GRÜNDUNG DER EHRENAMTSTIFTUNG

▶ Starkes Signal aus Neustrelitz an 30 Millionen Ehrenamtler

Jetzt existiert die Ehrenamtsstiftung mit Sitz in der Seenplatte ganz offiziell. Zwei Bundesministerinnen und die Ministerpräsidentin kamen zur Gründungsfeier.
Manuela Schwesig (SPD, M), die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, die Bundesministerin für Familie, Sen
Manuela Schwesig (SPD, M), die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Franziska Giffey (SPD, l), und Julia Klöckner (CDU), Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, halten nach dem Festakt zur Gründung der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt eine große Gründungsurkunde. Jens Büttner
Katarina Peranic (l-r), Vorstand der Stiftung, Markus Kerber, Staatssekretär im Bundesministerium des Innern für Bau
Katarina Peranic (l-r), Vorstand der Stiftung, Markus Kerber, Staatssekretär im Bundesministerium des Innern für Bau und Heimat, die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Franziska Giffey (SPD), Manuela Schwesig (SPD), die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Julia Klöckner (CDU), Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, und Stiftungsvorstand Jan Holze stehen nach dem Festakt zur Gründung der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt mit einer große Gründungsurkunde vor dem Gymnasium Carolinum. Jens Büttner
Manuela Schwesig (oben, SPD), die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, spricht beim Festakt zur Gründung
Manuela Schwesig (oben, SPD), die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, spricht beim Festakt zur Gründung der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt in der Aula des Gymnasium Carolinum. Jens Büttner
Die Vorstände der neuen Stiftung, Katarina Peranic und Jan Holze. Der Bundestag hatte im Januar die Gründung der Sti
Die Vorstände der neuen Stiftung, Katarina Peranic und Jan Holze. Der Bundestag hatte im Januar die Gründung der Stiftung beschlossen. Jens Büttner
Die Stifung soll als zentrale Anlaufstelle für bürgerschaftliches und ehrenamtliches Engagement dienen.
Die Stifung soll als zentrale Anlaufstelle für bürgerschaftliches und ehrenamtliches Engagement dienen. Jens Büttner
Neustrelitz.

Die Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt wurde mit einem Festakt am Dienstagnachmittag in Neustrelitz gegründet. Die Stadt ist künftig Sitz der neuen Bundesstiftung, die für mehr als 30 Millionen engagierte Ehrenamtler in ganz Deutschland ein Ansprechpartner sein soll. Für die Gründungsfeier in der Aula am Gymnasium Carolinum waren die Bundesministerinnen Franziska Giffey (SPD) und Julia Klöckner (CDU) sowie MV-Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) nach Neustrelitz gekommen.

Der Gründungsakt sei ein starkes Signal der Wertschätzung für alle ehrenamtlich engagierten Menschen in ganz Deutschland, erklärte Schwesig. Sie verteidigte, wie anschließende Redner auch, die Standortwahl. Im Vorfeld hatte es Kritik gegeben, ob tatsächlich genügend Fachkräfte in einer ländlichen Region zu finden seien. Die Stiftung soll einmal rund 75 Mitarbeiter haben. „Neustrelitz ist optimal geeignet”, sagte Schwesig und verwies auf eine gute Bahnanbindung, günstigen Wohnraum oder kulturelle Einrichtungen wie das Landestheater. Es lohne sich hier zu arbeiten und wohnen zu wollen.

Innenminister Horst Seehofer ließ sich vertreten

Der Bund hatte sich vorgenommen, Neuansiedlungen von Behörden künftig bevorzugt in strukturschwachen Regionen vorzunehmen. Bewusst sei Neustrelitz ausgewählt worden, bekräftige so auch Giffey. Die neue Stiftung werde keine Konkurrenz zu vorhandenen Netzwerken darstellen, sondern ein guter Partner sein, eine Art Kompetenzzentrum fürs Ehrenamt. „Das ist eine riesige Aufgabe”, erklärte Giffey. Schwerpunkte der Stiftungsarbeit sollen etwa Unterstützung bei der Digitalisierung im Ehrenamt, der Entbürokratisierung und der Nachwuchsgewinnung sowie die Engagementförderung auf dem Land sein. Die Stiftung solle sich deutschlandweit vernetzen, um Helfern zu helfen, so Bundesministerin Klöckner. Letztlich solle die neue Einrichtung dazu beitragen, dass sich noch mehr Menschen im Ehrenamt engagieren.

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Die Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt wurde gemeinsam vom Bundesfamilienministerium, Bundesinnenministerium und Bundeslandwirtschaftsministerium auf den Weg gebracht. Angekündigt hatte sich daher auch Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU), der sich allerdings von einem Mitarbeiter aus seinem Haus vertreten ließ. Kopf der jungen Stiftung wird eine Doppelspitze sein. Die beiden Vorstände Katharina Peranic und Jan Holze erhielten am Dienstag ihre Ernennungsurkunden. Peranic war zuvor geschäftsführend bei der Bürgerstiftung tätig. Holze hatte die Landes-Ehrenamtsstiftung in MV mit aufgebaut.

Künftiger Sitz im Neustrelitzer Carolinenpalais

Beim Festakt waren neben Vertretern aus der Bundes-, Landes- und Kommunalpolitik auch ehrenamtliche Engagierte aus der Region dabei. So erhielt etwa Elke Fahrenkrug vom Neustrelitzer Verein aus der Alten Kachelofenfabrik überraschend eine Einladung. „Wir konnten mithilfe der Landesstiftung im Vorjahr einen Spielplatzbau auf unserem Gelände umsetzen”, berichtet sie. Ganz sicher werde ihr Verein künftig auch den Kontakt zur Bundesstiftung suchen, wenn Unterstützung benötigt werde.

In einem kurzen Podiumsgespräch mit Ehrenamtler aus MV wurde zudem deutlich, was gewünscht wird. In erster Linie wurde da Hilfe beim Durchblicken des Behördendschungels und beim Einwerben von Fördermitteln genannt. „Es geht darum uns den Rücken freizuhalten, damit wir die Dinge machen können, die wir eigentlich machen wollen”, hieß es von den Ehrenamtlern.

Ihren Sitz soll die Stiftung künftig im Neustrelitzer Carolinenpalais am Schlossgarten haben. Der denkmalgeschützte Bau muss zuvor aber noch renoviert und modernisiert werden. Für ihre Arbeit soll die Stiftung 2020 rund 23 Millionen Euro, danach jährlich rund 30 Millionen Euro erhalten.

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