Der Neubau der Theaterwerkstätten am Bürgerseeweg soll dazu beitragen, dass die TOG fit gemacht wird für die Zu
Der Neubau der Theaterwerkstätten am Bürgerseeweg soll dazu beitragen, dass die TOG fit gemacht wird für die Zukunft. Die Halle steht bereits, derzeit läuft drinnen der technische Ausbau. Tobias Lemke
Kultur

Theater in Neustrelitz übersteht Corona-Zwangspause

In der vergangenen Spielzeit wurde bei der Theater und Orchester GmbH Geld eingespart. Das ist gut, denn es muss vor halbleeren Rängen gespielt werden.
Neustrelitz

Nach turbulenten Jahren und heißen Diskussionen um Fusionspläne steht die Theater und Orchester GmbH (Tog) Neubrandenburg/Neustrelitz derzeit wirtschaftlich auf stabilen Füßen. Das teilte Tog-Intendant Sven Müller in dieser Woche im Neustrelitzer Ausschuss für Kultur und Tourismus mit. Dabei nannte er drei wichtige Punkte, die sich aktuell positiv bemerkbar machten. Allen voran wurden zuletzt noch Unsicherheiten der Finanzierung des Theaterpakts aus dem Weg geräumt. Bis einschließlich 2028 sind die Landeszuschüsse nun festgeschrieben.

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hatte kürzlich per Brief verlauten lassen, dass die jetzt geschlossene Einzelvereinbarung die abschließende Umsetzung des Theaterpakts markiere und damit „Klarheit und Planungssicherheit“ bringe.

Nur die Hälfte der Plätze für Ticket-Verkauf gedacht

Ärgerlich war zwar die Zwangspause aufgrund der Coronapandemie, diese stellte aber am Ende eine große Kostenersparnis dar. So konnte die Ausgabenseite, etwa durch Kurzarbeit, soweit heruntergefahren werden, dass die Einnahmeausfälle, weil nicht gespielt werden konnte, sogar überkompensiert wurden. „Als Theater ging das im Gegensatz zu anderen Einrichtungen wie etwa einem Tierpark, der laufende Kosten hat“, erklärte Müller.

Die Überschüsse seien nun viel wert. Denn ein Teil werde sicher wieder aufgebraucht, da aktuell noch nicht vor vollem Haus gespielt werden kann. Derzeit geht im Theater nur die Hälfte der Zuschauerplätze in den Verkauf. „Ich hatte in meiner Karriere noch nie eine so gute Auslastung und gleichzeitig aber so wenig Karten verkauft“, erklärte Müller die Krux bei der Sache. Ob 2G- oder 3G-Regel, das werde derzeit natürlich auch bei der Tog diskutiert. Als öffentlich rechtliches Haus wolle man jedoch keine Gruppe ausschließen. Das heißt, auch Ungeimpfte können mit einem aktuellen Test in die Vorstellungen gehen.

Zudem können Überschüsse nun für den Abbau des Investitionsstaus verwendet werden. So gebe es einige „bühnentechnische Dinge“, die ersetzt werden müssen. Wichtiger Punkt sei hier schon mal der fast abgeschlossene Neubau der Theaterwerkstatt am Bürgerseeweg für rund 3,1 Millionen Euro. Hier sei man im Zeit- und Kostenrahmen geblieben, so Müller. In diesen Wochen werde die technische Ausstattung in der Werkstatt vorgenommen. Mitte Dezember solle die Eröffnung gefeiert werden.

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Neue Oper erzählt von Sophie Charlotte

Neben dem Finanziellen stimme vor allem aber das Künstlerische im Haus. Müller nannte beispielhaft Stücke, die in der neuen Spielzeit produziert werden oder bei denen sich die Wiederaufnahme lohne, da sie bislang kaum zu sehen waren. Das Engagement des Posaunisten und Komponisten Mike Svoboda als „Artist in Residence“ hob er hervor. Svoboda schreibe ein neues Stück und werde es mit der Neubrandenburger Philharmonie zur Uraufführung bringen. Mit Spannung darf zudem die Oper des Strelitzer Komponisten Torsten Harder erwartet werden. Er hat von der Tog den Auftrag für eine Oper „Sophie Charlotte“ erhalten. Der erste Akt sei von Harder bereits vorgelegt worden und mache Lust auf mehr.

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