DAUER-TROCKENHEIT

Stadtbäume machen bei dieser Hitze schlapp

Wässern, wässern, nochmals wässern – so lautet die Devise in den Städten und Dörfern im Strelitzer Land.
Sengende Sonne und kein Regen - die Blätter der Linden in der Glambecker Straße in Neustrelitz werden braun.
Sengende Sonne und kein Regen – die Blätter der Linden in der Glambecker Straße in Neustrelitz werden braun. Susanne Böhm
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Neustrelitz.

Straßenbäume bekommen braune Blätter, Blumen lassen die Köpfe hängen, und Rasenflächen sind gelb statt grün. Die Pflanzen in den Städten und Dörfern im Strelitzer Land leiden unter Hitze und Trockenheit. Im Rekordsommer 2018 fällt es den Kommunen nicht leicht, ihre Grünanlagen am Leben zu halten. Immerhin 20 000 Liter Wasser pumpen die Mitarbeiter des Feldberger Bauhofes derzeit täglich aus dem Haussee. Wasser, das dringend benötigt wird, um die Grünanlagen in Schuss zu halten, sagt Vorarbeiter Benjamin Schworm. Um mehr als ein In-Schuss-Halten könne es bei der anhaltenden Trockenheit nicht mehr gehen. Das Grün an den innerörtlichen Straßen und im Kurpark leide unter der Hitze. Großflächig vertrocknet ist es in Feldberg bislang nicht.

„Wir wässern täglich ab 6.30 Uhr. Zwei Mitarbeiter sind mit einem Multicar, auf dem sich ein Wasserbehälter mit 2000 Litern Volumen befindet, im Einsatz.“ Aus Gärtners Sicht sei das zwar zu spät, aber die Arbeitsaufgaben im Bauhof und die Anzahl der Mitarbeiter lasse das nicht anders zu, verdeutlicht Schworm.

Durstige Hortensien

Im Kurpark würden nur die Blumen und Gehölze gewässert, der Rasen bleibe außen vor. Allerdings würden die Blumen auch teils viel Wasser brauchen, vor allem die großen Hortensienbüsche seien sehr durstig. Dem See schade die Wasserentnahme nicht, sagte Benjamin Schworm. Wässern, Wässern und nochmals Wässern. So lautet derzeit die Devise auch in den Strelitzer Schlossgärten – egal, ob auf den Blumenbeeten auf der Schlossinsel Mirow, im Orangeriegarten von Neustrelitz oder an der Rosenlaube in Hohenzieritz. „Die Hitze stellt für uns natürlich eine enorme Herausforderung dar“, sagt Jascha Barckhan, Pressesprecher bei den Staatlichen Schlössern und Gärten in M-V. Zum Teil müssen mittlerweile auch schon die Gehölze mit Wasser versorgt werden. Weil die beauftragten Pflegefirmen mit dem Gießen kaum hinterherkommen, nehme zum Beispiel in Mirow auch schon mal der Kastellan den Wasserschlauch in die Hand. Außen vor bleiben jedoch die Rasenflächen. „Das wäre nicht wirtschaftlich“, sagt Barckhahn. Zudem würde sich das Gras schnell wieder erholen, sobald es regnet.

Blätter der Linden werden braun

Größere Trockenschäden an Stadt- und Gemeindegrün sind in der Mecklenburgischen Kleinseenplatte bislang noch nicht bekannt, sagt Amtsleiterin Karola Kahl. Einzig die gelben Rasenflächen müssen hingenommen werden. „In einigen Kommunen haben Bürger Patenschaften für öffentliche Blumenbeete übernommen“, berichtet sie. So weiß Karola Kahl, dass zum Beispiel die Blumen auf dem Mirower Marktplatz von Anwohnern regelmäßig gegossen werden.

Beim Neustrelitzer Bauhof und dem Reha-Zentrum steht Gießen zurzeit auch ganz oben auf der Aufgabenliste. „Beim Bewässern wird mehr Aufwand betrieben als sonst. Die Marktbäume werden zum Beispiel ein Mal wöchentlich gegossen, im Schlossgarten wurden auch die Intervalle verkürzt.“ Erste Trockenheitsschäden machen sich im Neustrelitzer Stadtbild bemerkbar. Die Linden in der Glambecker Straße leiden offenbar unter der Trockenheit. Ihre Blätter werden braun.

 

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