UMWELTVERSCHMUTZUNG

Straßenränder im Strelitzer Land verkommen zu Müllkippen

Verpackungsmüll am Fahrbahnrand bleibt wochenlang liegen, denn den Straßenwärtern fehlt schlichtweg die Zeit, noch häufiger auf Reinigungstour zu gehen.
Heike Sommer Heike Sommer
Immer wieder landen Trinkbecher im Straßengraben. Die zuständigen Straßenmeisterein kommen mit dem Sammeln ni
Immer wieder landen Trinkbecher im Straßengraben. Die zuständigen Straßenmeisterein kommen mit dem Sammeln nicht hinterher. Klaus Weber
Carpin.

Diese Beobachtung ärgert Claus Weber aus Zinow wieder und wieder: „Schlimm genug, dass es noch immer Menschen gibt, die nicht wissen, wohin mit ihren leeren Verpackungen. Da ist es einfach, Fenster auf und raus damit, irgendwer wird sich schon drum kümmern“. Gemeint sind jene Zeitgenossen, die in schöner Regelmäßigkeit ihre Fast-Food-Hinterlassenschaften in die Straßengräben an der B 198 schmeißen. Und nicht nur dort. Kaum ein Streckenabschnitt der insgesamt 852 Kilometer Bundes- und 1700 Kilometer Landesstraße im Zuständigkeitsbereich des Straßenbauamtes Neustrelitz bleibt verschont. Doch Schwerpunkte der Vermüllung seien Ampelkreuzungen und Abschnitte in der Nähe von Fast-Food-Ketten.

Säckeweise Abfälle eingesammelt

Mit insgesamt 18 Straßenwärtern sehen sich die Straßenmeistereien kaum in der Lage, öfter als ein Mal im Jahr den Müll einzusammeln. „Wenn die Straßenwärter freitags die Gräben leergesammelt haben, liegt am Montag schon wieder der erste Becher dort“, sagt Tom Ahrenhöfel vom Straßenbauamt Neustrelitz.

Vor der ersten Mahd im Frühjahr durchkämmen die Wärter die Gräben, sammeln säckeweise Abfälle ein. „An Ampelkreuzungen wie vor der Aral-Tankstelle in Neustrelitz oder zwischen Neustrelitz und Neubrandenburg ist es besonders schlimm“, sagt Ahrenhöfel. Zu einer zweiten Sammelaktion reicht oftmals die Zeit nicht. „Die Meistereien arbeiten straff nach einem genauen Plan. Ihre Aufgabe kann es nicht sein, die Unvernunft der Leute auszubaden“, sagt Jens Krage, Chef des Straßenbauamtes Neustrelitz. So kommt es eben auch, dass der Plastikmüll kleingehäckselt statt aufgesammelt wird. Denn mindestens zwei Mal im Jahr müssen die Straßenränder und -gräben gemäht werden. „Da steigt keiner mehr von der Maschine, um den Müll einzusammeln. Die Zeit ist gar nicht dafür da“, sagt Ahrenhöfel. Genau das kritisiert Claus Weber. „Das bleibt mit Sicherheit in der Landschaft und früher oder später landet es als Mikroplastik im Boden“, befürchtet er. Sein Vorschlag: Erst sammeln, dann häckseln.

„Aber dafür fehlt die Zeit und das Personal”

„Das würden wir so auch gerne tun, aber dafür fehlt die Zeit und das Personal“, sagt sein Straßenbauamts-Chef Jens Krage. Man könne nur immer wieder an die Vernunft der Leute appellieren, ihren Müll ordnungsgemäß zu entsorgen. Das Amt könne nicht ausbaden, was gesellschaftlich im Argen liege. Die Vermüllung sei so ein Problem. Jeder sollte sich darüber im Klaren sein, dass damit gemeinschaftliches Eigentum zerstört wird. Das zu beheben, geht zulasten der Steuerzahler.

In Weisdin haben Anwohner im Sommer ein großes Schild aufgestellt, um auf die mutwillige Verschmutzung der B-96-Ortsdurchfahrt aufmerksam zu machen. Regelmäßig machen sich einige von ihnen auch selber auf den Weg, um den Müll einzusammeln.

 

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