohne Ankündigung hinzugekommen sein, sodass sich am Samstagnachmittag eine riesige Menschentraube vor dem Eingang zur Parkvilla in Neustrelitz gebildet hatte.

Noch-Besitzer Schlevogt hatte zur öffentlichen Abschiedsfeier mit Rundgang eingeladen. 2003 hatte er das einstige Palais des Mecklenburg-Strelitzer Großherzogs erworben und wollte hier seine Business-School aufbauen. Die Pläne scheiterten. Schlevogt hat das geschichtsträchtige Haus nun wieder zurück an das Land verkauft. Heute werden die Schlüssel übergeben.

Aufgrund des großen Andrangs sei alles ein wenig chaotisch abgelaufen, befand nicht nur die Neustrelitzerin Sylvia Schoen. Dennoch fand sie es toll, dass Schlevogt den Neustrelitzern die Möglichkeit bot, ins Haus zu schauen. „Es wird immer so viel vom Schloss geredet, hier hätte man was zum Anpacken“, meinte sie. Mit dem Rückkauf würden viele Neustrelitzer nun hoffen, dass in und an der Parkvilla etwas passiert. Der Zustand des Gebäudes tue ihr leid, so Schoen.

Neue Heizung, neue Elektroanlagen

Dass er das Haus aber keineswegs verfallen lassen habe, betonte Schlevogt immer wieder im Gespräch mit den Besuchern. Neue Heizung, Löcher geflickt, neue Elektroanlagen, Fenster aufgearbeitet, alte DDR-Ölfarben von den Wänden geholt und einiges mehr – Schlevogt zeigt Vorher-Nachher-Bilder in einer Präsentation und wirbt um Verständnis. Über ihn und sein Wirken in Neustrelitz seien viele Gerüchte verbreitet worden. „Ich wollte noch mal aufklären und zeigen, dass ich sehr wohl ins Haus investiert habe“, erklärte Schlevogt gegenüber dem Nordkurier. Er sei eben kein Immobilienlöwe, sondern Wissenschaftler. Er habe immer mit offenen Karten gespielt. „Hier kommt auch kein anderer, der 10 Millionen mitbringt. Ich habe erst mal angefangen und wollte dann Schritt für Schritt vorangehen“, sagte Schlevogt.

Zwischen Verständnis und Zweifel

Ein jähes Ende hatte seine Business-School nach nur wenigen Wochen nach einer negativen Veröffentlichung in einem Nachrichtenmagazin gefunden. Warum er nicht dagegen vorgegangen sei, lautete eine Frage von den Besuchern. Er habe nach der englischen Devise „who cares“ (wenn interessiert‘s) gehandelt. Aus heutiger Sicht sei das vielleicht ein Fehler gewesen. Zudem wäre ein Prozess wohl ein teures Unterfangen geworden.

Zwischen Verständnis und Zweifel schwanken an diesem Tag die Ansichten über den Noch-Hausherren. Für Besucher Martin Blaczejewski, Mitglied im Residenzschlossverein und im Verein Kulturgut Mecklenburg-Strelitz, steht fest, dass die Parkvilla fast 20 Jahre vor sich hingerottet habe. Froh sei er jedoch darüber, dass die alte Bausubstanz größtenteils noch vorhanden sei. Besucher konnten Kamine, Stuck, Kronleuchter, Parkettböden und Wandbespannungen bewundern.

 

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