NATURFÜHRER

Strelitzer wollen für gute Gesundheit wandern gehen

Auf der Suche nach Alleinstellungsmerkmalen für den Tourismus in Deutschland möchte man in MV mit einer Idee punkten. Einige Leute aus der Region sind schon dabei, diese mit Leben zu füllen.
Die Gesundheitswanderführer aus dem Strelitzer Land: Otto Woit, Ralf Wendt, Sabine Görmar und Heike Brechler (von li
Die Gesundheitswanderführer aus dem Strelitzer Land: Otto Woit, Ralf Wendt, Sabine Görmar und Heike Brechler (von links nach rechts). Privat
Hohenzieritz ·

In Zeiten, in denen fast alle über die eine Krankheit sprechen, ist auch das eine gute Nachricht: Zwei Frauen und zwei Männer aus dem Strelitzer Land beschreiten neue Wege. Sie wollen künftig als Gesundheitswanderführer unterwegs sein. Eine Ausbildung haben sie absolviert und die entsprechenden Prüfungen im Herbst bestanden. Ein Zertifikat bestätigt seitdem die Befähigung zum Gesundheitswanderführer.

Otto Woit ist einer der Wanderführer. Er ist ehrenamtlich unterwegs. Auf Schusters Rappen die Natur zu erkunden ist schon länger sein Hobby, bekennt er. Eine Ausbildung zum Natur- und Landschaftsführer hatte der 69-Jährige schon zu einem früheren Zeitpunkt absolviert. Vor der Weiterbildung in Sachen Gesundheit hat sich der Hohenzieritzer anschließend nicht gescheut.

„Geht es doch jetzt darum, zusätzliche Übungen, etwa zur Stärkung der Muskulatur, in den Ablauf einer Wanderung einzubauen“, wie er konstatiert. Beziehungsweise Wanderungen gezielt so auszusuchen, dass dabei auch ein paar Höhenmeter zu überwinden sind.

Otto Woit wandert bereits seit 20 Jahren. Er kennt sich auch in Sachen Heimatgeschichte aus und fühlt sich nunmehr gewappnet, hinsichtlich der Gesundheit seinen Mitwanderern einen Mehrwert anbieten zu können. Gemeinsam mit Otto Woit haben Ralf Wendt, Sabine Wendt und Heike Brechler die Ausbildung absolviert.

Bewusster Unterschied zum normalen Wandern

Landesweit gibt es noch nicht sehr viele Gesundheitswanderführer. Wie Katrin Hackbarth vom Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern dem Nordkurier sagte, haben bislang 15 Frauen und Männer dieses Zertifikat erworben. Unter Gesundheitswanderungen „verstehen wir eine Kombination aus Wanderungen, die untersetzt sind mit ausgewählten Übungen, die Koordination, Kraft, Ausdauer und Entspannung verbessern“, so Hackbarth.

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Dem Verband sei es wichtig, Gesundheitswanderungen zu unterstützen, das Bewusstsein für einen nachhaltigen und gesunden Lebensstil und die Motivation, im Urlaub und in der Freizeit für die persönliche Gesundheit vorzusorgen, nehme stetig zu. Mecklenburg-Vorpommern habe neben Regionen wie Bayern oder Baden-Württemberg sehr gute Voraussetzungen für den Gesundheitstourismus. Insbesondere Luft, Klima und ortsgebundene Heilmittel würden für einen Wettbewerbsvorteil sorgen.

Gesundheitstourismus für Urlaubsland MV

Das Gesundheitswandern sei ein Baustein, den Gesundheitstourismus im Urlaubsland voranzutreiben und damit der Nachfrage zu begegnen. Das Zertifikat könnten nur Menschen mit den Berufen beziehungsweise Ausbildungen Physiotherapeut, Krankengymnast, Arzt, Zertifizierter Landschafts- und Naturführer und Wanderführer sowie Sportwissenschaftler, Sport- und Gymnastiklehrer an der Fortbildung erwerben.

Der Verband unterscheide bewusst zwischen Wandern und Gesundheitswandern, erklärte Katrin Hackbarth. Der entscheidende Unterschied sei, dass Gesundheitswanderungen in der Regel eher kurz und angeleitet seien und eben mit Übungen untersetzt würden, die darauf zielen Kraft, Koordination, Dehnfähigkeit, Ausdauer und Entspannung zu verbessern.

Die Gesundheitswanderführer aus Mecklenburg-Strelitz wollten im Februar zu ihrer ersten Wanderung einladen. Der Start ist für den 5. Februar vorgesehen. Die Wanderstrecken führen rund um Neustrelitz, so am Domjüchsee, am Großen Prälank-See, am Langen See entlang und durch die Kalkhorst. Ein entsprechender Flyer ist in Vorbereitung.

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