Auch um die Sparkasse Mecklenburg-Strelitz macht ein BGH-Urteil keinen Bogen, wonach nun bei Preisanpassungen und AGB-Änd
Auch um die Sparkasse Mecklenburg-Strelitz macht ein BGH-Urteil keinen Bogen, wonach nun bei Preisanpassungen und AGB-Änderungen keine stillschweigende Zustimmung der Kunden mehr gilt (Archivbild). Martina Schwenk
Geldgeschäfte

Sparkasse Mecklenburg-Strelitz erhöht im Sommer die Gebühren

Fürs Konto werden bald zwei Euro mehr fällig, für die Bankkarte 25 Cent. Auswirkung bei der Anpassung hat dabei erstmals ein Gerichtsurteil.
Neustrelitz

Rund 35.000 Kunden der Sparkasse Mecklenburg-Strelitz (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) bekommen dieser Tage Post von ihrer Bank. Hintergrund der Briefe-Flut ist der neue AGB-Änderungsmechanismus nach dem Postbank-Urteil. Demnach müssen Banken nun die aktive Zustimmung ihrer Kunden einholen, wenn sie vorhaben, die Geschäftsbedingungen zu ändern.

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Stillschweigende Zustimmung gilt nicht mehr

Bislang galt eine stillschweigende Zustimmung, wenn innerhalb einer Frist nicht gegen veränderte Geschäftsbedingungen widersprochen wurde. „Obwohl das in der Vergangenheit gelebte Praxis war und zum Beispiel noch in anderen Bereichen, etwa für Strom- und Wärmeversorger, weiterhin gilt, geht das so in der Finanzbranche jetzt nicht mehr“, erklärt Thomas Hartung, Mitglied im Vorstand der Sparkasse Mecklenburg-Strelitz. Nachfrage habe es angesichts der Neuerungen seitens der Kunden natürlich schon gegeben.

Zeitgleich mit der AGB-Änderung erhöht die Sparkasse die Kontogebühren zum 1. Juli um 2 Euro, die Nutzung der SparkassenCard steigt um 25 Cent. Für Jugendliche bleibt das Konto bis zum 25. Geburtstag kostenlos. Um die Anpassung komme man aufgrund gestiegener Kosten nicht herum. Im Gegensatz zu anderen Banken bleibe die Sparkasse umfassender Ansprechpartner vor Ort, erklärt Hartung. Neben der Hauptgeschäftsstelle in Neustrelitz gibt es Zweigstellen im Stadtteil Kieferheide, in Mirow, Wesenberg, Feldberg, Burg Stargard, Woldegk und Friedland. An den Filialen werde auch nicht gerüttelt, versichert Vorstandsvorsitzende Andrea Binkowski. Einzig Anpassungen bei den Öffnungszeiten seien nicht auszuschließen.

Mehr Online-Kunden als stationäre

Die beiden Vorstandsvorsitzenden verweisen zudem darauf, dass am Kapitalmarkt weiterhin Minuszinsen vorherrschen. Das heißt, für Geldeinlagen bei den Zentralbanken müsse die Sparkasse nach wie vor zahlen. Statt Zinsen dafür zu bekommen, gelte hier weiterhin ein Minussatz von 0,5 Prozent. „Diesen Minuszins geben wir an unsere Bestandskunden nicht weiter“, so Hartung. Anderseits sind die Bau- und Kreditkosten gestiegen. Die Schere werde hier also größer, damit steigen die Herausforderungen für Banken etwa in der Baufinanzierung. Ganz ohne Eigenkapital werde es da inzwischen wieder schwierig.

Dazu kommen höhere Anforderungen an moderne Bank-Anwendungen wie eine Smartphone-App und an neue Technik. Werden etwa Geldautomaten ausgetauscht, so seien diese natürlich nicht mehr auf dem Stand von vor zehn Jahren und kosten entsprechend mehr. „Das sind alles Dinge, die unsere Kunden hoffentlich wahrnehmen“, sagt Binkowski.

Inzwischen gibt es bei der Sparkasse Mecklenburg-Strelitz auch mehr Online-Kunden als stationäre. Der Anteil betrage ungefähr 60 Prozent. Der jetzt angekündigten Briefe zur veränderten AGB-Praxis gehe aber postalisch an alle Kunden heraus. Sie haben dann die Wahl, in welcher Form die Rückantwort erfolgen soll – per App, Online-Banking, Brief oder direkt in den Filialen.

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