Selbstbedienung kostet Zeit

:

Stehen die Boote an der Schleuse bald im Stau?

Die Schleuse Voßwinkel ist als nächstes dran: Nachdem bereits im brandenburgischen Teil der Schifffahrtsstraßen in Richtung Berlin rund zehn Schleusen automatisiert wurden, wird ab Ende das Jahres auch im Kammerkanal umgerüstet.
Die Schleuse Voßwinkel ist als nächstes dran: Nachdem bereits im brandenburgischen Teil der Schifffahrtsstraßen in Richtung Berlin rund zehn Schleusen automatisiert wurden, wird ab Ende das Jahres auch im Kammerkanal umgerüstet.
Tobias Lemke

In den nächsten Jahren werden alle Schleusen der Kleinseenplatte automatisiert. Den Anfang macht die Staustufe bei Voßwinkel. Dass sich die Wartezeiten für Bootsfahrer wohl verlängern werden, damit rechnet selbst die Schifffahrtsbehörde.

Es klingt alles so simpel. Einen Hebel ziehen, in die Schleuse einfahren und noch einen Hebel ziehen – so funktioniert vereinfacht beschrieben die automatisierte Schleusung von Booten. Problem nur: Das Ganze dauert aus verschiedenen Gründen länger als mit einem Schleusenwärter. Dennoch plant das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) Eberswalde in den kommenden Jahren die Automatisierung aller Schleusen in der Mecklenburgischen Kleinseenplatte. Die Staustufe Voßwinkel im Kammerkanal steht nun zur Umrüstung für Ende des Jahres als erste Schleuse der Region im Plan, erklärt WSA-Leiter Hans-Jürgen Heymann.

Da der Kanal in Richtung Neustrelitz eine Sackgasse ist, hält sich die Betriebsamkeit dort noch in Grenzen und ist die Automatisierung eine sinnvolle Sache. Wie sieht es aber an den stärker frequentierten Schleusen aus? Auf mehr als 500 Boote schafft es zum Beispiel an manchen Sommertagen die Schleuse Diemitz, ähnlich hoch ist das Auf­kommen in Canow. Da betrage die Wartezeit für die Bootsfahrer schon heutzutage rund drei Stunden.

Dass sich die Wartezeiten an den Selbstbedienungs-Schleusen erhöhen, daraus macht der WSA-Chef keinen Hehl. An heiklen Stellen sollen daher trotz der Automatisierung zumindest für eine Acht-Stunden-Schicht die Schleusen besetzt bleiben. „Es ist einfach so, dass ein Wärter die Boote sprich­wörtlich besser stapeln kann“, erklärt Heymann. In künftigen Jahren werde aber das Personal fehlen, um alle Schleusen durchgängig mit Wärtern im Betrieb zu halten. „Das ist letztlich von der Politik so gewollt“, sagt Heymann. Denn vom Bund komme die Vorgabe, Personalkosten einzusparen.