MYSTERIÖSER FALL IN NEUSTRELITZ

Todes-Grube im Wald gibt weiter Rätsel auf

Die Toten aus dem Wald bei Neustrelitz hatten Ausweise bei sich. Trotzdem gibt es Restzweifel an der Identität und viele weitere offene Fragen.
Was geschah in der Grube, in der die Toten, versteckt unter Ästen und Zweigen, gefunden wurden? Die Ermittlungen laufen.
Was geschah in der Grube, in der die Toten, versteckt unter Ästen und Zweigen, gefunden wurden? Die Ermittlungen laufen. Tobias Lemke
Neustrelitz.

Wer sind die Toten aus dem Wald? Warum vermisst sie anscheinend niemand? Was geschah in der Grube im Unterholz? Nachdem in einem Waldstück bei Neustrelitz am vergangenen Donnerstag zwei Leichen gefunden wurden, sind weiterhin viele Fragen offen.

Es waren eine Frau und ein Mann, aller Wahrscheinlichkeit nach Mutter und Sohn. Mehr Details gab die Staatsanwaltschaft Neubrandenburg auch am Montag nicht bekannt. Die Identität ist nach wie vor nicht eindeutig geklärt, sagte Oberstaatsanwalt Gerd Zeisler. Zwar seien bei den Leichen zwei Ausweise gefunden worden, die einem Mann und einer Frau gehören, welche in Bayern gemeldet sind, doch noch stehe nicht zweifelsfrei fest, ob die Toten wirklich die Besitzer der Ausweise sind. „Wir müssen auf den Zahnstatus und den DNA-Vergleich warten“, so Gerd Zeisler. Erst wenn eindeutig klar ist, wer die Toten sind, würden weitere Details, zum Beispiel zu Nationalität, Alter und Wohnort, bekannt gegeben.

„Keinen Hinweis auf eine Straftat”

Nach wie vor gebe es keinen Grund zu der Annahme, dass die Personen umgebracht wurden. „Die Obduktion hat keinen Hinweis auf eine Straftat ergeben.“ Aber irgendwie sind die beiden ums Leben gekommen. Wie, das wollen die Ermittler herausfinden. Die Toten sind derzeit bei der Gerichtsmedizin in Greifswald. Bei einer toxikologischen Untersuchung soll ermittelt werden, ob Gift, Drogen, Medikamente oder andere Substanzen eine Rolle spielten. Es kann Wochen dauern, bis das Gutachten von den Gerichtsmedizinern vorliegt, heißt es von der Polizei.

Äußerst mysteriös ist die Stelle, an der die Körper gefunden wurden. Das Waldstück am Bürgerseeweg befindet sich in einem Dreieck zwischen einem Abfallentsorger, einer Motocrossbahn und einem Hundeplatz. Es ist nicht sehr groß, der Weg in die Zivilisation nur wenige hundert Meter weit. Viele Wege und Trampelpfade zeugen von reger Betriebsamkeit. Motorradfahrer nutzen das Areal offenbar gern als Rennstrecke. Spaziergänger führen ihre Hunde aus. Auf dem Wertstoffannahmehof herrscht täglich Betrieb. Das Tagesgeschehen verursacht Lärm. Die Geräusche von dort sind am Fundort der Leichen unüberhörbar. Eigentlich hätte es den beiden möglich sein müssen, Hilfe zu holen. Auch der Handyempfang ist gut, bis zur nächsten Straße sind es nur ein paar hundert Meter. Doch obwohl der Bereich alles andere als einsam und verlassen ist, machten sie sich offensichtlich nicht bemerkbar und wurden viele Tage nicht entdeckt. Wollten sie gar nicht gefunden werden?

Ein Hund hat das Versteck im Wald aufgespürt

Die Stelle war sehr gut getarnt. Die Toten befanden sich in einer Grube, welche mit Ästen und Zweigen überdeckt und von dichten Sträuchern umgeben war. Nach Auskunft der Polizei waren sie schon viele Tage tot, als sie gefunden wurden.

Schließlich war es ein Hund, der das Versteck aufspürte und sein Herrchen zum Fundort führte. Die Feuerwehr musste den Weg dorthin für die Ermittler freischneiden. Der 63-jährige Neustrelitzer berichtete dem Nordkurier, dass die Frau in dem Erdloch gesessen habe, die Beine angewinkelt, Arme und Kopf auf den Knien abgelegt. Ihr Sohn habe neben ihr auf der Seite gelegen. Bei den Verstorbenen hätten sich Handtücher und ein Koffer befunden. Was war in dem Koffer? Darüber gab die Polizei mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen keine Auskunft.

Fundort ist extrem gut getarnt

Der unheimliche Fall beschäftigt viele Menschen. Einige wollen den gruseligen Ort selbst einmal sehen. Des Öfteren werden Pkw in der Gegend gesichtet, deren Fahrer im Schritttempo auf den Waldwegen hin und her fahren und offensichtlich etwas suchen. Doch der Fundort ist extrem gut getarnt, selbst aus nächster Nähe kaum erkennbar und nur für jene auffindbar, die bereits wissen, wo er ist. In Internet-Netzwerken wird seit Tagen über den Fall diskutiert.

„Das liest sich schrecklich. Ob da eine grausame Tat hinter steckt. Dass da niemand vermisst wurde, sehr traurig. Sind die beiden womöglich nicht aus Deutschland? Was ist da nur passiert“, schreibt jemand mit dem Nutzernamen Tini Chriseele auf der Facebook-Seite des Nordkurier. „Ich finde es ganz schön krass. Mal abwarten, was da noch rauskommt“, kommentiert Kathleen Roeder.

Ein Nutzer namens Gino Wepunkt ist nach eigenen Angaben „fassungslos“. „Es muss doch jemand die Person vermisst gemeldet haben. Hoffentlich wird der Fall schnellstmöglich geklärt.“ Christien Konowski beschloss, „wir melden uns jetzt immer ab, wenn wir wandern gehen“. Nicole Schulz vermutet, „es kann sein, das sie bei dem Immergut-Festival waren. Aber ich verstehe echt nicht, warum niemand zwei Personen vermisst hat. Wir fahren so oft daran vorbei, einfach schlimm und beängstigend“.

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