Am Limit

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Strelitzer Feuerwehren stoßen an ihre Grenzen

Viel Arbeit für die Feuerwehren: Bei Woldegk standen in der vorigen Woche gleich mehrere Felder in Flammen. Im Juni brannte ein Baucontainer in Neustrelitz und 5000 Quadratmeter Wald gingen Anfang Juli an der Umgehungsstraße in Flammen auf.
Viel Arbeit für die Feuerwehren: Bei Woldegk standen in der vorigen Woche gleich mehrere Felder in Flammen. Im Juni brannte ein Baucontainer in Neustrelitz und 5000 Quadratmeter Wald gingen Anfang Juli an der Umgehungsstraße in Flammen auf.
Alexander Block

Drei Tage in Folge im Einsatz. Glutnester, die noch eine Woche später wieder zu glimmen beginnen. Allein 17 Brände an einem Tag im Kontrollgebiet.

Ein einziger Funkenschlag, eine unter Druck stehende Bauschaumdose oder leider eine unvernünftige Kokelei im Wald reichen aus, damit es dieser Tage richtig brenzlig wird. Aufgrund der lange anhaltenden Trockenheit hatten die Feuerwehren in Mecklenburg-Strelitz zuletzt viel zu tun. Teilweise ging das bis an die Belastungsgrenze der freiwilligen Helfer.

So mussten die Wehren in der Woldegker Region wegen Ackerbränden an drei Tagen in Folge ausrücken. In der vorigen Woche wurden sie am Sonntag, Montag und am Dienstag alarmiert. „Das geht dann schon an die Reserven“, sagt Woldegks Wehrleiter Frank Thude. Zumal viele Kameraden, so wie Thude auch, auswärts arbeiten und die Löscharbeiten am Tage dann immer wieder durch die gleichen Kräfte abgedeckt werden mussten.

Appell an die Landwirte

Einen Aufruf der Friedländer Polizei kann Thude nur unterstreichen. Die Polizei hatte an die Landwirte appelliert, sich nicht allein auf die Feuerwehr zu verlassen. „Die Bauern sollten auf den Feldern Wassertanks bereitstellen, damit sie kleine Flammen selbst schnell löschen können. Außerdem sollten sie Brandschutzstreifen pflügen“, hieß es von der Polizei. Im Woldegker Bereich halten die Landwirte inzwischen auch einen größeren Wassertank vor, der im Ernstfall mit in den Einsatz geschickt werden kann, lobt der Woldegker Feuerwehrchef.

Am Limit sieht Thomas Tschirch, Wehrleiter in Neustrelitz, seine Truppe zwar noch nicht. Aber auch hier wurden Blaulicht und Martinshorn zuletzt nahezu täglich eingeschaltet. Viel Ärger hatten die Neustrelitzer Kameraden dabei mit der vermutlichen Brandstiftung zweier Jugendlicher im Wald an der Umgehungsstraße. Weil immer wieder Glutnester am Boden auftauchten, musste die Feuerwehr mehrmals dorthin ausrücken. „Letztmalig am Freitag“, sagt Tschirch. Gebrannt hatte es wohlgemerkt am Sonntag davor. Die derbe Trockenheit hatte dazu geführt, dass sich die Glutnester so hartnäckig im Boden hielten.

So einen extremen Tageswert gab es noch nie

Gut sei, dass der Landkreis und die Forstämter jetzt zusätzliche Ressourcen bereitstellen, sagt Tschirch. So könne etwa ein Katastrophenschutzfahrzeug mit einem 7000-Liter-Tank für den Ernstfall angefordert werden. Die Hitze und die lange Trockenheit bedeuten auch für die Mitarbeiter in der Waldbrandwarnzentrale in Mirow viel Stress. „Die Lage ist in diesem Jahr wirklich extrem“, sagt Dirk Erdmann von der Zentrale. Allein 17 Brände stellten die Waldbrandüberwacher etwa am 2. Juli fest. So einen hohen Tageswert habe es noch nie gegeben seit Bestehen der Überwachungszentrale, die kamera- und computergestützt etwas mehr als die Hälfte der Waldflächen kontrolliert. Dabei seien es weniger die Waldbrände, die den Förstern Sorge bereiten. „Das Schlimmste sind die Ackerbrände, die dann vielleicht noch auf angrenzenden Wald übergreifen“, so Erdmann. Das Kamerasystem der Zentrale blickt über Waldgrenzen hinweg, sodass natürlich auch Rauchentwicklungen auf den Feldern gesehen werden.

Auch am Montag erschienen wieder mehrere Warnmeldungen auf den Bildschirmen der Forstüberwacher. Es blieb bis zum Nachmittag zum Glück nur bei Verdachtsfällen. Weiterhin gilt für die Strelitzer Wälder und Felder die höchste Gefahrenstufe 5.