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Störtebekers Kumpel jetzt als Theaterdirektor

Noch wird geprobt, am 26. Oktober aber ist Premiere. Dietmar Lahaine (links) wird dann in dem berühmten Schwank „Der Raub der Sabinerinnen“ als Theaterdirektor Emanuel Striese zu sehen sein.
Noch wird geprobt, am 26. Oktober aber ist Premiere. Dietmar Lahaine (links) wird dann in dem berühmten Schwank „Der Raub der Sabinerinnen“ als Theaterdirektor Emanuel Striese zu sehen sein.
Jörg Metzner

Für diese Rolle hat Dietmar Lahaine extra Sächseln gelernt: Im Schwank "Der Raub der Sabinerinnen" spielt er Emanuel Striese, den Direktor eines selbst ernannten Schmierentheaters.

Dieser Theaterdirektor ist wahrlich nicht zu beneiden: Das Ensemble eine Ansammlung  von Problemen, Geld gibt’s auch keins. Die Ausstattung für ein Schauspiel müssen sich die Mimen in der ganzen Stadt zusammenborgen. Und jetzt auch noch das: Ein Theaterstück, das als Jugendsünde eines Gymnasialprofessors gilt, soll uraufgeführt werden. Natürlich läuft das Ganze irgendwann völlig aus dem Ruder ... So kann es gehen am Theater, oder besser so geht es in dem Schauspiel-Klassiker „Der Raub der Sabinerinnen“, für den sich am 26. Oktober im Neustrelitzer Landestheater der Premierenvorhang hebt. In der Rolle des Theaterdirektors Emanuel Striese wird Dietmar Lahaine auf der Bühne stehen. Der 60-Jährige, der bei den Störtebeker-Festspielen auf Rügen viele Jahre lang Störtebekers Freund Goedeke spielte, ist einer, den man gern auch in komischen Rollen sieht. Der Striese ist indessen keine Traumfigur für Lahaine. So etwas nimmt der Mime grundsätzlich nicht für sich in Anspruch. Getreu dem Motto „Gegessen wird, was auf den Tisch kommt“ möchte er das Beste aus einer Rolle machen. Das aktuelle Stück macht es ihm nicht allzu schwer. Schon beim Lesen des Textbuches hatte er diesen Direktor einer Schmierentheatertruppe leibhaftig vor Augen. Ein Mann, der voller Idealismus steckt, den häufig genug  Nöte plagen, der manchmal auch ratlos ist, den Kopf aber immer wieder aus der Schlinge bekommt und der eher unfreiwillig komisch wirkt. Wie das im Leben eben manchmal so ist.

Für die Inszenierung hat der gebürtige Schweriner extra Sächseln gelernt. Der Striese bekommt damit Charme, Witz und auch ein Stück menschlicher Wärme, findet Lahaine. Und manche Pointe sitzt  einfach besser, als sie im Hochdeutsch herüber käme. Der Theatertruppe, um die es in dem Schwank geht, zollt der Mime seine Hochachtung. Es sind vielleicht nicht die großen Schauspieler, aber sie machen quasi aus dem Nichts Theater. Daher übrigens auch der Begriff Schmiere: Wenn ein Mangel zugedeckt werden muss, überspielt, wenn ein Loch zugedeckt werden muss, dann wird „geschmiert“.

Nach dem „Raub der Sabinerinnen“ bleibt  Dietmar Lahaine übrigens im komischen Fach. Auch in diesem Jahr wird es zu Weihnachten wieder das Lustspiel „Eine schöne Bescherung“ geben - seit sechs Jahren ein Dauerbrenner im Repertoire des Landestheaters.