BOOTE AUSGEBREMST

Stau und Frust bei Touristen an der Schleuse Voßwinkel

Das Hebewerk im Kammerkanal arbeitet in diesem Sommer nur eingeschränkt. Wenn dann noch das Fahrgastschiff alles blockiert, ist der Ärger über stundenlange Wartezeiten programmiert. Im Neustrelitzer Stadthafen ist die Anlegestatistik bereits rückläufig.
Tobias Lemke Tobias Lemke
Dass die Schleuse in Voßwinkel seit einigen Jahren automatisiert arbeitet, trägt nicht unbedingt zur Entspannung de
Dass die Schleuse in Voßwinkel seit einigen Jahren automatisiert arbeitet, trägt nicht unbedingt zur Entspannung der Situation bei. Unter der Anleitung eines Schleusenwärter könnte die Kammer optimaler ausgelastet werden, sagen Bootsfahrer. Tobias Lemke
Bootsfahrer Timo Abel und Verleiher Camillo Ehling bei Hafenmeister Ralph Röwer.
Bootsfahrer Timo Abel und Verleiher Camillo Ehling bei Hafenmeister Ralph Röwer. Tobias Lemke
Neustrelitz.

Die Zahlen sprechen für sich. Deutlich weniger Bootsfahrer haben in diesem Sommer den Weg in den Neustrelitzer Stadthafen gefunden. Hafenmeister Ralph Röwer hat nachgerechnet. Bis zum August des vorigen Jahres standen noch rund 200 Boote mehr in der Statistik. Es fehlten aktuell etwa 40 Tagesanleger und 160 Übernachtungsgäste, berichtet Röwer.

Niedriger Wasserstand in der Region

Die Erklärung dafür ist einige Kilometer weiter im Kammerkanal zu suchen. Dort müssen Bootsfahrer zwischen Zierker See und Woblitzsee die Schleuse Voßwinkel passieren, die erst vor einigen Monaten saniert wurde. Und an der knirscht es in diesem Jahr gewaltig. „Es gibt nur noch stündliche Schleusungen“, erklärt Bootsfahrer Timo Abel aus Neustrelitz. Grund dafür sei wohl der allgemein niedrige Wasserstand in der Region.

Ärgerlich ist allerdings, dass die ohnehin angespannte Lage durch die Fahrgastschifffahrt weiter verschärft wird. Denn der Neustrelitzer Ausflugsdampfer der Blau-Weissen-Flotte hat Vorrang an der Schleuse. „Wer Pech hat, der steht bis zu drei oder vier Stunden“, berichtet Abel.

Existenz von Unternehmern steht auf dem Spiel

Was für private Bootsbesitzer „nur“ ärgerlich ist, kann für die Gewerbetreibenden am Zierker See existenzbedrohlich werden. „Wenn sich das herum spricht, leiht sich hier doch keiner mehr ein Boot aus“, befürchtet Bootsverleiher Camillo Ehling. Viel Hoffnung auf eine kurzfristige Lösung des Problems kann das Schifffahrtsamt nicht machen – es sei denn, es regnet die nächsten Wochen und Monate durch. „Der Ärger ist völlig nachvollziehbar, aber uns fehlen einfach die Alternativen“, sagt Dosch. Die Schifffahrtsverwaltung versuche nämlich krampfhaft einen Tiefgang von einem Meter im Kammerkanal und im flachen Zierker See zu halten. Mehr Schleusungen in Voßwinkel würden am Ende dazu führen, dass gar kein Boot mehr bis Neustrelitz käme.

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