Ball in Neustrelitz
Theater wird zum Palast aus 1001 Nacht

Margit Skowronek-Blendermann erklärt dem Team ihre Vorstellungen, wie der Ballsaal aussehen sollen.
Margit Skowronek-Blendermann erklärt dem Team ihre Vorstellungen, wie der Ballsaal aussehen sollen.

Auf dem Theaterball in Neustrelitz wird es exotisch. Das ganze Landestheater wird in bunte Gewänder gehüllt sowie mit Teppichen und funkelnden Schätzen verziert.

Nicht mal, dass sich nun sogar Manuela Schwesig angekündigt hat, reißt das Team des Landestheaters bei ihren Vorbereitungen für den heutigen Theaterball aus dem Tunnel: „Wir nehmen es gelassen – unser Plan funktioniert auch mit der Ministerpräsidentin“, lacht Organisatorin Chantal Obermair.

Viel Zeit für Aufregung bleibt dem Team der Theater und Orchester GmbH in Neustrelitz nämlich nicht: Schließlich hatten die Organisatoren nur wenige Tage, das Landestheater gemäß des diesjährigen Mottos in einen Palast aus „1001 Nacht“ zu verwandeln – und das gleich auf mehreren Ebenen: Auf der Bühne wurde wieder ein spezieller Boden zum Tanzen verlegt, über den regulären Sitzplätzen eine neue Ebene mit Tischen und Stühlen montiert. Die Fassaden zieren prächtige Gewänder in allen möglichen Farben – von Pink bis Azurblau. Palmen, Goldkisten, exotische Teppiche und gigantische Kronleuchter laden zum Staunen ein.

Alles muss gleichzeitig aufgebaut werden

„Es ist eine logistische Meisterleistung“, sagt Ausstatterin Margit Skowronek-Blendermann. Denn alles müsse gleichzeitig aufgebaut werden. Das sei nur möglich, weil das ganze Theater emsig mit anpacke.

Wenn alle 250 Stühle innerhalb einer Stunde mit Husaren bezogen werden müssen, erschallt laut Skowronek-Blendermann sogar ein Haus-Durchruf in allen Fluren – dann hilft auch die Chefetage mit. Nach musikalischer Eröffnung sowie Grußworten von Theaterleitung und Förderverein folgt sogleich das große Programm – unter anderem mit dem Opernchor, der Tanzkompanie und ersten Einlagen aus dem neuen Stück „Kismet“. Mit dabei: Schlangen-Frau Nina Burri. Sie soll auf die kommenden Festspiele aufmerksam machen. Den finalen Höhepunkt der Vorführung will Obermair allerdings noch nicht verraten.

Philharmonie spielt klassische Standard-Tänze

Trotz des orientalischen Rahmens besinnen sich die Theatermacher in den Tanzrunden – begleitet durch die Neubrandenburger Philharmonie – auf die klassischen Standard-Tänze. „Viele freuen sich ein Jahr darauf, dass sie endlich wieder tanzen können“, sagt Theater-Sprecherin Wenke Frankiw.

Für alle Tanz-Muffel fährt das Team noch ein zeitgleiches Extra-Programm auf. So führt das Ensemble im Rangfoyer eine Version von „Mord im Orient-Express“ vor. „Die Kriminalisten unter den Gästen können mitraten, wer der Mörder ist“, sagt Obermair. Außerdem würden im Theaterkeller Märchen über den Seefahrer Sindbad auf Zuhörer warten.

Selbst nach den letzten Klängen der „Summer Sun Band“ in den frühen Morgenstunden wird das bunte Treiben aller Beteiligten aber längst nicht vorbei sein. So muss das prächtige Büfett vom Hotel am Ring laut Theater-Sprecherin Frankiw noch am selben Tag vollständig abgebaut werden. Schließlich stehe das Salonorchester Neustrelitz schon für den Frühlingsball am Sonntag in den Startlöchern.