Landwirtschaft

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SoLaWi sucht noch neue Mitbauern

Markus Poland, Martin Meifert und Juliette Lahaine (von links) erklärten den Besuchern die Idee hinter SoLaWi.  
Markus Poland, Martin Meifert und Juliette Lahaine (von links) erklärten den Besuchern die Idee hinter SoLaWi.
Ulrich Krieger

Wer Ernteanteile bei der Solidarischen Landwirtschaft hat, wird zum Anpacken aufgerufen. Brunnen, Gerätehaus, Gewächshaus und Zaun sind entstanden.

Insgesamt 94 Mitbauern sind schon dabei. Die Gründer der SoLaWi, der Solidarischen Landwirtschaft in Klein Trebbow, wollen aber noch mehr Mitbauern ins Boot beziehungsweise auf den Hof holen. Um weitere Interessenten zu werben, aber auch um auf das allererste aufregende Jahr zurückzublicken, lud die SoLaWi des LandKulturHofes Klein Trebbow am Wochenende zu einer Infoveranstaltung ins Neustrelitzer Borwinheim ein. Gekommen waren fast 30 interessierte Teilnehmer.

Fünf Mitarbeiter, davon zwei im Freiwilligen Sozialen Jahr, sind in der SoLaWi beschäftigt. Sie konnten für das laufende Jahr 60 Prozent der zur Verfügung stehenden Anteile an die Mitbauern verkaufen und bewirtschaften dafür rund 50 Hektar Weide- und Wirtschaftsflächen.

Zweiter Ausgabetag wird in Erwägung gezogen

Gut drei Viertel der jetzigen Mitbauern kommen aus Neustrelitz, die übrigen aus der Region von Waren bis nach Feldberg. Wert legen die SoLaWi‘aner Juliette Lahaine, Markus Poland und Martin Meifert bei ihrer Arbeit auf einen energiesparenden Kreislauf, artgerechte Tierhaltung und ökologischen Anbau. Betont wurde gegenüber den Anwesenden aber auch, dass auf Umweltprobleme kein Einfluss genommen werden kann. Das habe das extrem trockene Wetter in diesem ersten Jahr gezeigt.

Der Slogan „Zusammenhalt in guten und in schlechten Zeiten“ habe sich bewährt, so die SoLaWi-Gründer. Es sei inzwischen eine sehr gute Gemeinschaft gewachsen, was sich vor allem in der Mitarbeit der 94 Mitbauern bei Arbeitseinsätzen gezeigt habe. Durch die verkauften Ernteanteile werden die Gehälter der Landwirte und die Kosten für Saatgut, Gerätschaften und mehr gesichert. Fallen besondere Aufgaben an, ruft die Solawi zu Arbeitseinsätzen auf.

Die Verteilung der Gemüse-, Fleisch- oder Molkereiprodukte erfolgte bisher immer an einem Freitag in Klein Trebbow. Ein zweiter Ausgabetag werde in Erwägung gezogen. Gewünscht sei auch ein Depot in Neustrelitz, zu dem die Mitbauern jederzeit Zugang hätten. Das werde sich aber so schnell nicht umsetzen lassen. Dennoch – im ersten Jahr wurde bei der SoLaWi sehr viel verwirklicht. Die vier Hektar Fläche, auf denen das Gemüse produziert wird, sind umzäunt, eine Erdmiete ist angelegt, Unterstellräume für die Gerätschaften sind aufgestellt und ein Gewächshaus brachte auch schon erste Ernteerfolge ein. „Die Grundstruktur steht, wozu auch ein neu gebohrter Brunnen gehört“, hieß es.

Zehn Gemüsesorten und fünf Kräuter

Erst kürzlich haben die Mitbauern darüber abgestimmt, dass im Jahr 2019 zehn Gemüsesorten und fünf Kräuter im Bereich Gemüse angeboten werden. „Zucchini aber bestimmt nicht, davon hatten wir viel zu viel“, erklärte Juliette Lahaine mit einem Augenzwinkern. Bei der Schlachtung der Tiere stehen nach vielen Problemen ebenfalls Neuerungen an. Nachdem der Schlachtort oft gewechselt werden musste, zeichnet sich nun eine Lösung ab. In Dalmsdorf werde es in naher Zukunft eine EU-zertifizierte Gemeinschaftsschlachterei geben. Dort sei dann auch gewährleistet, dass die Tiere auf der Weide „stressfrei“ getötet werden können.

Ein wichtiges Thema wird 2019 die langfristige Sicherung der gepachteten Flächen mithilfe der Kulturland-Genossenschaft sein. 33 Hektar Weide- und Ackerland, wozu auch der Gemüsegarten gehört, sollen langfristig ökologisch und sozial eingebunden bewirtschaftet werden. Im November plant die SoLaWi eine weitere Infoveranstaltung für Interessenten. Nähere Informationen gibt es außerdem unter www.solawi-trebbow.de.