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Vor allem entlang der Mirower Ortsdurchfahrt in der Schloßstraße und der Strelitzer Straße (in der Mitte) warten noch etliche Altbauten auf eine Sanierung. Tobias Lemke
Baukunst

Wieso die Kleinstadt Mirow unbedingt einen Architekturpreis braucht

In Mirow hofft man nun, mit einem Bauherrenpreis den Charakter der Kleinstadt zu erhalten und Anschub zu Sanierungen zu leisten.
Mirow

Gemeinsam mit zwei Stiftern, dem Biber-Ferienhof und der Cider-Manufaktur (beide aus Diemitz), schreibt die Stadt Mirow (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) erstmals einen Architekturpreis aus. Dieser ist mit 5000 Euro dotiert. Ziel der Preisvergabe sei es, das Bewusstsein in der Stadt für vorbildliches regionales Bauen zu stärken.

Bereits im Vorjahr hatte sich angekündigt, dass Mirow einen Bauherrenpreis bekommen soll. Der Vorschlag dazu wurde in der Stadtvertretung von der Fraktion SPD/Grüne aufgeworfen, die verschiedene Maßnahmen zur Rettung alter Häuser vorlegte. Die Auszeichnung solle dazu beitragen, dass der ursprüngliche Charakter Mirows nicht verschwindet, sagt Grünen-Stadtvertreter Tobias Müller-Deku, der mit seiner Cider-Manufaktur zugleich nun einer der beiden Stifter ist. Die Stadt und ihre Ortsteile seien zum Beispiel durch die rückwärtigen Gebäude wie Scheunen und Ställe gekennzeichnet, die es zu bewahren gelte.

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Erhalt von Altbauten und Nachhaltigkeit gewünscht

„Mirow hat viel Potenzial“, sagt auch Tom Lehmann vom Biber-Ferienhof. Schaue man in die Nachbarorte Wesenberg und Rheinsberg, sei jedoch erkennbar, dass dort in Sachen Altstadtsanierung mehr passiert sei. Ein Bauherrenpreis könne in Mirow Anschub leisten und sei keinesfalls nur was für große Städte. Weniger Abriss von charaktervollen Altbauten und mehr ambitionierten, nachhaltigen Neubau wünschen sich beide Stifter. „Der Architekturpreis ist neben der Entwicklung des Areals um das Untere Schloss eine weitere wesentliche Initiative, um Mirow aus dem Dornröschenschlaf zu wecken. Ich würde mich freuen, wenn der Preis dazu beiträgt, dass private Bauherren durch gelungenen Neubau Mirow noch attraktiver machen oder helfen, die historische Substanz der Stadt zu erhalten“, sagt zudem Mirows Bürgermeister Henry Tesch (CDU).

Preis soll alle zwei Jahre vergeben werden

Bewerben können sich nun bis zum 31. August dieses Jahres Architekten oder Bauherren, die in Mirow oder einem der Ortsteile ein Gebäude errichtet oder saniert haben. Kriterium ist, dass der Bau die Stadt bereichert hat und ästhetisch, ökologisch, sozial oder denkmalschützerisch beispielhaft ist. Eine siebenköpfige Jury, die bis zum Herbst über die Preisvergabe entscheiden wird, setzt sich aus Vertretern der Stadt und der Stifter sowie ausgewiesenen unabhängigen Experten zusammen. Die Stadt Mirow plant, den Preis mithilfe der Stifter alle zwei Jahre zu vergeben, wobei die Finanzierung bereits bis 2026 gesichert ist. Der Jury steht es frei, das Preisgeld unter mehreren Projekten aufzuteilen oder den Preis in einem Jahr nicht zu verleihen, wenn keine geeigneten Projekte vorhanden sind. Die Bedingungen für eine Bewerbung um den Preis sind auf der Webseite des Amtes Mecklenburgische Kleinseenplatte (www.amt-mecklenburgische-kleinseenplatte.de) einsehbar. Bewerbungen sind ab sofort möglich.

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