AUS DEM TIERHEIM AUF DIE BÜHNE

Theaterkatze Püppy darf in Neustrelitz auf die Bühne

Ungewöhnlichen Besuch gab es nun auf der Bühne des Neustrelitzer Landestheaters. Eine Katze war zu Gast. Eine die viele dort schon kennen.
Marlies Steffen Marlies Steffen
Püppy durfte ausnahmsweise auf die Bühne. Die Katze von Uwe Wrosch ist häufig in der Nähe des Theaters anzutreffen.
Püppy durfte ausnahmsweise auf die Bühne. Die Katze von Uwe Wrosch ist häufig in der Nähe des Theaters anzutreffen. Marlies Steffen
Neustrelitz.

Man merkt es Püppy an. So auf Händen getragen zu werden ist ja ganz schön, aber die Katzendame würde dann jetzt doch lieber stromern gehen. Jetzt, wo sie schon mal Bühnenluft schnuppern kann. Sie würde blitzschnell in der Tiefe des Raums verschwinden, die Requisiten beschnuppern und es sich vielleicht zum Schluss auf einem der mit hellen Tüchern abgedeckten Theatersesseln bequem machen. Doch das geht jetzt gerade nicht. Herrchen Uwe Wrosch hält Püppy fest. Wenn sie einmal unterwegs ist, ist sie unterwegs. Und ob sie sich dann einfangen lässt...

So nah am Ort des Geschehens ist Püppy nicht oft, ausnahmsweise darf sie an diesem Vormittag für den Fototermin mit der Nordkurier-Redakteurin auf die Bühne. Denn Püppy hat sich längst einen Namen als Theaterkatze im Landestheater Neustrelitz gemacht. Sie sitzt oft auf der Mauer am Theatervorplatz, manchmal schafft sie es auch in eine der Werkstätten. Auch auf dem Theatervorplatz sieht man sie öfter, wenn abends die Vorstellungen beginnen oder zu Ende sind, sucht sie die Nähe der Besucher.

Die Katze ist die Königin

Püppy ist unweit des Theaters bei Mirjam und Uwe Wrosch in der Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße zu Hause. „Sie ist unsere Königin“ bekennt Mirjam Wrosch unumwunden. Denn in dem Haushalt leben noch zwei weitere Katzen und ein Jack-Russell-Mischling. Püppy haben Wroschs vor zehn Jahren aus dem Tierheim Neustrelitz geholt. Es war eine Fundkatze, ihr Sohn hatte sich eine Samtpfote gewünscht. Von ihm stammt auch der Name Püppy – mit y am Ende.

Gleich am Anfang haben Wroschs ihr neues Familienmitglied vor zehn Jahren an die neue Umgebung gewöhnt. Sie sind mit ihm „Gassi“ gegangen. Püppy wurde angeleint und beispielsweise durch den Schlossgarten und über die Kastanienalle zum Slawendorf geführt. Noch heute kommt sie mit, wenn die Wroschs mit Hund Skaty ihren Spaziergang machen. Allerdings ohne Leine. Am liebsten aber stromert Püppy allein durch die Gegend. Auch nachts ist sie oft nicht zu Hause. „36 Stunden waren mal die längste Zeit, die wir auf sie gewartet haben. Da war uns schon mulmig“, bekennt Mirjam Wrosch.

Manchmal gibt es auch ein Leckerli

Die Katze ist zutraulich und wird auch im Theater gehegt und gepflegt. So bekommt sie auch an der Pförtnerloge Streicheleinheiten, wenn sie auf der Fensterbrett am Bühneneingang ein Päuschen einlegt und sich das Fell von der Sonne wärmen lässt. Und auch ein Leckerli gibt es ab und an. Püppy schläft offenbar sogar manchmal in einer der Wohnungen, die gegenüber des Theatergebäudes für Ensemblemitglieder eingerichtet sind. „Jedenfalls wurde mir das schon erzählt“, sagt Uwe Wrosch.

Wroschs sind verständlicherweise stolz auf ihr offenbar sehr prominentes Familienmitglied. Aber viel wichtiger ist für die Neustrelitzer Familie, dass sie einem Haustier ein Zuhause geben konnten, das keines mehr hatte. „Alle unsere Tiere haben wir aus dem Tierheim geholt“, sagt Uwe Wrosch.

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