WOLDEGK: NEUJAHRSEMPFANG DER STADT

Tafelfrau freut sich über Ehrenurkunde

Dorothee Nitsch ist in der Windmühlenstadt ausgezeichnet worden. Seit drei Jahren versorgt sie aus Neubrandenburg und mit einer mobilen Station kommend Bedürftige mit Lebensmitteln.
Die Stadt Woldegk hatte am Freitagabend zu ihrem Neujahrsempfang geladen und viele Bürger waren der Einladung gefolgt.
Die Stadt Woldegk hatte am Freitagabend zu ihrem Neujahrsempfang geladen und viele Bürger waren der Einladung gefolgt. Marlies Steffen
Dorothee Nitsch von der Neubrandenburger Tafel erhielt die Ehrenurkunde der Stadt Woldegk. Zu den ersten Gratulanten gehö
Dorothee Nitsch von der Neubrandenburger Tafel erhielt die Ehrenurkunde der Stadt Woldegk. Zu den ersten Gratulanten gehörten Bürgermeister Ernst-Jürgen Lode (SPD) und sein Stellvertreter Jens-Uwe Rzehak. Marlies Steffen
Woldegk.

Es war wohl auch ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk: Dorothee Nitsch, die Leiterin der Neubrandenburger Tafel, ist vor wenigen Tagen 60 Jahre alt geworden. Am Freitagabend erhielt sie die Ehrenurkunde der Stadt Woldegk. Die Neubrandenburgerin betreut seit viereinhalb Jahren die Außenstelle der Tafel in der Windmühlenstadt. Einmal wöchentlich ist sie mit ihrer mobilen Station in einem Transportfahrzeug vor Ort. Auf einem Platz vor der Kirche werden Lebensmittel ausgegeben.

Wir brauchen keinen Raum“, sagte Dorothee Nitsch dem Nordkurier nach der Ehrung. Das würde nur den Aufwand erheblich erhöhen. Die Lebensmittel sind bereits in Kartons für zwei beziehungsweise drei Personen verpackt. Die Tafelnutzer würden die entsprechenden Verpackungsgrößen erhalten und die Behältnisse auch sofort auspacken, damit diese wieder zur Verfügung ständen. „Das hat sich bewährt“. Insgesamt zählt die Tafelfrau in Woldegk mehr als 120 Kunden. Etwa 70 bis 80 von ihnen seien Stammgäste.

Bloß nichts wegwerfen, war die Devise

Die Idee für die Errichtung einer Tafelaußenstelle in Woldegk hatte Dorothee Nitsch angesichts des Überflusses der von Discountern zur Verfügung gestellten Lebensmittel. „Bloß nichts wegwerfen“, das war damals die Devise, erinnert sich die Neubrandenburgerin. Sie fragte beim Woldegker Bürgermeister Ernst-Jürgen Lode an und traf dort sofort auf offene Türen. Inzwischen gehören auch drei Lebensmitteldiscounter aus der Windmühlenstadt zu den Tafelgebern.

„Hier ist alles bestens“, lobte sie. Sie achte auch penibel darauf, dass der Platz vor der Kirche stets sauber verlassen wird. Dazu gehöre auch, dass keine Zigarettenkippen liegen bleiben. Hier helfe der Hausmeister der Kirchengemeinde vorbildlich, befand Dorothee Nitsch. Über die Auszeichnung mit der Ehrenurkunde hat sie sich verständlicherweise sehr gefreut.

 

Der Neujahrsempfang in Woldegk galt am Ende aber verständlicherweise nicht Dorothee Nitsch allein. Bürgermeister Ernst-Jürgen Lode (SPD) sprach allen, die sich ehrenamtlich engagieren, seinen Dank aus. Und er warf einen Blick in die Zukunft. Nach dem Ende der aktuellen Wahlperiode soll es in Woldegk einen hauptamtlichen Bürgermeister geben, kündigte Lode an und forderte die im Saal Anwesenden sogleich auf, sich zu bewerben.

Stadtbild soll sich verändern

Vor allem städtebaulich wird sich in der Windmühlenstadt in den kommenden Jahren noch einiges tun. So soll das Stadtzentrum wieder mehr dem Charakter einer Ackerbürgerstadt entsprechen, hierzu ist der Abriss eines Wohnblocks mit 48 Wohnungen vorgesehen. Die ersten Kündigungen werden noch in diesem Jahr ausgesprochen, so der Bürgermeister. Entstehen sollen im Gegenzug 26 neue Wohnungen. Hierzu hatte die Stadt zu einem Ideenwettbewerb aufgerufen, dessen erste Ergebnisse bereits öffentlich vorgestellt wurden. Ein neues Wohnhaus wird derzeit schon in der Klosterstraße gebaut. Hier entstehen neun Wohnungen.

Sportzentrum ist in Planung

Bessere Bedingungen sollen offenbar auch endlich die Woldegker Sportler erhalten. So ist in der Stadt die Errichtung eines neuen Sportzentrums geplant, das unter anderem den seit vielen Jahren erfolgreichen Keglern einen modernen Trainings- und Wettkampfrahmen geben soll. Mit Blick auf den Sport kündigte das Stadtoberhaupt auch an, dass der Pferdesportverein im Februar für seine langjährige Jugendarbeit geehrt werde.

Für das laufende Jahr liegen die Schwerpunkte auf Investitionen unter anderem beim Bauhof, für die Feuerwehrlöschfahrzeuge, für die Schule und für Spielgeräte. Der Bau des Feuerwehrgerätehauses in Rehberg soll beendet werden. Geld soll auch für die Löschwasserbereitstellung aus dem Burggraben eingesetzt werden.

Am Ende erhielt auch Woldegks Stadtoberhaupt sogar noch eine kleine Ehrung. Ein Horst-Schlemmer-Double, das den gemütlichen Teil des Abends einleitete und mit seinem Auftreten für viele Lacher sorgte, überreichte Lode unter anderem das – sicher nicht ganz ernst gemeinte – goldene Schlüsselband in Rot.

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