VOGELZUG

Storchen-Nest bei Neustrelitz seit 82 Jahren ununterbrochen besetzt

Die Störche sind da. In Groß Quassow, Fürstenhagen und Watzkendorf wurden die ersten Zugvögel dieser Art in Mecklenburg-Strelitz gesichtet. Allerdings sind die Adebare nicht die ersten in der Seenplatte. Längst sind ihre Artgenossen in anderen Regionen zurück.
Heike Sommer Heike Sommer
Die ersten Störche sind da. Dieser hat sich in Groß Quassow niedergelassen.
Die ersten Störche sind da. Dieser hat sich in Groß Quassow niedergelassen. Heike Sommer
Groß Quassow.

Viel Zeit zum Verschnaufen hat sich das Paar nicht genommen. Gleich nach seiner Ankunft am Mittwoch um 18 Uhr machten sich die Störche im Garten von Familie Maaß auf die Futtersuche. Das 82. Jahr in Folge steuern die imposanten Zugvögel ausgerechnet das Storchennest auf dem Scheunendach der Familie Maaß in Groß Quassow an. Und genau so lange wird darüber in der Familie Maaß Buch geführt.

Die Groß Quassower Störche sind eine Besonderheit. Denn sie sind im selben Jahr erstmals auf den Hof gekommen wie Hans-Wilhelm Maaß, der 1938 hier geboren wurde. „Die Störche haben mich gebracht und bewachen mich seitdem bis heute“, gibt er gerne zum Besten. Und auch dieses Mal ist auf den Glücksvogel Verlass. Vom Horst auf dem Scheunendach kann er ganz bequem in die Wiesen starten.

Ausreichend Futter gibt es, davon ist Werner Mösch, offizieller Weißstorchbetreuer beim NABU überzeugt. „Die Böden sind feucht, da findet der Storch genügend Würmer, um nach der langen Reise Energie zu tanken. 10 000 Kilometer haben sie zurückgelegt, wenn sie hier landen. „Die Vögel, die zu uns kommen, haben sich im Januar in Ostafrika auf den Weg gemacht“, sagt er.

Die anderen Adebare waren wohl nur in Spanien

500 Kilometer legen die Tiere am Tag zurück. Wobei sie sich vor allem von der Thermik tragen lassen. „Störche sind hervorragende Segelflieger“, sagt Werner Mösch. Auch in Watzkendorf und Fürstenhagen sind die Störche am Mittwoch eingetroffen, weiß der Storchenbeauftragte. Dass anderen Orts – wie in Woggersin – Störche schon im Februar angekommen sind, erklärt Werner Mösch so: „Entweder sie sind gar nicht erst gen Süden gezogen oder aber es handelt sich um Störche, die in Spanien überwintert haben“, sagt er. Die Entfernung ist mit 2000 Kilometern wesentlich geringer als nach Ostafrika. „Da können die Tiere schon mal früher da sein“, schätzt er ein.

An die 25 Paare steuern in der Regel die Region an – sie entspricht den Altkreisen Neustrelitz und Strasburg. Seit 1970 erfasst Werner Mösch, wie viele Weißstörche sich auf Nestern niederlassen und wie viele Jungvögel sie aufziehen. Während 2018 im Neustrelitzer Umland zwischen Mirow und Feldberg 42 Jungstörche großgezogen wurden und die Bilanz damit besser aussieht als in den zwei Vorjahren, traten im Woldegker Raum nur 15 Jungstörche ihre Reise in den Süden an.

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