1945 in Brand gesteckt

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Tagung in Neustrelitz über Zukunft des Residenzschlosses

Im Schlossgarten von Neustrelitz wurde das alte Residenzschloss im Jahr 2006 als Zeltkulisse für die Operette "Luise-Königin der Herzen" aufgebaut.
Im Schlossgarten von Neustrelitz wurde das alte Residenzschloss im Jahr 2006 als Zeltkulisse für die Operette „Luise-Königin der Herzen” aufgebaut.
Zander U.

Im Finanzministerium gibt es Pläne, was mit dem Keller des Schlosses geschehen könnte. Dagegen regt sich Widerstand.

Bei einer Tagung in Neustrelitz wird am Montag über den Umgang mit dem 1945 abgebrannten Residenzschloss beraten. Hintergrund sind Pläne des Schweriner Finanzministeriums, den Keller des Schlosses als Ruine zu sichern und aufzufüllen. Dagegen regt sich Widerstand. Mehrere Vereine und etwa Ex-Bildungsminister Henry Tesch (CDU) wollen die Pläne stoppen.

Förderverein Berliner Schloss eingeladen

Einige favorisieren auch Pläne, die einen Wiederaufbau des barocken Adelssitzes in moderner Form möglich machen. Dazu wurde von der Stiftung Mecklenburg als Veranstalter der Geschäftsführer des Fördervereins Berliner Schloss, Wilhelm von Boddien, eingeladen.

Unter dem Motto „Gedankenaustausch” wird Boddien zum Thema „Verrückte Ideen sind durchsetzbar – oder wie man Freunde dafür gewinnt”, sprechen. In Berlin wird nach jahrzehntelanger Debatte das Stadtschloss in moderner Form als Humboldt Forum mit historischer Fassade erbaut.

Das Residenzschloss Neustrelitz war früher das Symbol des Großherzogtums Mecklenburg-Strelitz und Kern des Ensembles aus Tiergarten, Theater, Marstall, Schlosspark und Schlosskirche. Es wurde im April 1945 in Brand gesteckt, der Hergang ist bis heute nicht aufgeklärt. Die Ruinen ließ die SED-Führung später abtragen.