POLIZEI

Stahlträger von Feldberger Sprungturm-Baustelle abgebaut

Bei einer Nacht-und Nebel-Aktion wurde der Stahlträger in den Haussee geworfen. Allerdings gab es einen Zeugen.
Marlies Steffen Marlies Steffen
Noch sind die Bauarbeiten am Sprungturm für die neue Badeanstalt auf dem Feldberger Amtswerder nicht abgeschlossen.
Noch sind die Bauarbeiten am Sprungturm für die neue Badeanstalt auf dem Feldberger Amtswerder nicht abgeschlossen. Marlies Steffen
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Feldberg.

Es war kein gewöhnlicher Einsatz, für den sich ein Taucher vor einigen Tagen auf den Grund des Feldberger Haussees begab. Der Mann vom Tauchcenter Feldberg sollte einen Stahlträger aus dem Wasser fischen. Auftraggeber war die Gemeinde Feldberger Seenlandschaft, die über diesen Auftrag alles andere als „amused“ war.

Denn das, was da passiert ist, hat mit einem Dumme-Jungen-Streich nichts mehr zu tun. Die Angelegenheit ist längst auch bei der Polizei gelandet. Es wurde Anzeige wegen Diebstahl und Sachbeschädigung erstattet. Jugendliche sollen sich Zugang zu der Baustelle Badeanstalt auf dem Feldberger Amtswerder verschafft und sich an dem im Aufbau befindlichen Sprungturm zu schaffen gemacht haben. Von dessen Unterbau entfernten sie unter der Bewehrung aus Beton und Stahl einen Stahlträger. Sie schraubten ihn ab und – damit nicht genug – warfen das nicht gerade leichte Teil in den Haussee.

Täter von den Zeugen beobachtet

Im Feldberger Rathaus war man zuerst von einem Diebstahl ausgegangen, sagt Katrin Zemlin aus der Bauverwaltung der Gemeinde. Dann gab es Hinweise darauf, dass der vermisste Stahlträger ins Wasser geworfen wurde. Die Täter waren von einem Zeugen beobachtet worden. In vier Meter Tiefe fand der Taucher dann tatsächlich den Stahlträger. Das Bergen des Teils war nicht im Handumdrehen zu erledigen. Der Träger musste, mit Schienen befestigt, aus dem Wasser gezogen werden, sagt Katrin Zemlin.

Bei der Polizeiinspektion Neubrandenburg bestätigt Polizeisprecherin Diana Mehlberg Ermittlungen, nachdem die Anzeige eingegangen war. Im Fokus der Polizei befinden sich ihren Informationen zufolge mehrere Jugendliche, von denen einer bereits befragt worden sei. „Wir sind aber erst am Anfang“, sagt Mehlberg und verweist darauf, dass gegenwärtig noch völlig unklar ist, wer an der Tat beteiligt war und welchen Beitrag er dazu geleistet habe.

Gemeinde muss Mehrkosten tragen

Der geborgene Stahlträger befindet sich zwischenzeitlich wieder an der Plattform für den Sprungturm der künftigen Badestelle. Ein Bauverzug sei durch das kriminelle Handeln nicht entstanden, wohl aber muss die Gemeinde als Bauherr jetzt Mehrkosten für den Tauch- und Bergungseinsatz verbuchen.

Das Begehen des Sprungturms ist verboten, denn die Bauarbeiten sind noch längst nicht abgeschlossen. Ein Zugang vom Steg aus ist abgesperrt, von den anderen fehlt noch die Verbindung, zudem ist auch noch die Treppe nicht angebaut. Der Sprungturm hat eine Höhe von drei Metern. Es wird auch noch ein Ein-Meter-Brett errichtet. Die neue Badeanstalt auf dem Feldberger Haussee mit zwei neu gebauten Funktionsgebäuden, dem sanierten Steg und dem neuen Sprungturm soll im kommenden Jahr fertiggestellt werden. Anfang Juni war Richtfest gefeiert worden. Zwischenzeitlich sind in den Gebäuden die Fenster eingebaut und Elektriker und Sanitärinstallateure warten auf ihren Einsatz. Im Feldberger Rathaus wünscht man sich indessen mehr Polizeipräsenz an der Baustelle, damit nicht noch mehr passiert, erfuhr der Nordkurier vor Ort.

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