BERUFSMESSE IN NEUSTRELITZ

▶️So werben Arbeitgeber beim Löwenpitch um Azubis

Wie kann man Jugendlichen einen bestimmten Beruf schmackhaft machen? Bei der Veranstaltung im Leea haben das Verwaltungen und Unternehmen versucht.
Martina Schwenk Martina Schwenk
Wie wird Brot gemacht? Auch Unternehmen aus der Gastronomie waren beim Löwenpitch vertreten.
Wie wird Brot gemacht? Auch Unternehmen aus der Gastronomie waren beim Löwenpitch vertreten. Martina Schwenk
Bürgermeisterin Constance von Buchwaldt (links) und zwei ihrer Mitarbeiterinnen stellten sich den Fragen der Schüler
Bürgermeisterin Constance von Buchwaldt (links) und zwei ihrer Mitarbeiterinnen stellten sich den Fragen der Schüler.
Neustrelitz.

Berufsmesse für Jugendliche mal anders. Im Landeszentrum für erneuerbare Energien (Leea) in Neustrelitz hat am Donnerstag die Veranstaltung Löwenpitch stattgefunden, eine Art Messe für Nachwuchsgewinnung. Vorgestellt hat sich neben anderen regionalen Arbeitgebern auch die Verwaltung der Feldberger Seenlandschaft. Das Besondere dabei: Fragen werden beim Löwenpitch nicht direkt gestellt. Stattdessen sprach Feldbergs Bürgermeisterin Constance von Buchwaldt (SPD) vor 215 Schülern aus dem Umkreis Neustrelitz, die allesamt ihre Smartphones in der Hand hatten. Allerdings war genau das ausdrücklich gewünscht.

Zuhörer durften Fragen versenden

Über eine Onlineplattform konnten die Jugendlichen während der Vorträge ihre Fragen versenden, statt sich wie in der Schule zu melden. „So werden die Hemmnisse überwunden, in Kontakt zu treten, wie das bei klassischen Messen sonst der Fall ist“, erklärt Organisator Robert Gardlowski. Sein Unternehmen, die Marketingagentur zoneEINS, hat den Löwenpitch ins Leben gerufen.

Aber wie sich bei den Jugendlichen Gehör verschaffen? Die Verwaltung der Feldberger Seenlandschaft versuchte es mit Humor und warf vor der eigentlichen Vorstellung das Bild eines Faultiers an die Wand. „Nein, wir sind kein Zoo“, wurde sofort mit einem Schmunzeln klargestellt, und ja, die Kollegen würden auch gerne mal zusammen einen Kaffee trinken. Trotzdem gibt es viel zu tun, betonten die Bürgermeisterin und die Mitarbeiterinnen aus der Verwaltung.

 

 

Was bei einer Bewerbung wichtig wird

Als Constance von Buchwaldt das Thema Bewerbungen ansprach, wurde der Tonfall allerdings ernst. In Feldberg ist derzeit ein Platz für einen Auszubildenden frei. „Viele der eingehenden Bewerbungen fallen von Anfang an raus.“ Sie würden vor allem an mangelnder Rechtschreibung oder formalen Fehlern scheitern. So sind Lebensläufe oft nicht unterschrieben, sagte die Bürgermeisterin und rief die Jugendlichen zu mehr Sorgfalt bei ihren Bewerbungsschreiben auf.

In der anschließenden Runde konnte sich ein Zuhörer diese Frage nicht verkneifen: „Wie viele Faultiere haben Sie?“, las der Moderator vor. Constance von Buchwaldt reagierte, wie am Anfang der Veranstaltung, mit Humor und listete die Anzahl der Mitarbeiter in der Verwaltung auf. Ob es geklappt hat, die Jugendlichen zu erreichen? „Das werden wir sehen. Aber wir haben unsere Duftmarke gesetzt“, sagte Constance von Buchwaldt. Die gezückten Smartphones im Publikum zeigten derweil ihre Wirkung. Natürlich würden ein paar der Schüler auch Spiele spielen, statt zuzuhören, sagte Robin Sprengel, Moderator des Löwenpitch. Aber: „Es sind viele da, die richtig Bock haben und ernsthafte Fragen stellen.“

Ein Spiel zur Müllentsorgung

Am häufigsten wurde nach dem Gehalt gefragt und warum sich die Redner für den Beruf entschieden haben. Wer doch aus der digitalen Kommunikation ausbrechen wollte, konnte seine Fragen in den Pausen loswerden. Die Unternehmen hatten im Leea extra dafür Stände aufgebaut. Vertreten waren unter anderem die DLE GmbH, Bäcker Reinhold und die Steuerberatungsgesellschaft Hirsch aus Neustrelitz.

Für die Schüler war der ganze Tag interaktiv gestaltet worden. In der Pause am Vormittag gab es mehrere Workshop-Stationen. So war etwa ein Würfelspiel von Remondis vorbereitet worden. Auf das nächste Feld kam da nur, wer Fragen zur Müllentsorgung richtig beantworten konnte. Die Kunstschule vom Kunsthaus ließ die Schüler am Tablet kurze Imagefilme über Mecklenburg-Vorpommern zeichnen.

Auch hier zeigte sich die Affinität zur Technik bei den Jugendlichen. „Die haben einfach losgelegt, denen musste man nichts zeigen“, sagte Thomas Kowarik, der die Station betreute. Gegen Mittag wurde es köstlich – bei einer Kocheinlage. „Da werden alle noch nebenbei verköstigt“, sagte Robert Gardlowski.

Sei Aschenbrödel! - Dein personalisierbares Märchenbuch zum Film!

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Neustrelitz

zur Homepage