HELFER STEHEN BEREIT

THW Neustrelitz will viel öfter helfen

Selten wird das Technische Hilfswerk Neustrelitz zu Einsätzen gerufen. Dabei warten modernste Technik und kräftige Männer nur darauf, andere zu retten. Ihr Appell an die Rettungsleitstelle Neubrandenburg: Denkt an uns!
Ulrich Krieger Ulrich Krieger
Familie Beck (rechts), extra aus Lychen angereist, und Familie Hehemann aus Neustrelitz, ließen sich von Kameraden Frank Zscheischler die Gerätschaften auf dem Gerätekraftwagen 1 erklären.
Familie Beck (rechts), extra aus Lychen angereist, und Familie Hehemann aus Neustrelitz, ließen sich von Kameraden Frank Zscheischler die Gerätschaften auf dem Gerätekraftwagen 1 erklären. Ulrich Krieger
Wenn es auch um alltägliche Dinge geht, gehört das zur Ausbildung. Robert Reh (Mitte) zeigte Calvin Klein (links) und Tristan Runge, worauf sie beim Wechseln der Kette an einer Motorsäge achten müssen.
Wenn es auch um alltägliche Dinge geht, gehört das zur Ausbildung. Robert Reh (Mitte) zeigte Calvin Klein (links) und Tristan Runge, worauf sie beim Wechseln der Kette an einer Motorsäge achten müssen. Ulrich Krieger
Neustrelitz.

Lodernde Flammen bei Regen, da wurden die Kameraden des Technischen Hilfswerks Neustrelitz (THW) am Sonnabend nicht gefordert. Sie hatten das Feuer selbst entzündet und entsorgten auf diese Weise etliche Weihnachtsbäume. Der Abend auf dem Gelände in der Louisenstraße war gleichzeitig eine Werbeveranstaltung für neue Mitglieder, die sich in den Reihen des THW bewähren und gleichzeitig viel lernen können.

Kettensäge ist wichtiges Werkzeug

Das zeigte sich auch, als der 27-jährige Robert Reh die Kette einer Motorsäge wechselte. Er saß nicht alleine da, sondern hatte Calvin Klein (14) und Tristan Junge (13) aus der fünfköpfigen Jugendgruppe an seiner Seite. Geduldig erläuterte er die Besonderheiten, auf die geachtet werden muss, damit beim nächsten Einsatz die Motorsäge wieder ihren Dienst leistet. Dieses Werkzeug war auch ein wichtiges Hilfsmittel, als im Frühjahr 2018 die Neustrelitzer THW-Kameraden nach einem Sturm ausrückten, um dicke Bäume von der Straße zu räumen. „Kein Problem für uns.“ sagte THW-Helfer Michael Wolf. „Mit dem Schwert in Stücke geschnitten und unter Zuhilfenahme der Seilzugwinde haben wir die Straßen schnell wieder frei bekommen und die Verkehrssicherheit wieder hergestellt.“

Zwei Wochen in Bereitschaft

Für solche und viele andere Aufgaben sind die THW-Kameraden ehrenamtlich unterwegs. Ein großes Problem entstand im vergangenen Jahr durch den Ausfall eines Trafohäuschens in Neustrelitz. Von dieser Stromversorgungsstelle aus wird der Großbetrieb Netinera versorgt, der Bahntechnik instand setzt. „Da das THW Neustrelitz im Verbund mit anderen Standorten arbeitet, die sich gegenseitig bei Bedarf die notwendige Technik zur Verfügung zu stellen, holten wir aus Greifswald einen 200-Kilowatt-Generator und versorgten den Betrieb mit Energie”, erklärte THW-Mitglied Dieter Mohns.

„Ganz nebenbei leuchteten die Lampen auch in einem Betriebsteil des Deutschen Bahn-Netzes auf der anderen Seite des Bahngeländes wieder.“ Zwei Wochen lang hatten zwei Kameraden rund um die Uhr Bereitschaft, sorgten für Kraftstoff im Tank des Notstromaggregats und waren bei kleineren Störungen an Ort und Stelle. „Es hat alles bestens geklappt und wir konnten zeigen, dass man sich auf die THW-Kameraden verlassen kann“, sagt Michael Wolff.

Helfer zu selten gerufen

Trotz ihrer umfangreichen Technik, die für schwerste Einsätze konzipiert ist, wundern sich die freiwilligen Helfer, dass sie nur sehr selten zu gemeinsamen Einsätzen mit der Feuerwehr oder zu anderen Notsituationen gerufen werden. „Das THW hat die Gerätschaften, engagiertes Personal und ist in der Lage, im Zusammenwirken der Landesverbände Stralsund, wozu Neustrelitz gehört, und Schwerin in ganz Mecklenburg-Vorpommern im Notfall Hilfe zu leisten. Die Rettungsleitstelle in Neubrandenburg sollte auch an das THW denken, wenn es zu komplizierten Situationen kommt. Wir können auch da helfen, wo die Möglichkeiten der Feuerwehr begrenzt sind“, sind sich die Kameraden einig.

Mitstreiter gesucht

Natürlich sucht das Technische Hilfswerk weitere Mitstreiter. Besonders einen Jugendwart wünschen sich die Neustrelitzer. „Bei uns muss zugepackt werden, der Spaß steht aber nicht hintenan. Kommt jemand zu uns, erhält er hier die notwendigen Aus- und Fortbildungen“, sagt Dieter Mohns.

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