FINANZEN

Sparkasse zieht sich aus Altstrelitz zurück

70 Jahre lang konnten die Altstrelitzer ihre Geldgeschäfte fast vor der Haustür abwickeln. Jetzt trennt sich die Bank von ihrer kleinsten Filiale.
Die Sparkassen-Filiale in Altstrelitz bleibt geschlossen. Sie war die kleinste mit den wenigsten Besuchern.
Die Sparkassen-Filiale in Altstrelitz bleibt geschlossen. Sie war die kleinste mit den wenigsten Besuchern. Susanne Böhm
Neustrelitz.

Die Sparkasse Mecklenburg-Strelitz schließt nach rund 70 Jahren ihre Filiale im Neustrelitzer Stadtteil Altstrelitz. Betroffen sind 1200 Kunden, die nun in die Filialen in Kiefernheide oder im Stadtzentrum wechseln müssen. „Betriebswirtschaftlich ist dies ein logischer und notwendiger Schritt, im Herzen ist es uns aber nicht leicht gefallen“, sagte Vorstandsvorsitzende Andrea Binkowski.

„Deutlich defizitäre Erträge erzielt”

Die Filiale mit zwei Mitarbeitern in der Wilhelm-Stolte-Straße rentiere sich schon lange nicht mehr. „Wir haben deutlich defizitäre Erträge erzielt.“ Seit acht Jahren stehe die Niederlassung auf dem Prüfstand. „Seit 2012 haben wir jedes Jahr aufs Neue überlegt, ob wir die Filiale schließen, konnten uns dann aber doch nicht dazu durchringen.“ Bereits seit März ist die Niederlassung wegen der Corona-Sicherheitsvorschriften zwangsweise geschlossen. Das stört bislang anscheinend nur wenige. „Es hat kaum Nachfragen gegeben.“ Nun wird die Filiale einfach nicht wiedereröffnet.

Die Vorstandsvorsitzenden Andrea Binkowski und Thomas Hartung hoffen, dass ihre Kunden mit dem Einschnitt leben können und der Sparkasse die Treue halten. „Wir halten das für gut verkraftbar. Kiefernheide ist nicht weit weg, die Busverbindungen sind hervorragend, außerdem bewegen sich die meisten Leute ohnehin regelmäßig nach Neustrelitz, wenn sie zum Arzt oder einkaufen wollen“, sagt Thomas Hartung. Rund die Hälfte der Sparer sei in den vergangenen Jahren ohnehin zum Online-Banking gewechselt. Überdies werde bargeldloses Zahlen, beschleunigt durch die Corona-Pandemie, zunehmend beliebt. Wer gar nicht mobil ist, könne sich auch eine zweite Geldkarte zulegen und diese einer Vertrauensperson überlassen, die Bargeld abhebt.

Seit den fünfziger Jahren in Altstrelitz

Wer aber weiterhin das persönliche Gespräch sucht, „muss sich keine Sorgen machen, nun keinen Ansprechpartner mehr zu haben“, so Andrea Binkowski. „Die beiden verbleibenden Geschäftsstellen haben die Kapazität, unsere Kunden aus Altstrelitz aufzunehmen.“ Zusätzlich verweist sie auf den Automatenstandort am Markt, der rund um die Uhr zur Verfügung stehe. Darüber hinaus seien die Kundenberater telefonisch zu erreichen unter der Nummer 03981 2740 oder über die Internetseite www.spk-mecklenburg-strelitz.de.“ Jeder Kunde wird in dieser Woche mit einem persönlichen Anschreiben über den Schritt informiert.

Andrea Binkowski weist darauf hin, dass es ohnehin ungewöhnlich ist, dass eine Bank in einer Stadt dieser Größe drei Filialen unterhält. Auch zwei Filialen habe nicht jedes Geldinstitut. Die Geschäftsstelle in Altstrelitz habe es seit den 1950er Jahren gegeben. Sie sei die kleinste und zuletzt am wenigsten frequentierte Geschäftsstelle des Hauses gewesen. Die Sparkasse Mecklenburg-Strelitz hat 38 000 Kunden. Sie unterhält Service-Center in Neustrelitz, Feldberg, Mirow, Wesenberg, Woldegk, Burg Stargard und Friedland.

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