Und wieder steht bei Sigrid Richter ein Umzug an.
Und wieder steht bei Sigrid Richter ein Umzug an. Tobias Lemke/Archiv
Kultur

Steigende Energiekosten zwingen Bibliothek zum Umzug

Die Wesenberger Bibliothek muss umziehen, da die Energiekosten aufgrund der gestiegenen Preise nicht mehr stemmbar sind. Mehrere Optionen für einen neuen Sitz wurden diskutiert.
Wesenberg

Bürgermeister Steffen Rißmann fürchtet eine Explosion bei den Energiekosten für die Lesestube in der Lindenstraße in Wesenberg. Sie sei mittlerweile nur noch der einzige Mieter am jetzigen Standort. Die Kostenexplosion bei der Energie mache einen Weiterbetrieb der Lesestube in der jetzigen Konstellation unmöglich, so Rißmann. Der Heizenergieverbrauch der Lesestube lag laut einer vorgelegten Statistik im Jahr 2020 bei 30.000 Kilowattstunden. Da alle ausgezogen seien, würden die Allgemeinkosten auf eine Partei übertragen werden. Kurzum: Die Lesestube muss umziehen.

Mehrere Vorschläge

Mehrere Vorschläge zum Standortwechsel lagen bei der jüngsten Stadtvertretersitzung in Wesenberg auf dem Tisch. Die brenn:werk eG könne Räume zur Verfügung stellen, jedoch stehe das Angebot erst für das nächste Jahr, hieß es vom Bürgermeister. Martin Bork, Fraktionsvorsitzender BfW/Die Grünen schlug Räumlichkeiten in der Schule vor. Die seien aber nur über mehrere Treppenstufen zu erreichen. Der Zugang gestalte sich für die überwiegend älteren Leser jedoch aus gesundheitlichen Gründen schwierig, so die Argumente dagegen.

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Der Bürgermeister schlug Räume im Rathaus vor. „Die Unterbringung der Lesestube im Rathaus bringt viele Vorteile. Die Unterhaltskosten hat das Rathaus eh. Eine Wärmepumpe ist im Haus schon verbaut“, so Rißmann. Der Raum im Obergeschoss des Rathauses, wo die Lesestube demnächst untergebracht werden soll, könne jedoch nicht direkt beheizt werden, kam als Gegenargument von den Stadtvertretern. Die Wärme ziehe nach oben. Außerdem sei auch ein Fahrstuhl für die ältere Leserschaft vorhanden, hieß es vom Bürgermeister.

Letztlich einigte man sich auf einen Grundsatzbeschluss

Auch Sigrid Richter, die Betreuerin der Bibliothek, meldete sich zu Wort und brachte als Vorschlag die Anmietung einer Zweizimmerwohnung bei der ansässigen Wohnungsgesellschaft ins Spiel. „Die Stadt finanziert das Projekt Lesestube mit 4000 Euro jährlich. Das ist eine freiwillige Leistung seitens der Stadt und spricht somit gegen eine Anmietung“, sagte Bork. Rißmann bekundete nochmals die Daseinsberechtigung und den kulturellen Beitrag der Lesestube. Richter befürchtete die Schließung ihrer Einrichtung, doch der Bürgermeister hob noch einmal hervor, dass dies nicht vorgesehen sei. Sie wolle sich nun über Soforthilfeprogramme für Bibliotheken informieren.

Dass es in einer Kleinstadt wie Wesenberg noch eine Bibliothek gibt, halte Richter für richtig. Lesen bilde und Bibliotheken würden wichtige kulturelle und gesellschaftliche Aufgaben übernehmen. „Die Einrichtung einer Bibliothek war Voraussetzung für den Status Wesenbergs als Staatlich anerkannter Erholungsort“, gab Richter nochmals als Bekräftigung in die Runde. Die Lesestube musste in den letzten Jahren schon einmal ihr Quartier von der Burg in die Lindenstraße verlegen. Richter wisse um den Aufwand und was das an Arbeit bedeute. Schließlich einigten sich alle Parteien auf den Grundsatzbeschluss, dass die Lesestube ins Rathaus ziehen und dort fortgeführt werden soll.

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