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Spektakuläre Aktion gegen B96-Ausbau geplant

In welcher Dimension der geplante Ausbau der B96 zwischen Neustrelitz und Neubrandenburg das Landschaftsbild verändern wird, soll am Dienstag mit einer spektakulären Aktion sehr anschaulich verdeutlicht werden.
Heike Sommer Heike Sommer
Das Aktionsbündnis „B 96-Ausbau – so nicht“ lädt Dienstag zu einer Aktion nach Krickow ein, um auf die Dimensionen der neuen Streckenführung aufmerksam zu machen.
Das Aktionsbündnis „B 96-Ausbau – so nicht“ lädt Dienstag zu einer Aktion nach Krickow ein, um auf die Dimensionen der neuen Streckenführung aufmerksam zu machen.
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Neustrelitz.

Das Aktionsbündnis „B96-Ausbau: So nicht!“ wird am Dienstag eine 600 Quadratmeter schwarze Folie bei Krickow auslegen. Die Aktion soll die Dimension insbesondere der geplanten Neubaustrecke der Bundesstraße 96 zwischen Neubrandenburg und Neustrelitz eindrücklich machen. „Dazu wollen wir auf 50 Metern Länge die zwölf Meter zusätzliche Fahrbahnbreite in der Landschaft realitätsnah darstellen. Dieser Hingucker soll zum Nachdenken anregen, ob wir unsere Region wirklich so krass verändern wollen“, sagt Klaus Reimers, der als Gemeindevertreter die Gemeinde Blumenholz im Aktionsbündnis vertritt.

Lärmschutzwand bei Krickow vorgesehen

Laut Linienplanung soll ein Großteil der B96 zwischen Neustrelitz und Neubrandenburg auf eine parallele Trasse verlegt werden. Der bisherige Stand der Planung sieht unter anderem vor, ab Usadel bis Groß Nemerow die neue B96 in östlicher Parallellage zur alten Trasse der Bundesstraße dreispurig zu bauen. In Krickow führt diese neue Straße sehr dicht an der Ortslage vorbei. Mit je 1,50 Metern Bankett an jeder Seite verbraucht die neue Straße insgesamt 15 Meter Fläche in der Breite, so die Informationen vom Aktionsbündnis.

Eine Lärmschutzwand soll das Dorf vor dem Verkehrsgetöse abschirmen. „Wir als Anliegergemeinden bleiben dabei: Der Ausbau bringt uns nur Nachteile und wendet sich gegen die Interessen der Menschen in der Region“, betont Klaus Reimers. Gerade die Gemeinde Blumenholz ist von den Ausbauplänen besonders betroffen. Immerhin liegen 12,5 der insgesamt 20 Kilometer der auszubauenden Strecke auf Gemeindegebiet, sollen die Ortsteile Usadel und Weisdin Ortsumgehungen erhalten und für etliche Dörfer die alten Anbindungen an die neue Bundesstraße gekappt werden.

Kosten-Nutzen-Rechnung aufgemacht

Die Gemeinde Blumenholz befürchtet, dass sie letztlich für die Unterhaltung der alten B96 und der vielen Zubringerstraßen aufkommen muss. In der Kritik steht außerdem das Missverhältnis von Kosten und Nutzen. Rund 100 Millionen Euro werde für den Ausbau der B96 zwischen Neubrandenburg und Neustrelitz veranschlagt. Im Ergebnis fließe der Verkehr dann lediglich drei km/h schneller.

„Dieses Mega-Straßenprojekt hat mit moderner Verkehrspolitik im Zeichen der Klimakrise nichts zu tun. Auch den Flächenverbrauch und den Verlust biologischer Vielfalt werden wir nicht stoppen, wenn wir weiter Naturschutzgebiete dem Lkw-Verkehr opfern“, macht Jutta Wegner von den Grünen deutlich. Das Aktionsbündnis lädt alle Interessierten Dienstag um 18 Uhr an den Ortseingang von Krickow ein.

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Kommentare (2)

Die meisten Bewohner erleben die Fertigstellung so wie so nicht, vielleicht, die Urenkel, vor 50 Jahren hatte man schon, die Gedanken gehabt

Vielleicht, Schappi seine Urenkel