SONDERFÜHRUNG

Symbolik im Mirower Schloss wird entschlüsselt

Die Figuren im Mirower Schloss sprechen ihre ganz eigene Sprache. Museumsleiterin Susanne Bocher wird demnächst bei einer Sonderführung Besucher in die Bildsprache der reichhaltigen Stuckarbeiten einweihen.
Schlossleiterin und Museumspädagogin Susanne Bocher kennt den Code, der hinter den Wandverzierungen im Festsaal steht.
Schlossleiterin und Museumspädagogin Susanne Bocher kennt den Code, der hinter den Wandverzierungen im Festsaal steht. Tobias Lemke
Im Gartensaal taucht Boreas auf, der in der griechischen Mythologie den Nordwind darstellt.
Im Gartensaal taucht Boreas auf, der in der griechischen Mythologie den Nordwind darstellt. Tobias Lemke
Ein Gemälde im Schloss zeigt Sophia Albertine von Erbach-Erbach im Harlekin-Kostüm.
Ein Gemälde im Schloss zeigt Sophia Albertine von Erbach-Erbach im Harlekin-Kostüm. Tobias Lemke
Mirow.

Im Schloss Mirow können Besucher demnächst auf die Suche nach besonderen Details gehen. Schlossleiterin Susanne Bocher wird demnächst in einer Sonderführung „Von Putten, Sphingen und Fanfaren“ Näheres über all die Engelchen, Wappen und Fabelwesen berichten. Davon gibt es etwa im großen und üppig verzierten Festsaal jede Menge.

Der prachtvolle Saal sollte nicht nur schön aussehen, sondern die Erbauer haben sich einst durchaus Gedanken zur Symbolik der reichhaltig vorhandenen Stuckarbeiten gemacht. „Heute kennt man eine solche Bildsprache gar nicht mehr“, sagt Bocher. Hinter vielen Gestaltungselementen stecke nämlich eine tiefere Bedeutung. Oft wurde sich auch Bildern der griechischen oder römischen Mythologie bedient.

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Ein voller Früchtekorb sollte etwa signalisieren, dass eine Regentschaft Früchte trage. Löwen und Adler, die Könige im Tierreich beziehungsweise der Lüfte, waren von jeher Herrschaftssymbole. Wer genau hinschaut, wird im Festsaal des Mirower Schlosses aber auch alle vier Jahreszeiten entdecken. Wo genau und warum über einem der Kamine ein sächsisches Landeswappen hängt, solche Fragen werden bei der Führung beantwortet. Neben der Bildsprache im Festsaal wird Susanne Bocher bei dieser Führung erstmals auch im Gartensaal auf Entdeckungstour mit den Besuchern gehen.

Überraschung für verkleidete Kinder

Passend zur fünften Jahreszeit widmet sich das Museum im Schloss zudem dem Karneval und welche Rolle Maskenbälle und das Verkleiden im höfischen Leben spielten. Kinder, die zu dieser Sonderführung verkleidet kommen, erwartet eine kleine Überraschung. Tatsächlich kann das Schloss auch mit einem außergewöhnlichen Exponat in Sachen Karneval aufwarten. Im Schloss hängt ein Gemälde der jungen Sophia Albertine von Erbach-Erbach, und zwar im Harlekin-Kostüm mit Maske in der Hand. Ihre Tochter Elisabeth Albertine, die durch Heirat Herzogin in Mecklenburg-Strelitz wurde, hatte das Gemälde wohl als Souvenir und Erinnerung an die Mutter mit nach Mirow gebracht.

Die Frauen von Schloss Mirow, errichtet wurde der Prachtbau ab etwa 1709 als Witwensitz für Herzogin Christiane Aemilie Anthonie, stehen schließlich noch mal im Mittelpunkt einer Führung am Internationalen Frauentag, dem 8. März. Von der Bauherrin bis zur Mutter der Königin von Großbritannien gibt es viel Spannendes über die Damen des Hauses zu berichten.

 

Sonderführungen:

  • 23. Februar, 14 bis 15 Uhr „Von Putten, Sphingen und Fanfaren“
  • 25. Februar, 14 bis 15 Uhr „Der bunte Harlekin“
  • 8. März, 14 bis 15 Uhr „Die Frauen von Schloss Mirow“

Das Schloss Mirow kann im Winter auch außerhalb der Sonderführungen nach Anmeldung unter 039833 2751187664 oder per Mail an schloss-mirow@mv-schloesser.de in der Regel täglich von 10 bis 18 Uhr besucht werden.

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