Pferderipper

Strelitzer Pferdehalter bangen Nacht für Nacht um ihre Tiere

Der Messerangriff auf eine Stute hat Pferdehalter in Alarmbereitschaft versetzt. Doch viel ausrichten können sie mit ihren Schutzmaßnahmen nicht.
Heike Sommer Heike Sommer
Zum Ausritt fertig. Abends gehen die Pferde wieder auf die Weide. Doch seit der Pferderipper in Godendorf zuschlug, hat
Zum Ausritt fertig. Abends gehen die Pferde wieder auf die Weide. Doch seit der Pferderipper in Godendorf zuschlug, hat man auf dem Pferdehof Hilly Billy Town ein mulmiges Gefühl. Heike Sommer
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Neustrelitz.

Unter Pferdehaltern hat sich die Nachricht schnell verbreitet, dass in Godendorf eine Stute von einem Messerstecher schwer verletzt wurde. „Die betroffene Besitzerin hat uns nach dem Angriff informiert“, sagt Bergit Kiel vom Pferdehof „Hilly Billy Town.“ Seitdem bangen die Hofbetreiber Nacht für Nacht um ihre Tiere. Schließlich liegt ihre Ranch samt Weidefläche nur einen Steinwurf entfernt vom Tatort.

Viel Hoffnung, dass der Täter gefasst wird, macht sich Bergit Kiel nicht. Zumal der Pferderipper nicht zum ersten Mal in der Gegend zugeschlagen hat. Im März war auf dem Ferien- und Pferdehof Scholz in Ollendorf eine 23-jährige Stute schwer verletzt und traumatisiert worden. Auch in Ollendorf hat man erneut Vorsichtsmaßnahmen getroffen. „Wir holen unsere Pferde jeden Abend von der Koppel und bringen sie in der Nähe des Hauses unter“, sagt Brigitte Scholz. Bei 35 Pferden ist das ein erheblicher Aufwand. „Ob es hilft, ist eine andere Frage. Denn als unsere Stute damals misshandelt wurde, geschah das ja gar nicht weit weg vom Haus“, sagt sie.

Mit dem Wohnwagen auf der Koppel

Auch Bergit Kiel ist sich bewusst, dass sie mit ihren Schutzmaßnahmen nur wenig bewirken kann. Seit Bekanntwerden der Tat campieren sie und ihr Mann in einem Wohnwagen auf der Koppel, um die Tiere – drei Ponys und 15 Pferde – zu bewachen. „Wir haben zudem drei Hunde zu laufen, die Alarm schlagen“, sagt die Hofbetreiberin. Man habe auch schon überlegt, Kameras aufzustellen, aber der Aufwand sei zu groß. „Wir haben immerhin 28 Hektar, die von Wald und See begrenzt werden“, sagt ihr Partner Bernhard Blunk. Dennoch, gar nichts zu tun, kommt für die beiden überhaupt nicht infrage. „Man macht sich sonst ständig Vorwürfe, es vielleicht doch verhindern hätten zu können“, sagt Bergit Kiel.

Seit 30 Jahren gibt es den Pferdehof „Hilly Billy Town“ in Godendorf. Dass jemand einem Tier so etwas Widerwärtiges wie jetzt der Nachbarsstute antun kann, macht Bergit Kiel wütend. „Pferde vertrauen dem Menschen, sie sind neugierige Tiere“, sagt sie. Was sie ebenfalls empört: Selbst wenn der Täter gefasst wird, muss er sich lediglich wegen Sachbeschädigung und Verstoßes gegen den Tierschutz verantworten. „Aber Tiere sind keine Sachen, sondern Lebewesen, die fühlen“, sagt sie. Das sieht Brigitte Scholz vom Pferdehof in Ollendorf nicht anders. Ihre Stute Celine, die im März so schwer so verletzt worden war, ist zwar inzwischen wieder wohlauf. Aber die Angst ist auf dem Hof noch nicht ganz verflogen und durch den aktuellen Vorfall wieder aufgeflammt. „Ich fand es sehr gut, dass uns die betroffene Tierhalterin umgehend informiert hat“, lobt sie.

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