För Künkel und Sebastian Schlemminger bereiten derzeit in der Feldberger Heimatstube eine besondere Präsentatio
För Künkel und Sebastian Schlemminger bereiten derzeit in der Feldberger Heimatstube eine besondere Präsentation vor. Sie wird nur Freitag und am Sonnabend zu sehen sein. Marlies Steffen
Seltenes Event

Steine werden für sehr kurze Zeit in Feldberg zu Erzählern

Mit Licht und Sound und gewachstem Papier wird derzeit auf dem Feldberger Amtswerder ein ganz besonderes Erlebnis am Freitag und Samstag vorbereitet.
Feldberg

In die Feldberger Heimatstube ist Leben eingezogen. Vorübergehend und nur für sehr kurze Zeit! Freitag und am Sonnabend findet in dem schon länger leer stehenden und denkmalgeschützten Gebäude sowie in seinem Umfeld ein Gipfeltreffen statt. Besucher können sich auf die „Spur der Steine“ begeben – genauer gesagt auf die sagenhafte Spur der Steine.

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Drei Künstler bereiten alles vor

Der Weg für dieses „theatralische Erlebnis ohne Akteure“ wird von den Künstlern För Künkel, Susann Ihlenfeldt und Sebastian Schlemminger geebnet. För Kunkel ist Bühnen- und Kostümbildnerin, Sebastian Schlemminger arbeitet unter anderem als Sounddesigner und Objektkünstler, Susann Ihlenfeldt ist Schauspielerin. Private Kontakte in die Region – die Mutter von För Künkel wohnt in der Feldberger Seenlandschaft und auch Susann Ihlenfeldt ist hier zu Hause – haben die Neugier der Protagonisten an der Heimatstube auf dem Amtswerder geweckt. Besonders förderlich für das Projekt: die „steinige“ Vergangenheit der Feldberger Seenlandschaft mit ihrer imposanten Ausprägung der eizeitlichen Formen. Das Projekt funktioniere an diesem Ort wunderbar, bekennten die Akteure. Interesse an Steinen war sowohl bei För Künkel als auch bei Sebastian Schlemminger indessen schon länger da.

Idee vom Gipfeltreffen begeistert

Im Feldberger Rathaus gab es zudem schnell offene Türen, als die Künstler ihre Idee vom Gipfeltreffen in der Heimatstube vorstellten. „Wir sind der Gemeinde sehr dankbar dafür, dass wir das Gebäude so unproblematisch zur Verfügung gestellt bekommen haben“, sagt För Künkel.

Seit Wochenbeginn wird nun eine Begegnung für die Sinne in der Heimatstube vorbereitet. Besucher sind eingeladen, sich auf ein Erleben einzulassen, bei dem es etwas zu hören, zu sehen und zu riechen gibt. Steine werden zum Atmen gebracht und in ein spezielles Licht gerückt. Dazu gibt es Texte, die unter anderem von Mitgliedern der Theatergruppe „Bühnenlichter“ des Wittenhagener LuzinThaters eingesprochen werden. „Es wird ein begehbares Hörspiel“, macht För Künkel deutlich. Die Objekte dienen als Geschichtenerzähler. Der Sound wird aus immerhin sechs Kanälen in der nur 35 Quadratmeter großen Heimatstube kommen. Es soll an jedem Ort anders klingen, kündigt Sebastian Schlemminger an.

In Rostock recherchiert

Für ihr Projekt haben die Künstler unter anderem im Richard-Wossidlo-Archiv in Rostock recherchiert. Kopien der Zettel, auf denen Wossidlo einst seine Notizen zu den Steinen machte, sollen in dem Ausstellungsbereich vor der Heimatstube noch einen eigenen Platz bekommen. Das Gipfeltreffen für die Spur der Steine wird hinter verschlossenen Türen stattfinden. Jeweils für 15 Minuten haben die Besucher Gelegenheit sich auf diese Weise ohne störende Geräusche von außen in die Welt dieser besonderen Zeugen der Vergangenheit hineinzufinden. Die Präsentation startet am Freitag um 16 Uhr. Bis 21 Uhr wird dann Gelegenheit sein, sich in dieses temporäre und von menschlicher Hand geschaffene Stück Theater hineinzuversetzen. Pro Durchgang werden um die zehn Besucher in der Heimatstube Platz finden und sich dort dann auch bewegen können, sagen die Akteure. Am Sonnabend ist von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Es wird für die Heimatstube ein Eintritt von vier beziehungsweise zwei Euro erhoben.

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