UNHALTBARE ZUSTÄNDE IM PROBENHAUS

Theatergesellschaft will in Neustrelitz neue Werkstatt bauen

Strukturelle Umwälzungen und mehr Austausch sollen im Landestheater für frischen Wind sorgen. Doch mit einer neuen Werkstatt ist noch längst nicht alles angepackt.
Robin Peters Robin Peters
Im Probenhaus in Neustrelitz wird noch immer auf engstem Raum gearbeitet. Das könnte schon im nächsten Jahr vorbei s
Im Probenhaus in Neustrelitz wird noch immer auf engstem Raum gearbeitet. Das könnte schon im nächsten Jahr vorbei sein. Robin Peters
Neustrelitz.

Die Theater und Orchester GmbH will eine neue Richtung einschlagen – und wagt sich unter geänderter Führung sogleich an ein großes Projekt: Schon in Kürze soll abseits des bekannten Geländes eine neue Werkstatt entstehen. „Wir tun alles dafür, dass wir im nächsten Jahr mit dem Bau starten können“, sagte Malte Bähr, Kaufmännischer Geschäftsführer der Theater und Orchester GmbH (TOG) auf der Sitzung des Kulturausschusses der Stadt Neustrelitz.

Ein Bauplatz ist schon gefunden: Im Gespräch sei ein Grundstück im Bürgerseeweg. In der alten Werkstatt im Probenhaus würden dagegen unhaltbare Zustände herrschen. Außerdem beanspruche das benachbarte Straßenbauamt Neustrelitz die Räumlichkeiten für sich.

Riesiger Investitionsstau

Möglich wird der Werkstatt-Bau auch durch einen selten da gewesenen Überschuss in der Kasse. Doch: „Das ist ein Tropfen auf den heißen Stein“, sagte Bähr. Eine Bestandsaufnahme habe offengelegt, dass ein riesiger Investitionsstau aufgelaufen sei. Durch den Theaterpakt könne sich das Team aber auf eine langfristige Stabilität einstellen.

Intendant Sven Müller kündigte darüber hinaus strukturelle Veränderungen an: Das Team arbeite bereits an einem Leitbild sowie einer neuen Marketing-Strategie. Der Theater-Chef will zusätzliche Gremien für eine bessere Kommunikation im Haus einführen. Ziel sei ein wertschätzender Umgang miteinander. „Neuausrichtung heißt aber nicht, dass wir alles anders machen wollen“, so Müller. Festhalten wolle die TOG zum Beispiel unbedingt an der Zusammenarbeit mit der Deutschen Tanzkompanie Neustrelitz.

Was wird aus der Theaterpädagogik?

Als Generalist bringe die TOG alle Sparten auf die Bühne. „Wir sollten uns nicht spezialisieren“, betonte der Intendant. Theater, Konzerte und Opern seien längst nicht mehr allein etwas für das Bildungsbürgertum. Diese Denkweise stamme aus vergangenen Jahrhunderten. „Wir spielen gerne für jeden, der kommt.“

Der Stellvertretende Vorsitzende des Kulturausschusses, Thomas Kowarik (Die Linke), hakte während der Konzept-Vorstellung allerdings noch einmal nach und erkundigte sich auch nach der Zukunft der Theaterpädagogik. Intendant Sven Müller betonte daraufhin zwar die hohe Bedeutsamkeit dieses Bereichs, räumte aber gleichzeitig einen begrenzten Spielraum ein: „Wir haben dort nur eine Stelle“, so Müller.

Theaterpakt kostet Stadt jedes Jahr mehr

„Ich begrüße die neue Schlagkraft“, sagte Bürgermeister Andreas Grund auf der Sitzung. Er gab jedoch zu Bedenken, dass durch den Theaterpakt jährlich Mehrausgaben auf die Stadt zukämen. Diese würden sich insbesondere aus der Dynamisierung der Personalkosten ergeben – also aus der Tarifangleichung der Gehälter. Detailfragen müssten noch mit den Gesellschaftern geklärt werden. Die Vereinbarung sei deshalb an gewisse Erwartungen geknüpft: „Es soll Kooperation stattfinden“, so Grund.

Der Kultursausschuss des Landkreises hat sich am Mittwochabend ebenfalls mit den Zielen der TOG befasst und sie in den Kreistag durchgewunken.

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