Am Dienstag wurde bekannt, dass der Neustrelitzer Kulturpolitiker Dr. Klaus-Michael Körner verstarb.
Am Dienstag wurde bekannt, dass der Neustrelitzer Kulturpolitiker Dr. Klaus-Michael Körner verstarb. Landesvertretung MV
Michael Körner in seinem Metier: Erst Ende vorigen Jahres hatte er das Aufstellen neuer Gedenktafeln am ehemaligen Stasi-
Michael Körner in seinem Metier: Erst Ende vorigen Jahres hatte er das Aufstellen neuer Gedenktafeln am ehemaligen Stasi-Gefängnis in Neustrelitz initiiert. Jana Schrödter
Nachruf

„Theo” ist gegangen – Abschied von Klaus-Michael Körner

Die Kultur in Neustrelitz und ganz MV verliert eine engagierte Stimme. Am Dienstag wurde der Tod von Dr. Klaus-Michael Körner bekannt. Der Neustrelitzer war Politiker, Ballonfahrer, Studentenpfarrer – vor allem aber war er ein engagierter Streiter für die Demokratie.
Neustrelitz

Mit Bestürzung haben Freunde und Weggefährten auf den Tod von Dr. Klaus-Michael Körner reagiert. Studentenpfarrer, Zeitzeuge, Ballonfahrer, Kulturpolitiker und echtes Unikat – Mitstreiter beschreiben Körner als einen leidenschaftlichen Politiker, tollen Kollegen und inspirierenden Menschen. Als Zeitzeuge der friedlichen Revolution und deren Mitbegründer in Halle/Saale war er seit 1989 in der SPD aktiv. Das Thema ließ den Studentenpfarrer zeitlebens nicht los: Bis zuletzt engagierte er sich für den Gedenkort Stasi-Untersuchungshaftanstalt in Neustrelitz.

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Körners Tod sei ein „schmerzlicher Verlust“, erklärte der Neustrelitzer SPD-Landtagsabgeordnete Andreas Butzki, der seit Anfang der 1990er Jahre ein politischer Wegbegleiter war. Dem SPD-Ortsverein habe der engagierte Politiker bis zuletzt mit Rat und Tat zur Seite gestanden. Er habe stets etwas zu sagen gehabt – und zwar immer etwas Sinnvolles. Alle werden „Theo“, wie er in Anlehnung an seinen Doktortitel der Theologie von vielen stets genannt wurde, vermissen, so SPD-Ortsvereinsvorsitzender Steffen Heinrich.

Ehrenamtliche Arbeit für Verein Stasi-Haftanstalt

Die ehrenamtliche Arbeit für den Verein Stasi-Haftanstalt Töpferstraße und die Schaffung eines Erinnerungsortes in Neustrelitz lagen ihm am Herzen. „Wir verlieren einen geschätzten Menschen und unser Ehrenmitglied. Ohne ihn wären wir niemals dort, wo wir heute stehen“, reagierte Vorstandvorsitzende Kathrin Engel bestürzt auf die Nachricht vom Tode Körners. Sie erinnerte daran, dass es sein unermüdliches Bestreben war, dass 2011 in die Gründung des Vereins mündete, in dem er bis Anfang dieses Jahres den Vorsitz inne hatte.

„Er wollte den Ort erhalten, der Öffentlichkeit zugänglich machen und Menschen die Auswüchse der jüngsten Diktatur auf deutschem Boden vor Augen führen, um ihre Wertschätzung für das scheinbar Selbstverständliche, unsere demokratisch-freiheitliche Grundordnung, zu festigen“, so Engel. Seinem Engagement sei es zudem zu verdanken, dass in diesem Jahr am Erinnerungsort eine Dauerausstellung eröffnet und später den Schulen in der Region als Lernort angeboten wird. Leider könne er die Eröffnung der Dauerausstellung, die er seit mehr als zwei Jahren als Projektverantwortlicher vorbereitet hat, nicht mehr miterleben.

Bei Stiftung Kulturgut Mecklenburg-Strelitz engagiert

Mit großer Betroffenheit hat ebenso der Neustrelitzer Bürgermeister Andreas Grund vom Tod des Neustrelitzers Kulturpolitikers erfahren. Auch Grund würdigte die großen Verdienste Körners um die Demokratie und Kultur, sowohl regional als auch überregional. Neben dem Einsatz für den Gedenkort Stasi-Haftanstalt erinnerte der Bürgermeister an weiteres wichtiges Engagement Körners, etwa bei der Stiftung Kulturgut Mecklenburg-Strelitz. „In letzter Zeit besonders in Erinnerung geblieben sind mir die Gespräche und Vorbereitungen für das Daniel-Sanders-Jahr 2019, das Klaus-Michael Körner an der Seite der Stadt und des Zentralrats der Juden mitgeprägt hat. Sein kluger und streitbarer Geist hat viele Jahre in unsere Stadt hineingewirkt und wird uns fehlen. Wir werden sein Andenken in Ehren halten“, sagte Grund.

Freunde, Vereinsmitstreiter und politische Wegbegleiter haben zudem ihr tiefstes Mitgefühl mit seiner Familie zum Ausdruck gebracht.

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